Archive for the ‘Engadin’ Category

Abschied

16. Juni 2010

Ihr lieben Leser,

das wird heute der letzte Beitrag auf diesem Blog…und ja, es geht an anderer Stelle weiter. Ich verlasse nach 13 Jahren die Schweiz und es verschlägt mich wieder nach Deutschland und da macht mein Blogtitel keinen Sinn mehr. Hier wegzugehen, war eine schwere Entscheidung, die schwerste und schwerwiegendste in meinem ganzen Leben; sie hat ca. 1 1/2 Jahre gedauert, ich hab es mir nicht leicht gemacht; ich habe auf dem Weg zur Entscheidung so unglaublich viel gelernt, habe sehr viele Dinge erlebt und erfahren, für die ich unsagbar dankbar bin, weil sie mich in meiner Entwicklung weitergebracht haben, die guten und die schlechten… und ich weiss in meinem  Herzen, bei all der Traurigkeit für und über das, was ich zurücklasse, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ich freu mich auf all die wunderbaren Dinge, die mein Leben mir noch bringen wird.

So manches habe ich hier im Blog verarbeiten können, auch dank Eurer Worte. Ich danke Euch allen für Eure Treue und Eure lieben Kommentare und hoffe natürlich sehr, dass Ihr mich weiterhin begleitet und hier weiterlesen werdet unter http://andrea2110.wordpress.com

Eure Andrea2007

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Kundengeschichten im Surfcenter – Woher kommst Du?

6. Juni 2010

Ein kohlrabenschwarzer wunderhübscher junger Mann mit strahlend weissen Zähnen und einem dementsprechend strahlenden Lächeln  steht vor mir und bestellt einen Café, Toni fragt ihn, „Woher kommst Du?“ Und er antwortet auf Schwyzerdütsch(!):“ Aus St. Gallen…“ Grosses Gelächter, denn das war mit der Frage natürlich nicht gemeint gewesen…es kam so herrlich und spontan raus und wurde wieder begleitet von diesem unglaublichen Lächeln. Des Rätsels Lösung: er kam ursprünglich aus Sri Lanka…

(da ich ihn schlecht fotografieren konnte, gibt es heute mal ausnahmsweise kein Foto, es passt einfach nix.)

Saisoneröffnung und die Sonne scheint

5. Juni 2010

Wie bestellt, scheint zur Saisoneröffnung die Sonne, der Himmel ist knallblau und es ist richtig schön warm, herrlich…dass es ein langer, kalter und harter Winter war mit anschliessend kaltem Frühling, sieht man allerdings noch auf diesen Fotos, aber mal ehrlich- sieht das nicht trotzdem wunderschön aus, durch das Weiss kommen die Farben noch klarer zur Geltung, ich kann mich gar nicht satt sehen und solange der Schnee über der Waldgrenze ist, stört er mich auch nicht weiter:-) Das erste Bild sieht fast aus wie eine Fotomontage, ist aber echt!

Die Geschichte vom Salzmännchen

3. Mai 2010

Das Salzmännchen
geht in die Welt.
Es will sie kennenlernen.
Es kommt schliesslich bis ans Meer.
„Wer bist du?“ – „Ich bin das Meer.“ –
„Was ist das?“ – „Ich bin ich.“ –
„Das verstehe ich nicht.“ –
„Dann strecke deinen Fuss
ein bisschen ins Wasser.“
Das Salzmännchen tut’s.
Schnell zieht es ihn wieder zurück.
„Du hast mir etwas weggefressen!“ –
„Du hast etwas von dir hergeben müssen, um mich kennenzulernen.
Willst du mich noch mehr kennenlernen?“ – 
Und das Salzmännchen tauchte immer mehr ins Wasser ein.
Es löste sich dabei immer mehr auf
und hatte doch das Gefühl, immer mehr das Meer kennenzulernen.

Jugendliche im Ev. Gemeindeblatt Silvaplana zum Thema „Sich hingeben- oder: Von ganzem Herzen“

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Schneeschmelze

2. Mai 2010

Bräunliche Böden kommen zum Vorschein. Und schon bald sind sie grün. Wo der Schnee schmilzt, hat es Wasser. Grasland ist mit Krokussen übersät, über Nacht sozusagen. Wer Augen hat zu sehen, kann sich nur wundern, wie schnell Schnee- auch in Massen-vergeht.

Eigentlich vergeht der Schnee nicht. Verwandelt zu Wasser geht er unter die Oberfläche, dringt da ein und hilft die Fruchtbarkeit der Erde zu wecken. Dann spriesst’s und treibt’s dank dem, dass Schnee nicht Schnee geblieben ist. Und rinnt das Schmelzwasser bloss in den nächsten Schachtdeckel, so gibt es mindestens Musik! Die Schneeschmelze – ein Schauspiel, ein Hörspiel über dieses offene Geheimnis: Was sich aus der Starre löst, ist Leben.

Die Schneeschmelze müssten wir darum feiern- wie Geburtstage. Wir müssten bald einmal die letzten Schneeflecken aufsuchen und uns auf unsern Wiesen treffen. Dort müssten wir mit einem Glas Prosecco in der Hand anstossen. Viva- Lebe! Feiern müssten wir dort, Musik machen, tanzen, Gedichte vorlesen, auch Liebesgedichte natürlich (zum Beispiel das stets erfrischende Hohelied Salomos).

Wir würden merken, wie es ganz neu in uns atmet, und uns darüber unbändig freuen. Aufleben würden wir schon hier – und nicht erst im Süden des Mai.

Der Schnee, der vergeht und Wiesen tränkt, macht’s vor: Wer sich hingibt, ermöglicht Leben. Uns allen ein schönes Frühlingserwachen!

Urs Zangger, Pfarrer , im Evangelischen Gemeindeblatt Silvaplana

Danke lieber Urs, wunderschön poetisch geschrieben, ich bin sehr berührt…

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Tierische Fahrt über den Julierpass :-)

26. April 2010

Verabschiedet hat mich ein Eichhhörnchen, dass noch schnell vor mir über die Strasse huschte; über den Julierpass begleitet haben mich 3 Murmeltiere, die vor ihrem Loch Luft schnappten – wahrscheinlich wollten sie schauen, ob endlich der Frühling kommt, weil sie gar nicht mehr müde sind und den Winterschlaf längst beendet haben:-) -, in Bivio haben mir ein paar Pferde, Pony’s und ein kleiner grauer Esel auf deiner Weide am Strassenrand eine gute Reise gewünscht. Der Rhein hat mich – anfangs lustig sprudelnd, dann ruhige fliessend- die ganze Strecke bis Basel begleitet… und in Savognin wurde aus „braun“ endlich „GRÜN“ und der Frühling begrüsste mich in voller Schönheit, mit wunderbarer Luft und überall blühenden Bäumen und Blumen… waoh…

Für mich ist die Fahrt über den Julierpass (2284m) von Silvaplana (1815m) bis nach Tiefencastel (815m) immer eine spannende wunderbare Reise durch die Natur, es macht mir soviel Spass zu beobachten, wie Licht, Farben, Pflanzen-und Tierwelt sich mir je nach Jahres- und Tageszeit immer wieder neu präsentieren.

Kundengeschichten – gestern in der Pizzeria

14. April 2010

Wir wurden bereits vorgewarnt, das Essen sei sehr gut, Preis Leistung absolut ok, der Service jedoch sei ein wenig verbesserungswürdig…:-) Das ist für mich ja eine Herausforderung. Zu 4 so netten Mädels werden die doch wohl auch nett sein…

Bei der telefonischen Reservierung waren sie es auch. Ich war zudem völlig begeistert von der Neugestaltung nach dem Umbau, wirklich superschön und mit Liebe eingerichtet…und dann ging es los. Der Ungeduldseufzer des Kellners bei der Apero-Bestellung war noch zu klein, um uns zu ärgern. Zeit, die Essensbestellung gleich mit aufzunehmen, hatte er jedoch schon nicht…

Als er dann den Prosecco brachte, wollten wir gleich das Essen bestellen. Meiner lieben Freundin P. ist aus Versehen ein wenig Prosecco auf den Tisch gekippt und in die Putzaufregung und das Lachen dabei, mischte sich doch unser lieber Kellner ein mit diesen Worten, die ich wohl nie mehr vergesse werde, leider könnt Ihr den überheblichen Gesichtsausdruck dabei jetzt nicht sehen, aber stellt ihn Euch bitte dazu noch vor und dann nochmal verdoppeln: „SIGNORE… bitte…ich habe noch 50 andere Gäste, die bedient werden wollen, das Restaurant ist voll…. “

Das Lachen blieb uns im Hals stecken, der Unglaube über diesen Spruch liess uns ganz brav und zackig unsere Bestellung aufgeben, doch als er weg war, konnten wir uns gar nicht mehr beruhigen. WAS hatte er gesagt? Das wäre ja so, wenn wir zu einem unentschlossenen Kunden in der Hochsaison sagen würden, jetzt machen Sie mal vorwärts und entscheiden sich, ob sie DIE Hose oder DIE Hose kaufen, ich habe schliesslich noch andere Kunden, die auf mich warten…

ohne Worte…

Ich wurde dann auch noch äusserst arrogant belehrt, dass zu Spargel Mailänder Art (grüner Spargel mit Parmesan überbacken und Spiegelei) keine Kartoffeln passen… DAS kann ich ja ganz gut leiden, wenn ich Kartoffeln will, dann will ich Kartoffeln…

Es machte mir daher  im Gegenzug ganz viel Freude, ihm ganz besonders freundlich (und das KANN ICH sehr gut) mitzuteilen, dass er etwas vergessen hatte: „Denken Sie bitte noch an das Wasser, das wir bereits bei Ihnen bestellt hatten!?“

Unnötig zu erwähnen, dass der Rest des Abends ähnlich weiterging; als Digestif wollten wir einen Schnaps, P. sagt – schon leicht eingeschüchtert von der Art des Kellners-, “ Wir hätten gern noch einen Schnaps.“  Er zuckt mit ganzem Körpereinsatz mit den Schultern mit genervtem Gesicht: „Was denn für einen?“ Sie:“ Ja was haben Sie denn.“ Er noch genervter:“ Was WOLLEN Sie denn, dann sag ich Ihnen, ob wir das haben.“

Und aus reiner Schikane fragte er dann, als er die Bestellung brachte, nochmal bei jedem Getränk, was für wen sei, obwohl er DAS mit Sicherheit noch wusste, nach der Vorgeschichte. Unglaublich. Wir haben den Abend dann dort sofort abgebrochen, OHNE Trinkgeld (was mir normalerweise niemals in den Sinn kommen würde) und haben privat in kuscheliger angenehmer Atmosphäre noch einen schönen Abend verbracht…

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Winter und Frühling – nah beisammen

26. März 2010

Den Lauf der Jahreszeiten hier im scheinbar ewigen Schnee erkenne ich  an der Farbe der Seen. Im Dezember meist noch schwarz und dunkel, den Winter über schnee-weiss, im Frühjahr tauen sie und sind weiss-blau und ganz hell und das Wasser drückt nach oben…

durch meine braunen Sonnenbrillengläser sah der See noch blauer aus, sieht man das?:-) Also wenn jemand die Welt farbiger sehen möchte und intensiver, dann einfach braune Gläser vor die Augen und geniessen. Mit einem Sonnenuntergang hatte ich das letztens auch schon und konnte gar nicht verstehen, dass niemand meine Begeisterung teilte, bis ich die Brille abnahm… 🙂

Lehrer und Lehrer

20. März 2010

Vorgestern bin ich privat mit einer Skilehrerin gefahren. Wir beobachteten einen Skifahrer mit sehr eigenartigem Stil, sie meinte, der würde sicher seinen Skilehrer kopieren, das sah alles sehr künstlich aus. Sie schüttelte ein wenig den Kopf und erzählte mir ihre Einstellung dazu: „Jeder hat seinen eigenen Stil und warum soll sich jemand verbiegen, nur damit der Skilehrer seinen Stil aufdrängen kann? Skifahren soll SPASS machen.“ Das fand ich äusserst erfrischend und gut, denn alle anderen Skilehrer(innen), mit denen ich sonst mal privat gefahren bin, wollten mich auch immer  „verändern“, fahr doch mal lieber so oder tu dies und tu jenes. Und hier nun eine Lehrerin, die auf den individuellen Kunden eingeht, auf seinen Stil, sein Können und nicht einfach irgendwas aufdrängt, das ist auch die Art, wie ich mit Menschen umgehe und das gefiel mir natürlich sehr.
Sie sagte, ich hätte einen sehr guten Stil und würde damit sicher überall gut und sicher runterkommen, sogar off-piste (wovor ich mich immer noch drücke bisher) und Puckelpiste. Das wäre ja super. DAS fand ICH wiederum super:-)

Und deshalb nahm ich sehr gern einen Tipp von ihr an, wie ich auf flacheren Pistenabschnitten beim Carven nur durch eine kleine Verschiebung des Aussenski’s richtig an Tempo gewinnen kann. Sie warnte mich, dass das so richtig schön im Oberschenkel ziehen würde – und das tat es dann auch, es war aber gleichzeitig wie ein Turbo, beim ersten Mal hat mich das Tempo selber überrascht, ich hatte nicht erwartet, dass eine so kleine Sache eine so grosse Wirkung haben könnte:-) Es hat riesig Spass gemacht und sie selber hat Spass an meinem Spass gehabt!

Und so hab ich ganz nebenbei auch noch einen Muskel entdeckt, von dessen Existenz ich bisher nichts wusste, autsch 🙂

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Kundengeschichten im Skiservice – Zuhören und Reden lassen

19. März 2010

Als Verkäufer sollte man gut zuhören können, wie gut hören eigentlich Kunden zu? Die Dame bittet meinen Kollegen: „Kann ich bitte einen Espresso haben?“ und er antwortet: „Ja klar, auf keinen Fall.“ 🙂 Das war natürlich keine Absicht, aber sie hat es nicht einmal gemerkt:-) und selbstverständlich ihren Espresso bekommen.

Wer schon länger hier liest, weiss, dass wir immer einen Krug mit frischen Wasser an der Bar stehen haben und mit einem Apfel zur Dekoration drin. (Wer das noch nicht wusste, kann hier dazu noch was Interessantes lesen). Normalerweise bedienen sich die Kunden da auch mal selbst, wenn wir keine Zeit haben und alle finden den Apfel im Wasser interessant, schön, dekorativ usw… ALLE? Nein, da gibt es die eine Stammkundin, die – als meine Kollegin ihr ein Glas aus dem Apfelwassserkrug einschenken wollte- sie anblaffte: „DAS Giftwasser trinke ich sicher NICHT, ich will frisches Wasser…“ HUCH…(Und das von einer Dame, die sich regelmässig Gift in den Kopf spritzen lässt:-) )Das ist ja noch nie passiert und genau deshalb passierte es wohl gleich eine Stunde später ein weiteres Mal, ebenfalls ein weiblicher Stammgast: “ Ich will FRISCHES Wasser“ Auf meine Frage nach dem genauen Warum kam die seltsame Antwort: „Um das Wasser im Krug sind mir zu viele Leute drum herum.“ …???

Und wer hatte HIER wohl die Hosen an? Ein deutsches älteres Ehepaar betritt den Laden, SIE ergreift das Wort: „Also mein Mann hat Skischuhprobleme, wissen Sie, am kleinen Zeh (zeigt das mit den Händen), da so, also nicht hier, sondern dort… meinen Sie, das lohnt sich, den Schuh mal vorbeizubringen?“ Der arme Ehemann stand stumm daneben undversuchte nicht einmal, zu Wort zu kommen.
Als die beiden dann später mit dem Schuh nochmal vorbeikamen, sagte sie zu ihrem Mann: “ Jetzt zieh doch mal die Skisocken an. Jetzt tu doch mal so, wie wenn Du Skifahren würdest.“ Als der Kollege die Stelle, die er ausweiten musste, am Schuh anzeichnen wollte, nahm sie ihm den Stift aus der Hand, legte sich mit ihrem Pelzmantel schräg auf den Boden und zeichnete die Stelle selber an… Was muss DIE wohl für Erfahrungen mit Männern in ihrem Leben gemacht haben, die Arme. Und der Ehemann? War der nun froh, dass er sich um nix kümmern muss oder traute er sich nicht, was zu sagen und war zu bemitleiden? Er schien es auf jeden Fall gewohnt zu sein, wie ein 5 jähriger behandelt zu werden…

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Kundengeschichten im Skiservice- Hellweiss:-)

4. März 2010

Ein deutsches älteres Paar betritt den Laden, sie wirft mir ein: “ Herren? HIER?“ entgegen…Ich brauche einen Moment, um zu checken, dass sie wissen möchte, ob HIER die Herrenskijacken hängen:-) Der Herr probiert eine Jacke, sie schauen auf den Preis und sehen die Preisreduktion. Sie kramt eifrig in ihrer Tasche, während er im Kopf anfängt zu rechnen, und findet ihn- ihren Taschenrechner. Ihm ist es ein wenig peinlich vor mir und er sagt: “ Lass doch, das kann ich auch im Kopf.“ worauf sie ihn anzickt: “ Jetzt hab ich den dabei, da benutze ich ihn auch!“ Ich ziehe mich dezent ein wenig zurück. Und schon kommt sie, die Frage aller Fragen: “ Kann man da am Preis noch was machen?“ Mit einer kleinen Genugtuung erwidere ich: “ Nein tut mir leid, wir haben gerade gestern erst runtergesetzt und 30% weniger ist ein guter Preis.“ Sie nickt, einen Versuch war es wohl wert und sagt dann als Tüpfelchen auf dem I:“ Im Bognerladen war nicht heruntergesetzt.“ Nachdem ich daraufhin kurz verdaue, dass sie trotzdem bei uns noch MEHR als 30% Rabatt haben wollte, frage ich erstaunt nach:“ Dort ist noch nichts runtergesetzt?“ Da muss sie Farbe bekennen: “ Doch doch, aber diese Jacke gab es dort nicht.“

Ein Engländer mit beträchlichem Leibesumfang stapft mühsam die Treppe aus unserem Skidepot hoch, bricht vor mir an der Cafe-Bar fast zusammen und bringt mühsam heraus: “ one coffee please…“ Ich stell den Cafè vor ihn hin und er murmelt auf Englisch: “ Ich wusste gar nicht, dass sie Cafè haben…“ ÄH, warum fragst Du dann???

Der beste Kunde ist Herr Pfeiffer, 87 Jahre alt, noch ziemlich bei klarem Verstand, fährt noch immer Ski. Jedes Jahr sagt er: „Es ist vielleicht das letzte…“ Er hat immer dieselbe Dame dabei, die mindestens 10 Jahre jünger ist, die einen anderen Namen hat als er und die er heute endlich als „meine Freundin“ geoutet hat. Zu der sagt er heute ganz ernsthaft: “ Also Bogner hat dieses Jahr sehr viel HELLWEISSE Anzüge.“ 🙂 Ist das süss…!

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Kundengeschichten im Skiservice – Wie trete ich als Kunde auf?

28. Februar 2010

Ein forderndes „Hello“ kam aus der kleinen blonden Person, sie wollte wohl bedient werden… Mit ganz klaren Vorstellungen wies sie mich an, was sie für ein Skioutfit suchte. Ich zeigte ihr einige, sie fragte, ob das denn alles sei…dann schaute sie auf den Preis und die arrogante Art bröckelte ein wenig… „Is this on sale?“ Nein, dann stände ja ein roter Preis drauf oder ein Prozentzeichen… Ein kleinlautes: “ Do you rent also?“… JA wir vermieten auch Skibekleidung, schlichte schwarze Jacken und Hosen…Manchmal wäre weniger Arroganz von Anfang an einfach besser und netter sowieso… Unverrichteter Dinge zog sie von dannen…

Kurz vor Feierabend bin ich am Bedienen, der Kunde meiner Kollegin quatscht MIR aber ständig dazwischen, stellt Fragen ohne Ende, die ich geduldig beantworte. Es stört ihn gar nicht, dass ich eine „eigene“ Kundin habe, von der er mich jedesmal ablenkt…Irgendwann versuche ich mich ernsthaft loszueisen und er schleudert mir entgegen: “ Ja, ja ich weiss, sie haben gleich Feierabend…“ Worauf meine Antwort ganz freundlich rüberkommt: „Das ist es gar nicht, sondern ich bin am Bedienen…“ Sein Gesicht war Gold wert…und dass er endlich die Klappe hielt, auch:-)

Ein älteres deutsches Ehepaar kommt rein, sie sagt zu mir“ Wir sind 2 Trottel.“ Ich muss grinsen, sie auch. „Wir haben beide unsere Helme vergessen, mein Mann im Hotel und ich zuhause.“ Als sie hörte, dass man keine Helme für Erwachsene mieten kann, war sie einen Moment lang versucht, ohne Helm auszukommen, doch dann kam: „Naja, so ein Helm ist wie ein Talisman, wenn man ihn nicht dabei hat, hätte man ihn gebraucht.“ Sie erfuhr dann von mir, dass der günstigste Helm 189Fr. kostest und meinte: „Oh, dann kauf ich jetzt einen für 189Fr. und verkauf den nachher bei Ebay für 190.“ 🙂 Ich hätte ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet, dass sie überhaupt wusste, was Ebay ist- geschweige denn, wie man dort was versteigert … Was für ein“Aufstieg“, vom selbsternannten Trottel zur Internetzauberin:-) Ich telefonierte dann noch ein bisschen rum, damit sie den passenden Helm noch in der von ihr gewünschten Farbe bekam, ihr Mann kaufte ne Mütze, mit der er sich richtig gut fühlte  und wir hatten richtig Spass zusammen. So kann es auch sein… und zum Glück überwiegen diese schönen Momente 🙂

Kundengeschichten im Skiservice – Smile for me

23. Februar 2010

Eine Kundin probiert mittags bei meiner Kollegin 1 Stunde lang Schneebrillen, fragt sie Löcher in den Bauch, probiert jedes einzelne Modell, das wir haben und kann sich (ach!) nicht entscheiden. Wir müssen sogar noch 2 Modelle aus einer unseren Filiale kommen lassen. Als die Kundin dann nachmittags zurückkommt, trifft es eine andere Kollegin; die Kundin probiert wieder jedes Modell durch, stellt unzählige Fragen und krönt ihren Einkauf dann mit den Worten: „Ach ich bin jetzt ganz erschöpft vom Brillen probieren.“  ICH war schon ganz erschöpft allein vom ZUSCHAUEN…:-) Am Ende hat sie dann aber immerhin die teuerste Goggle gekauft, die wir haben. Und meine Kollegin bekam von uns das Gedulds-Krönchen:-)

Eine Dame betritt 2 Minuten vor Feierabend mit ihrer ca 15jährigen Tochter und einer gleichaltrigen Freundin der Tochter den Laden. Die Freundin telefoniert auf dem Handy, dann grosses Freudengekreische mit der Tochter, wie so Teenager sich halt freuen:-); die Freundin sagt: “ Der Deal von meinem Vater hat geklappt!“ Die Tochter antwortet: “ So cool, dann erbst Du das alles.“ … ?

Einer unserer lieben Kollegen aus der Miete hat einen Kleber auf unsere Kasse geklebt mit den Worten: „Smile for me“. Es ist wirklich lustig, obwohl wir ja alles schon viel lächeln und auch untereinander immer nett und freundlich miteinander sind, wenn ich kassiere und mir diese Worte ins Auge fallen, dann muss ich immer noch mal extra lächeln…:-) Einfach eine schöne und wirkungsvolle Idee… Und der Kollege selber hat ein umwerfendes, entwaffnendes, ansteckendes Lächeln…

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Fang den Nebel :-)

20. Februar 2010

Das war ein witziger Skitag, der hatte wirklich das Motto „Fang den Nebel“… Jede Abfahrt hatte andere Lichtverhältnisse und Himmelfarbe, mal war ich im dichten Nebel, mal darunter, mal darüber, faszinierend… Die Fotos sind übrigens auf 3303 m entstanden…

Kundengeschichten im Skiservice – und ich hab sie nicht einmal erkannt

15. Februar 2010

… ja ich weiss, dass bei uns die Reichen und Berühmten Ferien machen … doch meist erkenne ich sie gar nicht und wenn ich dann mal die Schweizer Illustrierte oder die Gala lese, dann les ich Namen oder sehe Bilder und sage überrascht: „Ach guck mal, die hat mir eingekauft oder der ist ein Kunde von uns… “

Am Sonntag habe ich dann eine Berühmtheit doch noch vor Ende ihres Einkaufs bei mir erkannt und wisst Ihr woran? Weil sie so zickig war… 🙂 Eine dunkle schlanke sehr selbstbewusste Frau in Begleitung eines Mannes (der Bodyguard, wie sich hinterher rausstellte) eines jungen Mädchens und eines Einheimischen, der für eine Firma arbeitet, die für die Reichen und Berühmten in ihren Ferien schaffen; daran wusste ich zumindestens, dass es eine reiche Frau sein muss … aber das sind wir ja auch gewohnt.

Sie zickte mich also fortwährend an und versuchte, mich rumzuschikanieren und ich wusste nicht, mit wem ich es zu tun hatte, war aber so gut drauf, dass es mir nix ausmachte und ich teilweise sogar noch leicht widersprochen habe, denn sie kaufte nicht für sich, sondern für ein Mädel, dass sie dabei hatte und die war wirklich sehr nett.

Und irgendwann schaute ich sie mal genauer an und dachte so, Hautfarbe und Figur, irre lange Beine und die hohen Hacken und das Gehabe, das wird doch nicht … ist sie es oder ist sie es nicht? Meine Kollegen waren alle beschäftigt, ich murmelte mal: „Ist das die, von der ich glaube, das sie es ist?“ Doch ich bekam keine Antwort. Sie reichte mir ihre Kreditkarte und dort stand nicht der Name, den ich zu sehen vermutet hatte … also ist sie es doch nicht? Als sie raus war, schossen alle Kollegen nach vorne zu mir und sagten, das war sie, das war sie ganz sicher… richtig, Naomi Campbell…

und sie hatte u.a. eine teure Mütze gekauft, von der wir immer sagen, damit sieht jede Kundin aus wie Duffy Duck:-) Als ich das dann nachher meiner Kollegin in der Filiale erzählte, sagte die spontan, das passt ja zu ihr:-)

Bildquelle und ich kann Euch sagen, SO hat sie live nicht ausgesehen …

Bildquelle  … ok, ok, SO auch nicht, obwohl mit der Mütze..:-)

Kundengeschichten im Skiservice- Bitte geben Sie Ihren Code ein

14. Februar 2010

Mein schnellster und unverhofftester Helmverkauf war dieser: Ein deutscher Herr in seltsam rot-gelb-gemusterter Skijacke schaut mich fragend an: „Es ist kalt, reicht da ein Stirnband?“ Ich sage ohne nachzudenken: “ Am Besten wäre ein Helm.“ Er: “ Was haben Sie denn da so?“ Ich zeige mein Lieblings-Verkaufsmodell, er setzt ihn auf und sagt: „Ok, den nehm ich.“ Zeitfaktor? 2 Minuten und das, obwohl er gar nicht mit der Absicht ins Geschäft gekommen war, einen Helm zu kaufen…:-)

Moderne Technik: Eine deutsche Dame kramt in ihrer Handtasche und fragt dabei: “ Haben Sie Handschuhe der Firma… Moment…“ kram, kram, kram, ein Handy kommt zum Vorschein, sie tippt wild drauf rum “ ah von der Firma XY?“ Modern, wa ?:-)

Die Beste war aber eine englische-sprechende Dame: sie kaufte Handschuhe bei mir, zahlte mit der Kreditkarte, steckte also die Karte in den Terminal, ich hatte in der Zwischenzeit alle Etiketten abgeschnitten und legte ihr die Handschuhe hin und sagte: „So, jetzt können sie gleich anziehen.“ Und was macht SIE? Sie zieht sie sofort an und tippt dann mit den dicken Skihandschuhen ihren Code ein ! DAS sah SO lustig aus… Hatte sie vielleicht doch Angst, ich würde sie ihr wieder wegnehmen?:-)

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Morgenstimmung

6. Februar 2010

So begann letztens mein Tag (vor ein paar Tagen) auf dem Weg zur Arbeit, ich MUSSTE das fotografieren, auch wenn es live noch unvergleichlich schöner war…

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles strahlendes Wochenende!

Ich war Skating…

30. Januar 2010

… ja ich war endlich einmal Skating… Das hatte ich schon lange vor, irgendwas war immer dazwischengekommen. Doch an diesem Tag war das Wetter war so la-la, es war nicht kalt und ich wollte unbedingt an die frische Luft und was tun.

Das letzte Mal war schon ein paar Jahre her, Mann sind diese Ski dünn, wie Spaghetti und keine Kante, ganz schön wackelige Angelegenheit, es ging auch als erstes ein Stück Berg runter… Wenn man Carving-Ski mit frisch geschliffenen Kanten gewohnt ist und einen Schuh, in dem satt drin steht, ist das eine verdammte echte Umstellung.

Das mit dem Gleichgewicht klappte auch erst nicht so gut und vor lauter Anstrengung ging mir schnell die Puste aus. Zum Glück war es ziemlich leer und ich störte niemanden mit meinen etwas unkoordinierten Bewegungen:-) Nachdem ich mich ein wenig an die Ski gewöhnt hatte, fand ich nach und nach meinen Rythmus und in die schwungvollen Bewegungen, die zum Skaten gehören…Im Grunde ist eine Mischung aus Schlittschuhschritt und Laufen…Dazu in einem bestimmten Rythmus die Arme schwungvoll durchziehen, mit der richtigen Technik ist das auch gar nicht so anstregend.

Es begann, mir richtig Spass zu machen; ich machte nicht nur was für die Beine, sondern auch für die Arme und Brustmuskeln. Die Strecke über den zugefrorenen Silvaplanasee nach Sils ist wunderbar, sehr eben und sehr gut gespurt; das eine oder anderen Mal kam ich zwar noch ins Straucheln und wenn der Gegenwind mal wieder ganz starke Böen vorbeischickte, musste ich auch kurz verschnaufen, aber ich war doch erstaunt, wie fit ich war und dass ich am Ende über eine Stunde gelaufen bin. Auch wenn und gerade WEIL ich jetzt alle meine Muskeln spüre, vor allem die, von denen ich gar nicht wusst, dass ich sie habe:-) ist das jetzt ein grossartiges Gefühl und der Kopf ist jetzt total frei.

Das werd ich jetzt auf jeden Fall öfter machen, es ersetzt das von mir geliebte Joggen im Sommer auf wunderbare Weise, vielleicht werd ich sogar mal die Nachtloipe in St. Moritz ausprobieren, wenn es nicht zu kalt ist…

Mein Held

29. Januar 2010

Am Montag kam ein Skilehrer in den Laden, brachte das Snowboard von unserem lieben Kollegen Viktor und die schlechte Nachricht: Viktor hatte  an seinem freien Tag einen Unfall, wurde mit der Rega ins Spital geflogen. Er war ganz fies gestürzt; trotz seiner Hilferufe sind viele Leute vorbeigefahren, dieser Skilehrer hat angehalten und schnell und kompetent reagiert.

Von Viktor kam ein Sms mit dem Text: „Ich glaube, ich kann morgen nicht schaffen kommen. Bin grad ein bisschen Heli geflogen und bin jetzt grad im Spital, aber das wird schon bald wieder…“ Er muss ziemlich unter Schmerzmitteln gestanden haben, denn die harte Wahrheit ist: Beide Beine gebrochen, an einem „nur“ das Schienbein, am anderen Schien- UND Wadenbein… Wir waren ziemlich geschockt.

Er wurde sofort operiert. Wir organisierten sofort ein kleines „Care-Paket“ mit seinem Lieblingstee und Trostschokolade und gaben es auf der Station ab mit einer Karte, dass wir immer für ihn da sind. Das fand er dann direkt nach der OP.

Keiner, dem wir es erzählten, glaubte uns zunächst, dass er wirklich BEIDE Beine gebrochen hatte und dann kam immer dieselbe Reaktion, armer Viktor, BEIDE Beine… das wird lange dauern…und er kann ja nix alleine machen…

An meinem freien Tag hab ich ihn besucht, hatte einen dicken Schmöker dabei, weil ich wusste, dass er gern Krimi’s liest und wappnete mich innerlich; ich stellte mir vor, dass er mit nachlassender Wirkung der Schmerzmittel sich wahrscheinlich seiner misslichen Lage bewusst geworden war.

Und dann sass er da aufrecht in seinem Bett, mit einem fröhlichen Grinsen im Gesicht, Laptop und Bücher an seiner Seite, die Schublade voll köstlicher Schokolade, einen Ausblick aus dem riesigen Panoramafenster, für den man in einem Hotel hier sicher ein Vermögen zahlen müsste und war total gut drauf.

„Es geht mir gut, ich hab keine Schmerzen, gestern bei dem schönen Wetter hab ich die ganzen Privatjets beobachtet, die gelandet sind; dann haben die Pferde noch für ihre Rennen am Wochenende trainiert. Besuch hatte ich von….“ und zählte eine irre Zahl von Menschen auf, die bereits da gewesen waren- es zahlt sich aus, in einem Unternehmen von 90 Leuten zu arbeiten 🙂

Ich war völlig überrascht angesichts dieser Fröhlichkeit und Lockerheit, mit der er seine Situation angenommen hatte und nur das Positive sah…bewundernswert. Auf meine vorsichtige Frage, wie lange er wohl bleiben müsse, kam ein total bestimmtes: „Sie sagen ein paar Wochen, aber das wird weniger, da bin ich sicher. Dann werd ich 2 Wochen nach Deutschland gehen und dann wiederkommen. “ Und dann kam der Knaller: „Ich wäre ja schon aufgestanden, aber sie haben es mir nicht erlaubt. Aber HEUTE NACHMITTAG (Montag operiert,es war Donnerstag) darf ich anfangen zu laufen.“

Ich bin fast hinten rübergekippt, LAUFEN? Ja, er hat in beiden Beinen lange Nägel und mit dem nur einmal gebrochenen Bein darf er schon richtig auftreten, läuft praktisch auf dem Nagel, auf dem zweimal gebrochenen Bein zu 50%. Da bin ich grad mal voller Bewunderung für die moderne Medizin.

Und er grinste dabei und freute sich richtig. Viktor- Du bist mit dieser positiven Einstellung definitiv mein Held des Tages, bravo! 

Geschichten im Skiservice – herzige Paare

26. Januar 2010

Ein italienisches Ehepaar will einen heizbaren Handschuh kaufen, für den MANN, der immer kalte Hände hat. Zum Schluss fragt Sie:“ Kann man die auch waschen?“  -Nein, lieber nicht, ist ja Elektronik im Handschuh. -Fragt sie weiter: “ Und was ist, wenn man schwitzt?“ Meine Kollegin antwortet schlagfertig: “ Dann machen Sie die Heizung aus.“ 🙂 

Manchmal ist es unglaublich schön zu beobachten, wie Ehepaare miteinander umgehen. So ein weiteres italiensiches Ehepaar, sie probiert eine Jacke und er sagt total begeistert: „Die ist toll, steh Dir total gut, nimm die.“ Sie kann sich nicht so schnell entscheiden und will noch warten.  Er antwortet darauf: “ Du siehst toll aus, nimm die, wie lange willst Du denn noch warten- bis JUNI?“ 🙂 Dreht sich zu mir um und sagt, packen Sie die bitte ein, ich komme in 10 Minuten bezahlen. Sie war völlig perplex und murmelte nur:“ So schnell hab ich noch nie ne Jacke gekauft.“

Ein älteres Ehepaar- au wei, ich erinnere mich nicht mehr, welche Sprache wir gesprochen haben- in noch älteren Skikleidern, er mehr in Richtung silberfarben, ihr Outfit eher goldig, waren total süss miteinander. Sie waren beide so „schrullig“ mit einer herrlichen Selbstverständlichkeit und gutem Selbstvertrauen. Er sass geduldig auf dem Sofa, während sie eine kleine Modenschau für ihn machte; er sagte ihr liebe Komplimente und bestätigte sie immer wieder. So kaufte sie dann auch zack zack ein paar Teile bei mir und zufrieden und lächelnd verliessen die beiden einträchtig den Laden. Und hinterliessen bei mir ganz viel liebevolle Energie…es war einfach total herz-ig.

Eine belgische Dame will Apresski-Schuhe probieren und quälte sich dafür aus ihrem Skischuh. Ich sage mitfühlend: “ That’s the best moment of the day, isn’t it?“ Von ihrem Mann kommt ein energisches:“ no no no!“  Ich schaue ihn fragend an: “ Oh, your skiboots are so comfortable?“ Und er grinst breit:“ No, I have BETTER moments.“ 🙂

Berge tun gut…

20. Januar 2010

Hier ein weiterer Auszug aus dem Glücksbuch von Herrn Hirschhausen, den gerade ICH hier gut nachvollziehen kann:-)

„Massive Glücksmomente

Berge tun gut, zu allen Zeiten. (…) In meinem letzten Urlaub war ich zum ersten Mal länger als eine Woche am Stück „trekken“ in Nepal. Und den Anblick der Achttausender aus immerhin fast 4000 selbst erkletterten Metern Höhe werde ich nie mehr vergessen. Ich hab natürlich versucht, ein Foto von den Gipfeln zu machen. Und während ich durch den Sucher schaute, ertappte ich mich dabei, in Gedanken den Bergen zuzurufen:“Ey, ich bekomme euch nicht alle auf ein Bild, könnte ihr nicht ein bisschen zusammenrutschen?“ Aber die Berge bewegten sich nicht. Kein Stück. Und dafür liebe ich sie. Sie sind so erfrischend uneitel.

Gebirgszüge stehen zu ihren Falten. Ihnen ist es gleichgültig, ob ich sie fotografiere oder nicht. Sie fangen nicht hektisch an, sich mit ihrem Bergkamm schön zu machen, sobald ein Fotoapparat auf sie gerichtet ist. Sie denken in anderen Dimensionen. Beziehungsweise sie denken nicht- sie meditieren. Sie ruhen in sich. Sie sind sich selbst Fundament genug und sind vom Kleingläubigen so schnell nicht zu versetzen. Wolken kommen und gehen, können mal ihren Gipfel vernebeln, aber das ficht sie nicht an. Die Berge wissen, der nächste Wind, der nächste sonnige Tag, und die Welt sieht wieder anders aus. Das Grün der Wiesen ist vergänglich, die Kinder werden grösser, irgendwann erwachsen sein. (…) Und die Berge werden all das aussitzen, ihnen kann keiner was. Auch wenn m an den Berg rufen hört, wenn man genauer lauscht, raunt er uns noch etwas anderes zu. Nicht nur „Bezwing mich“, sondern die tiefere erdverbundene Botschaft der Gipfel lautet leise: „Wenn du dich zu ernst nimmst, machst du was falsch- und zwar massiv!“

…und ja, das ist meine Hand, die sich da spiegelt, während ich durch die Fensterscheibe des Panoramarestaurants auf 3057 m Höhe fotografiere; die Fernsicht an dem Tag war so grandios, dass man  ganz im Hintergrund  bis zum Matterhorn schauen konnte…einfasch faszinierend und wunderschön…

Ein freier Tag – so ein schöner Tag la-la-la

17. Januar 2010

Wie vertragen sich Andrea Boccelli, Bob Marley und Robbie Williams?  Ist doch klar, auf meinem Ipod beim Skifahren! Ich liebe diese Funktion „zufällige Titel“, das hab ich bestimmt schon mal erwähnt:-) Es war so ein traumhafter Tag, mit meinen neuen Skischuhen bin ich viel direkter auf dem Ski unterwegs und fahre -gefühlt- einfach viiiieeel besser, hab 3 Stunden  so richtig Gas gegeben(und hab jetzt dementsprechend fetten Muskelkater in den Oberschenkeln;-) ). Ich war allein unterwegs und es hat mir überhaupt nichts ausgemacht, im Gegenteil, ich hab alle Versuche, mit mir zu sprechen, mit einem netten Lächeln und einer kurzen Antwort im Sande verlaufen lassen… ; denn ich war mir selber ganz genug und ich hatte so schöne Gedanken und Ideen und einfach Freude und Spass.

DAS war nach der letzten hektischen und arbeitsreichen Zeit nicht nur überaus verdient, sondern das Gefühl PURER FREIHEIT!

P.s. Die schwungvollste Abfahrt hab ich übrigens zu einem Wiener Walzer gemacht, mit einem Riesengrinsen im Gesicht…:-)

Kundengeschichten im Skiservice – Den verkaufen Sie doch eh nicht…

10. Januar 2010

Meine liebe Aushilfs-Kollegin hält mir einen schönen knallblauen Helm vor die Nase und fragt: “ Wieviel Prozent kriegt der Kunde auf diesen Helm?“ Ich schau sie verwundert an und frage: “ Wegen was?“ Mischt sich der Kunde ein und sagt: „Diese Farbe verkaufen Sie doch sowieso nicht, die ist doch schrecklich…“ Grosses Fragezeichen in meinem Gesicht, vor allem auch,weil er in fast derselben Farbe eine sehr teure Bogner-Jacke trägt. Versuch mit einem netten Lächeln von mir: “ Der Helm passt doch perfekt zu Ihrer Jacke!“ Seine Antwort: “ Den verkaufen Sie doch eh nicht…“  Äh, „Sie dürfen gern eine andere Farbe kaufen…!“ *Kopfschüttel*

Ein SEHR dicker Italiener kommt zu mir und sagt, es wäre etwas für ihn reserviert. Ich zeige ihm, was für ihn reserviert ist – ein schöner Mikrofaser-Pullover mit Reissverschluss bis zur Brust- und er flippt völlig aus mit mir… Er hätte mit ganzem Reissverschluss bestellt, dieses Modell würde er erst gar nicht über den Kopf bekommen… Ach ja, ich hatte vergessen, der Pulli war in Grösse 58! Und der Kunde war dermassen unbeweglich, dass ich mich eh schon fragte, wie der Heli-Skiing machen wollte, davon sprach er nämlich die ganze Zeit …

Da ich in seiner Grösse leider keine passende Jacke hatte, maulte er  mich in bösem Ton an:“ Non capisco, c’è crisi, ma non avete più merce.“ (Ich versteh das nicht, es herrscht Krise, aber Sie haben keine Ware mehr)… Am liebsten hätte ich geantwortet: “ Non capisco, c’è crisi, e Lei ha ancora la pancha grossa.“ (Ich versteh das nicht, es herrscht Krise und sie haben noch immer einen dicken Bauch) 🙂

Kundengeschichten im Skiservice – Konkurrenz belebt das Geschäft

4. Januar 2010

Es gibt nichts, was es nicht gibt…Das hatte ich schon erwähnt? Ok, vorgestern hat eine Kundin eine Jacke, die sie seit mehr als einer Woche täglich trägt, zurückgebracht, weil die Jacke STINKT. Eine meiner Kolleginen sagte bissig, aber leise zu uns:“nicht die Jacke stinkt, sondern SIE stinkt:-)“  Wir vermuten, dass sie an dem Tag, als es so geregnet hat hier, draussen war und wenn Entendaune nass wird, dann stinkt sie halt ein wenig, wie eine andere Kollegin dann bemerkte:“ Nasser Hund stinkt auch:-)“

Wir haben dann angeboten, die Jacke in die Reinigung zu geben und da unsere Reinigung einen genauso tollen Service bietet wie wir, ist die Jacke morgen früh schon wieder parat, DUFTEND:-) (in der Zwischenzeit mussten wir die Jacke der Kundin gutschreiben, weil sie angeblich noch immer stinke und sie sie nicht mehr wolle, ohne Worte)

Zum Titel: nachdem es vorher telefonisch zweimal passiert war, dass eine Filiale von den vielen Sachen, die wir im Laden haben, ganz genau das Teil brauchte, was meine Kundin den DEM Moment anprobierte, passierte dann als Krönung folgendes: Die Kundin meiner Kollegin M. probierte stundenlang verschiende Hosen und konnte sich nicht entscheiden. Ich bekam eine italienische Kundin (die mir in ein Telefonat reinquatschte und mich dann umherkommandierte), die ganz genau wusste, welches Modell, Grösse, Farbe sie wollte. DIESES Modell probierte aber gerade die Kundin in der Kabine…

Daraufhin stellte sich meine Kundin vor die Kabine, schaute mit in den Spiegel und lästerte, die ist DER doch viel zu klein, das SIEHT man doch, die Nähte ziehen usw. , während die Kundin in der Kabine sich auch noch chic fand in der wirklich zu engen Hose… die Kundin in der Kabine sprach zwar kein Italienisch, aber ihr Mann kriegte Tonfall und Blicke ziemlich deutlich mit. Unglaublich unhöflich…

Aber geschäftstüchtig wie wir nun mal sind, fragte ich meine Kollegin, ob sie ihrer Kundin nicht die nächste Grösse verkaufen wolle, dann würden wir gleich 2 Hosen verkaufen. Nun, das hat dann auch geklappt:-)

„Erste Hilfe“:-)

2. Januar 2010

Wisst Ihr, was manchmal hilft, wenn die Welt zu laut, zu fordernd, zu anstrengend und einfach zuviel ist?

Richtig, tiefer gesunder SCHLAF…

und so hab ich die letzte Nacht wie ein Murmeltier fast 11 Stunden im Stück geschlafen – einen beachtlichen Teil davon VOR Mitternacht:-), ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal geschafft hätte, arbeiten tu ich des öfteren 11 Stunden im Stück, aber schlafen…? 🙂 Und jetzt hab ich zwar noch etwas schwere Augenlider, aber auch wieder ein Stück mehr Power, um den nächsten Ansturm zu überstehen… Einen schönen ausgeruhten Tag für Euch alle…

Schöne Gedanken … gibt’s nicht

26. Dezember 2009

Geht nicht, gibt’s nichtGibt’s nicht, gibt’s nicht… und Es gibt nichts, was es nicht gibt

Dieser Satz mit allen seinen Varianten ist der Lieblingssatz von meinem Chef…und auch das Motto unseres Unternehmens…Es gibt immer eine Möglichkeit, eine Lösung, eine Alternative… Und da unsere Kunden das von uns gewohnt sind, nutzen sie es auch wirklich wunderbar aus;-) Und Ihr glaubt gar nicht, was es nicht alles NICHT gibt:-)

Weihnachtskundengeschichten

25. Dezember 2009

Wir sind auf einem Geburtstagsfest eingeladen, vor mir an der Garderobe eine junge Frau in einem Abendkleid und ich frage das Mädel an der Garderobe erstaunt: „Oh, ist das heute mit Smoking?“ Und sie antwortet ernsthaft:“ Nein, geraucht wird draussen.“ … 🙂

Gestern bedankte sich ein Kunde doch tatsächlich bei mir mit: “ Sie sind ein Engel!“ … wie süss, ich hab geantwortet: „Es ist ja auch Weihnachten:-) “

Ein kleiner Junge braucht eine neue Sturmbrille für seinen Skihelm, der Helm ist vom Schnee ganz nass. Ich sage:“ Kleinen Moment bitte.“ drehe mich um zur Bar, nehme schnell ein Küchenhandtuch und trockne den Helm. Der Junge hat die Aktion nicht gesehen und als ich ihm den trockenen Helm hinhalte, schaut er mich mit grossen Augen an und sagt: „Wie hast Du das gemacht? Bist Du der Weihnachtsmann?“ WIE SÜSS. Ich antworte: „Nein wenn überhaupt bin ich das Christkind:-)“. Er findet das Gespräch scheinbar interessant und fragt weiter:“ Was bringt Dir denn der Weihnachtsmann?“ „Ich weiss es noch nicht.“ „Und was hat er Dir letztes Jahr gebracht?“ Hier schritt dann der Vater ein…:-) Dafür gab es „vom Weihnachtsmann“ – durch mich überreicht- für den herzigen Jungen und seine auch sehr süsse Schwester je ein Kuscheltier, ihre strahlenden Kinderaugen waren einfach wunderbar.

Kundengeschichten im Skiservice – „Retterin“

21. Dezember 2009

Eine ältere Damen in vornehmem  Pelzmantel fragt mich in herrlichem holländischem Deutsch: „BITTE, können Sie mir helfen?“ Na klar, ist doch mein Job:-) Doch es kam anders: „Ich hab mich ausgeschlossen und komme jetzt nicht mehr in die Wohnung rein. Ich hab eine halbe Stunde in der Kälte gestanden, aber niemand hat aufgemacht. Darf ich mal telefonieren?“ Selbstverständlich, die Ärmste war völlig aufgelöst und es dauerte 3 Anläufe, bis sie mir die richtige Nummer sagen konnte. Da ging aber niemand dran, sie konnte es kaum glauben und sprach auf holländisch aufgeregt vor sich hin. Zum Glück wusste sie die Nummer vom Hausmeister und den riefen wir dann an, er versprach, sie in ihre Wohnung zu lassen.

Ihre Erleichterung war nicht zu übersehen und dann machte sie etwas, was mich sehr berührt hat. Ausser dass sie selbstverständlich fragte, was sie für das Telefonat bezahlen müsse und ich natürlich selbstverständlich verneinte, lächelte sie mich an, bedankte sich sehr herzlich mit einem „Sie haben mich gerettet.“ und dann… streichelte sie mir liebevoll über die Wange … nachdem wir uns beide noch einen Moment gegenseitig angestrahlt haben, verliess sie eilig den Laden. Ihre Berührung hallte noch lange in mir nach und unser gemeinsames Lächeln auch…

Irgendwie hab ich einen „Draht“ zu älteren Damen, das hab ich wohl von meiner Mutter geerbt. Die darf man nicht allein auf die Toilette gehen lassen in öffentlichen Plätzen, denn sie kommt immer erst nach längerer Zeit wieder- nein, nicht weil sie sich schminkt, sondern weil sie von älteren Damen angesprochen und ins Gespräch verwickelt wird. Sie hat schon so manche Lebensgeschichte auf dem Örtchen angehört…eine Dame sagte mal zu ihr, sie hätte so ein liebes Gesicht…

Schöne Gedanken – Besinnung im Advent

20. Dezember 2009

Besinnung im Advent

von Annegret Kronenberg

Einfach mal alle Gedanken
beiseite schieben,
die Stille auf sich wirken lassen.
Das warme Licht der brennenden Kerzen
in sich aufnehmen.
Erinnerungen zu lassen –
für einen Moment wieder frei sein –
Kind sein – nur für einen Moment.

Oh welch verführerische Worte…Stille und Ruhe jetzt in der hektischen Weihnachszeit… das wäre es… Euch allen einen schönen 4. Advent.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte … den Strassenzustandsbericht? :-)

5. Dezember 2009

Das ist keine Zeichnung, sondern ein Foto :

ein Foto, das ich aus der Engadiner Post abfotografiert habe, hier der „Beweis“:-)

normalerweise sieht es an der Stelle SO aus:

Ausnahmsweise ist DIESER Laster mal nicht in unser Haus gekracht, wie schon des öfteren … Trotz Schneeketten krachte der LKW seitlich in das Haus. Fahrer und Hausbewohner sind wohlauf, es war nur eine kleine LKW-Rettungsaktion nötig, der Julier war deshalb jedoch über eine Stunde gesperrt. Vielleicht beschleunigt das ja den Beginn der Umfahrung von Silvaplana …