Archive for the ‘Die Eidgenossen’ Category

Kontrollierte Begeisterung?

14. Juni 2010

Da les ich doch gestern mit Erstaunen und ein wenig ungläubig in meiner geliebten Sonntagszeitung folgende Überschrift:

Die Fans dürfen nur kurz jubeln – Eine Stunde nach Anpfiff ist Schluss- mehrer Kantone beschränken den WM-Freudentaumel“

Und tatsächlich steht im Artikel, dass mehrere Kantone die Siegesfeiern während der WM  zeitlich beschränken wollen, Autokorsos und Hupkonzerte werden nur bis 1 Stunde nach Abpfiff erlaubt, wer danach noch aus Freude die Hupe betätigt, wird – zumindestens im Thurgau und im Aargau- mit einer 40-fränkigen Busse „wegen missbräuchlicher Abgabe von Warnsignalen“ bestraft…

Die Berner Polizei ist da toleranter, der Polizeidirektor wird so zitiert: „Wir sind kulant und wollen der Leidenschaft keinen Riegel vorschieben. Falls der Freudentaumel überbordet, greifen wir aber auch ein.“ Und in Zürich gibt es kein Zeitlimit, aber örtliche Begrenzungen,“Hupkonzerte in der unmittelbaren Umgebung von Spitälern und Heimen wolle man nicht tolerieren.“ Na ich hoffe, die Fans sind ortskundig:-)

„Etwas Spezielles liessen sich die Verantwortlichen in Basel einfallen. Sie bewilligen jeweils eine „Hup-Route“ in der Innenstadt, wo die Fans ihrer Freude freien Lauf lassen können. “

In einem kleinen Kästchen unter dem Artikel warnt die Suva noch vor dem Lärm dieser – zugegeben äusserst nervigen- WM-Tröten, Vuvuzela genannt. Die Lautstärkemessung ergab den gleich hohen Wert wie den einer Kettensäge…

Na, die Schweizer scheinen zu wissen, wie man den Fans den Spass verdirbt, oder? Kontrollierte, geführte, beschränkte Begeisterung mit Kettensägen-Gerassel… auf die negativen Dinge fokussiert, von Fussball und Nationalstolz und Gemeinsamkeit und was immer sonst Fans dazu bringt, ein Fan zu sein, keine Spur… schade. Da flüstere ich jetzt mal ein vorsichtiges „Hopp Schwiiz“…

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Saisoneröffnung und die Sonne scheint

5. Juni 2010

Wie bestellt, scheint zur Saisoneröffnung die Sonne, der Himmel ist knallblau und es ist richtig schön warm, herrlich…dass es ein langer, kalter und harter Winter war mit anschliessend kaltem Frühling, sieht man allerdings noch auf diesen Fotos, aber mal ehrlich- sieht das nicht trotzdem wunderschön aus, durch das Weiss kommen die Farben noch klarer zur Geltung, ich kann mich gar nicht satt sehen und solange der Schnee über der Waldgrenze ist, stört er mich auch nicht weiter:-) Das erste Bild sieht fast aus wie eine Fotomontage, ist aber echt!

Basel finde ich grossartig

27. April 2010

Mein Tom Tom führte mich brav durch die Innenstadt und kannte sogar alle Einbahnstrassen… Nur einmal hab ich ne Strasse verpasst, weil sie nicht aussah, wie eine Durchgangsstrasse, da musste ich ein wenig gewagt drehen und kaum war das etwas verbotene Mannöver vollbracht, sah ich ihn auch schon böse schauen, den Polizisten…ups…

Flucht nach vorn, ich lächelte ihn nett an, liess die Scheibe runter: „Können Sie mir vielleicht helfen? Ich muss zum Hotel…  da vorne und bin auf der falschen Seite, wie mach ich das jetzt am Besten?“ Er lächelte zurück und antwortete nett: „Fahren Sie mal ausnahmsweise da einfach rum…“ Also noch ein verbotenes Mannöver, aber diesmal mit Erlaubnis:-) Ich bedankte mich freundlich und winkte ihm noch einmal zu, er winkte sogar zurück. Was für eine entspannte Stadt:-) und eine wunderschöne noch dazu…

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Tierische Fahrt über den Julierpass :-)

26. April 2010

Verabschiedet hat mich ein Eichhhörnchen, dass noch schnell vor mir über die Strasse huschte; über den Julierpass begleitet haben mich 3 Murmeltiere, die vor ihrem Loch Luft schnappten – wahrscheinlich wollten sie schauen, ob endlich der Frühling kommt, weil sie gar nicht mehr müde sind und den Winterschlaf längst beendet haben:-) -, in Bivio haben mir ein paar Pferde, Pony’s und ein kleiner grauer Esel auf deiner Weide am Strassenrand eine gute Reise gewünscht. Der Rhein hat mich – anfangs lustig sprudelnd, dann ruhige fliessend- die ganze Strecke bis Basel begleitet… und in Savognin wurde aus „braun“ endlich „GRÜN“ und der Frühling begrüsste mich in voller Schönheit, mit wunderbarer Luft und überall blühenden Bäumen und Blumen… waoh…

Für mich ist die Fahrt über den Julierpass (2284m) von Silvaplana (1815m) bis nach Tiefencastel (815m) immer eine spannende wunderbare Reise durch die Natur, es macht mir soviel Spass zu beobachten, wie Licht, Farben, Pflanzen-und Tierwelt sich mir je nach Jahres- und Tageszeit immer wieder neu präsentieren.

Kundengeschichten – gestern in der Pizzeria

14. April 2010

Wir wurden bereits vorgewarnt, das Essen sei sehr gut, Preis Leistung absolut ok, der Service jedoch sei ein wenig verbesserungswürdig…:-) Das ist für mich ja eine Herausforderung. Zu 4 so netten Mädels werden die doch wohl auch nett sein…

Bei der telefonischen Reservierung waren sie es auch. Ich war zudem völlig begeistert von der Neugestaltung nach dem Umbau, wirklich superschön und mit Liebe eingerichtet…und dann ging es los. Der Ungeduldseufzer des Kellners bei der Apero-Bestellung war noch zu klein, um uns zu ärgern. Zeit, die Essensbestellung gleich mit aufzunehmen, hatte er jedoch schon nicht…

Als er dann den Prosecco brachte, wollten wir gleich das Essen bestellen. Meiner lieben Freundin P. ist aus Versehen ein wenig Prosecco auf den Tisch gekippt und in die Putzaufregung und das Lachen dabei, mischte sich doch unser lieber Kellner ein mit diesen Worten, die ich wohl nie mehr vergesse werde, leider könnt Ihr den überheblichen Gesichtsausdruck dabei jetzt nicht sehen, aber stellt ihn Euch bitte dazu noch vor und dann nochmal verdoppeln: „SIGNORE… bitte…ich habe noch 50 andere Gäste, die bedient werden wollen, das Restaurant ist voll…. “

Das Lachen blieb uns im Hals stecken, der Unglaube über diesen Spruch liess uns ganz brav und zackig unsere Bestellung aufgeben, doch als er weg war, konnten wir uns gar nicht mehr beruhigen. WAS hatte er gesagt? Das wäre ja so, wenn wir zu einem unentschlossenen Kunden in der Hochsaison sagen würden, jetzt machen Sie mal vorwärts und entscheiden sich, ob sie DIE Hose oder DIE Hose kaufen, ich habe schliesslich noch andere Kunden, die auf mich warten…

ohne Worte…

Ich wurde dann auch noch äusserst arrogant belehrt, dass zu Spargel Mailänder Art (grüner Spargel mit Parmesan überbacken und Spiegelei) keine Kartoffeln passen… DAS kann ich ja ganz gut leiden, wenn ich Kartoffeln will, dann will ich Kartoffeln…

Es machte mir daher  im Gegenzug ganz viel Freude, ihm ganz besonders freundlich (und das KANN ICH sehr gut) mitzuteilen, dass er etwas vergessen hatte: „Denken Sie bitte noch an das Wasser, das wir bereits bei Ihnen bestellt hatten!?“

Unnötig zu erwähnen, dass der Rest des Abends ähnlich weiterging; als Digestif wollten wir einen Schnaps, P. sagt – schon leicht eingeschüchtert von der Art des Kellners-, “ Wir hätten gern noch einen Schnaps.“  Er zuckt mit ganzem Körpereinsatz mit den Schultern mit genervtem Gesicht: „Was denn für einen?“ Sie:“ Ja was haben Sie denn.“ Er noch genervter:“ Was WOLLEN Sie denn, dann sag ich Ihnen, ob wir das haben.“

Und aus reiner Schikane fragte er dann, als er die Bestellung brachte, nochmal bei jedem Getränk, was für wen sei, obwohl er DAS mit Sicherheit noch wusste, nach der Vorgeschichte. Unglaublich. Wir haben den Abend dann dort sofort abgebrochen, OHNE Trinkgeld (was mir normalerweise niemals in den Sinn kommen würde) und haben privat in kuscheliger angenehmer Atmosphäre noch einen schönen Abend verbracht…

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Mein Unwort des Jahres

29. März 2010

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch ein „besseres “ für mich geben wird, so geb ich mein Votum für das Unwort des Jahres 2010 bereits heute ab, ta-ta-ta, Tusch…

Weissgeldstrategie

Wer genau wissen will, was das ist, liest hier, alle anderen lassen sich vielleicht einfach mal das Wort auf der Zunge zergehen: Weiss-Geld-Strategie; ich meine, mit Weissgeld ist ja wahrscheinlich „normal“ versteuertes Geld gemeint und dafür gibt es jetzt ein Wort, das das Gegenteil von Schwarzgeld ist? Also „Schwarzgeld“ gab es VOR „Weissgeld“? Gab es denn „normal“ versteuertes Geld bisher nicht oder wie hat man es bisher genannt? 🙂 (und um richtig verstanden zu werden: der Gedanken dahinter ist sehr gut, es muss auf jeden Fall in dieser Hinsicht dringend etwas passieren!)

Da passt ja irgendwie dieser Kalauer dazu:

Wenn Sie einen Schweizer Bankier aus dem Fenster springen sehen,
springen Sie hinterher.
Es gibt bestimmt was zu verdienen.
 
Passt bestimmt auch auf Liechtenstein:-)
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Lehrer und Lehrer

20. März 2010

Vorgestern bin ich privat mit einer Skilehrerin gefahren. Wir beobachteten einen Skifahrer mit sehr eigenartigem Stil, sie meinte, der würde sicher seinen Skilehrer kopieren, das sah alles sehr künstlich aus. Sie schüttelte ein wenig den Kopf und erzählte mir ihre Einstellung dazu: „Jeder hat seinen eigenen Stil und warum soll sich jemand verbiegen, nur damit der Skilehrer seinen Stil aufdrängen kann? Skifahren soll SPASS machen.“ Das fand ich äusserst erfrischend und gut, denn alle anderen Skilehrer(innen), mit denen ich sonst mal privat gefahren bin, wollten mich auch immer  „verändern“, fahr doch mal lieber so oder tu dies und tu jenes. Und hier nun eine Lehrerin, die auf den individuellen Kunden eingeht, auf seinen Stil, sein Können und nicht einfach irgendwas aufdrängt, das ist auch die Art, wie ich mit Menschen umgehe und das gefiel mir natürlich sehr.
Sie sagte, ich hätte einen sehr guten Stil und würde damit sicher überall gut und sicher runterkommen, sogar off-piste (wovor ich mich immer noch drücke bisher) und Puckelpiste. Das wäre ja super. DAS fand ICH wiederum super:-)

Und deshalb nahm ich sehr gern einen Tipp von ihr an, wie ich auf flacheren Pistenabschnitten beim Carven nur durch eine kleine Verschiebung des Aussenski’s richtig an Tempo gewinnen kann. Sie warnte mich, dass das so richtig schön im Oberschenkel ziehen würde – und das tat es dann auch, es war aber gleichzeitig wie ein Turbo, beim ersten Mal hat mich das Tempo selber überrascht, ich hatte nicht erwartet, dass eine so kleine Sache eine so grosse Wirkung haben könnte:-) Es hat riesig Spass gemacht und sie selber hat Spass an meinem Spass gehabt!

Und so hab ich ganz nebenbei auch noch einen Muskel entdeckt, von dessen Existenz ich bisher nichts wusste, autsch 🙂

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Fang den Nebel :-)

20. Februar 2010

Das war ein witziger Skitag, der hatte wirklich das Motto „Fang den Nebel“… Jede Abfahrt hatte andere Lichtverhältnisse und Himmelfarbe, mal war ich im dichten Nebel, mal darunter, mal darüber, faszinierend… Die Fotos sind übrigens auf 3303 m entstanden…

Morgenstimmung

6. Februar 2010

So begann letztens mein Tag (vor ein paar Tagen) auf dem Weg zur Arbeit, ich MUSSTE das fotografieren, auch wenn es live noch unvergleichlich schöner war…

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles strahlendes Wochenende!

Ich war Skating…

30. Januar 2010

… ja ich war endlich einmal Skating… Das hatte ich schon lange vor, irgendwas war immer dazwischengekommen. Doch an diesem Tag war das Wetter war so la-la, es war nicht kalt und ich wollte unbedingt an die frische Luft und was tun.

Das letzte Mal war schon ein paar Jahre her, Mann sind diese Ski dünn, wie Spaghetti und keine Kante, ganz schön wackelige Angelegenheit, es ging auch als erstes ein Stück Berg runter… Wenn man Carving-Ski mit frisch geschliffenen Kanten gewohnt ist und einen Schuh, in dem satt drin steht, ist das eine verdammte echte Umstellung.

Das mit dem Gleichgewicht klappte auch erst nicht so gut und vor lauter Anstrengung ging mir schnell die Puste aus. Zum Glück war es ziemlich leer und ich störte niemanden mit meinen etwas unkoordinierten Bewegungen:-) Nachdem ich mich ein wenig an die Ski gewöhnt hatte, fand ich nach und nach meinen Rythmus und in die schwungvollen Bewegungen, die zum Skaten gehören…Im Grunde ist eine Mischung aus Schlittschuhschritt und Laufen…Dazu in einem bestimmten Rythmus die Arme schwungvoll durchziehen, mit der richtigen Technik ist das auch gar nicht so anstregend.

Es begann, mir richtig Spass zu machen; ich machte nicht nur was für die Beine, sondern auch für die Arme und Brustmuskeln. Die Strecke über den zugefrorenen Silvaplanasee nach Sils ist wunderbar, sehr eben und sehr gut gespurt; das eine oder anderen Mal kam ich zwar noch ins Straucheln und wenn der Gegenwind mal wieder ganz starke Böen vorbeischickte, musste ich auch kurz verschnaufen, aber ich war doch erstaunt, wie fit ich war und dass ich am Ende über eine Stunde gelaufen bin. Auch wenn und gerade WEIL ich jetzt alle meine Muskeln spüre, vor allem die, von denen ich gar nicht wusst, dass ich sie habe:-) ist das jetzt ein grossartiges Gefühl und der Kopf ist jetzt total frei.

Das werd ich jetzt auf jeden Fall öfter machen, es ersetzt das von mir geliebte Joggen im Sommer auf wunderbare Weise, vielleicht werd ich sogar mal die Nachtloipe in St. Moritz ausprobieren, wenn es nicht zu kalt ist…

Ein freier Tag – so ein schöner Tag la-la-la

17. Januar 2010

Wie vertragen sich Andrea Boccelli, Bob Marley und Robbie Williams?  Ist doch klar, auf meinem Ipod beim Skifahren! Ich liebe diese Funktion „zufällige Titel“, das hab ich bestimmt schon mal erwähnt:-) Es war so ein traumhafter Tag, mit meinen neuen Skischuhen bin ich viel direkter auf dem Ski unterwegs und fahre -gefühlt- einfach viiiieeel besser, hab 3 Stunden  so richtig Gas gegeben(und hab jetzt dementsprechend fetten Muskelkater in den Oberschenkeln;-) ). Ich war allein unterwegs und es hat mir überhaupt nichts ausgemacht, im Gegenteil, ich hab alle Versuche, mit mir zu sprechen, mit einem netten Lächeln und einer kurzen Antwort im Sande verlaufen lassen… ; denn ich war mir selber ganz genug und ich hatte so schöne Gedanken und Ideen und einfach Freude und Spass.

DAS war nach der letzten hektischen und arbeitsreichen Zeit nicht nur überaus verdient, sondern das Gefühl PURER FREIHEIT!

P.s. Die schwungvollste Abfahrt hab ich übrigens zu einem Wiener Walzer gemacht, mit einem Riesengrinsen im Gesicht…:-)

Kundengeschichten im Skiservice – Wuschewusche

1. Januar 2010

„Wuschewoschwaschamoscha, spasiva“… so klingt das Russisch für mich, das unser Kollege Viktor mit seiner Kundin redet, ich mache es nach, wir lachen und er sagt: “ und für mich hört sich italienisch an, als wenn die die ganze Zeit Essensgerichte aufzählen würden…“ 🙂

„Wenn ich einen Unfall habe, kriege ich dann das Geld für die Skimiete zurück?“ Na, was für ein Landsmann sagte das letztens? Richtig, ein Deutscher (sorry, aber das kann nur ein Deutscher sagen), der geht mal richtig positiv in seinen Urlaub rein, gell?

Aber auch ein Deutscher (ungefähr Anfang 70 Jahre alt) führte mit mir DIESES humorvolle Gespräch, nachdem wir schon vor ein paar Tagen zusammen rumgeblödelt hatten: “ Vielleicht kaufe ich mir noch ne neue Skihose, wenn meine Frau einverstanden ist.“ Sein Augenzwinkern sagte alles… „Wissen Sie, die hält das Geld zusammen. Ich hab ja nur des Geldes wegen geheiratet.“ Ich antworte mit demselben Augenzwinkern:“ Haben wir das nicht alle?“ Er erwidert schlagfertig:“ Ne, die Mädels in Deutschland heiraten wieder aus Liebe, wegen der Krise!“ 🙂

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte … den Strassenzustandsbericht? :-)

5. Dezember 2009

Das ist keine Zeichnung, sondern ein Foto :

ein Foto, das ich aus der Engadiner Post abfotografiert habe, hier der „Beweis“:-)

normalerweise sieht es an der Stelle SO aus:

Ausnahmsweise ist DIESER Laster mal nicht in unser Haus gekracht, wie schon des öfteren … Trotz Schneeketten krachte der LKW seitlich in das Haus. Fahrer und Hausbewohner sind wohlauf, es war nur eine kleine LKW-Rettungsaktion nötig, der Julier war deshalb jedoch über eine Stunde gesperrt. Vielleicht beschleunigt das ja den Beginn der Umfahrung von Silvaplana …

Winter kann so schön sein… Winterwonderland

3. Dezember 2009

So begann der Tag, mit Blick auf den Silvaplanasee…

na, wiedererkannt? Auch der Silvaplanasee, nur ca 800 Metern höher und ein bisschen weiter weg …

die Wolken waren ganz besonders, wie Watte…

ja, ich geb’s zu, ich steh auf Berge mit Seen, das ist der St. Moritzer See…und wenn sie noch nicht zugefroren sind, die Seen, aber doch schon Schnee liegt, finde ich sie besonders faszinierend…

Schneespiele aus echtem und künstlichem Schnee… dieses strahlende Weiss tut einfach guuuuttt…

Blick auf der letzen Abfahrt, unberührte Hänge und wunderbares Licht…

Danke Frau Holle…

1. Dezember 2009

… JAAAA…passend am 1. Adventnachmittag hat es endlich begonnen zu schneien und erst jetzt heute nacht hat es wieder aufgehört … In 24 Stunden gab es über einen Meter Neuschnee im Skigebiet…Ein wahres Wintermärchen und zum richtigen Zeitpunkt, mir ist es ganz recht gewesen, dass ich im November noch nicht die dicken Winterstiefel rausholen musste und wir in Ruhe die Saison vorbereiten konnten.

Gestern hab ich nur strahlende Gesichter gesehen: Der Gemeindearbeiter musste mindestens 3mal dieselbe Treppe freischaufeln; im Dorf war leichtes Verkehrschaos, alles dauerte viel länger als sonst; wer zu Fuss unterwegs war, war total nass geschneit und man hätte Gummistiefel brauchen können; alle Pässe waren gesperrt und niemand kommt rein oder raus; alle Bahnen waren geschlossen und die Skifahrer gingen shoppen und schwimmen; etliche Menschen haben den ganzen Tag Schnee geschüppt;  und es gab dabei nur strahlende Gesichter, das war soooo schön. Menschen riefen sich auf der Strasse zu, ist es nicht schön, wie es schneit? JA, ES IST WUNDERSCHÖN!

Der Saisonstart ist gerettet. Staub, Lärchennadeln und Novembergrau sind zugedeckt mit strahlendem Weiss. Die ganze Vorsaisons-Nervosität ist zugeschneit und beruhigt; Ach ja, nervös sind vielleicht nur noch die Anhänger von C.S.I. Miami oder so, denn es funktionieren nur die beiden Schweizer Fernsehsender, alles andern 498 Sender über Schüssel und Kabel und digital liegen brach…:-) und die Einzigen, die jetzt schon richtig positiv aufgeregt mit den Hufen scharren, sind die Freerider, die auf grünes Licht warten, um endlich die unberührten Hänge runterzufetzen…

und ich  bin gestern Abend mitten auf der tief verschneiten Dorfstrasse nachhause gestapft, denn sie war ja für Autos gesperrt…:-)

und ist es nicht wunderschön vor-weihnachtlich?

Wie geht es weiter in der Schweiz?

28. November 2009

die Fortsetzung

„Zum Einfluss der Frauen: Frauen werden zunehmend in Männerberufen arbeiten (und Männer in Frauenberufen) ,der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben nach der Baby-Pause – sofern es eine solche noch braucht- [warum sollte es keine Babypause mehr geben zu brauchen?] wird auf gleichem Level möglich sein. In Unternehmen hat ein Kulturwandel stattgefunden: „fair play“ und „equal play“ haben sich durchgesetzt [wie schön!]

Dass Mütter ihre Kleinkinder direkt zu ihrem Arbeitsplatz mitnehmen, ist selbstverständlich [weil man auf Schreibtischen so toll spielen kann als Kleinkind oder warum?] Alle Gremien sind geschlechterdurchmischt [was für eine Wortkreation!], bei Bewerbungen zählen soziale und emotionale Kompetenz mindestens so viel wie Fachwissen und -diplome. [oh, das klingt SEHR gut, da möchte ich nochmal beruflich neu anfangen…]

Die Kirchen sind entmännlicht, es herrscht ein kontinentaler Kulturaustausch bei steigendem Bewusstsein um die eigene kulturelle Herkunft. Neue Formen des Zusammenlebens verbreiten sich: Die Patchwork-Familien nehmen zu, das generationsübergreifende Wohnen unter einem Dach gewinnt an Bedeutung. [da bin ich ja mal gespannt…]

Die Individualisierung bietet Vor- und Nachteile. Sie erlaubt ein selbstbestimmtes Leben, führt aber auch zu Vereinsamung. Das Zusammenleben in der Welt von morgen ist von gegenseitigem Respekt geprägt [waoh!] , begangene Fehler werden nicht vertuscht, sondern eingestanden [nochmal waoh!] , was dem Lernen und dem Zusammenhalt förderlich ist.

Zur Vernetzung: Die Schweiz von morgen ist noch vernetzter als heute. Zu „mail“ und „facebook“ gesellen sich weitere neue Kommunikationsmittel, das Telefonieren wird gratis [juchu]. Unterricht findet zunehmend am Computer und über Internet statt [wie schon gesagt, schrecklich diese Vorstellung!] Zudem werden IT-Kenntnisse schon im zarten Kindesalter vermittelt und Büroarbeit zuhause erledigt, was zu einer Verkehrsentlastung führt. [grübel, wenn sich die Menschen nicht mehr live treffen, wird es mit Sicherheit grosse „Verkehrsentlastung“ geben…schade drum 🙂 ].

Die am Pontresiner Symposium geborenen Ideen fliessen in einen gesamtschweizerischen Visionen-Pool ein. Aus den landesweit erfolgten Inputs sollen bis 2011/2012 konkret einsetzbare Projekte herausdestilliert werden.“

aus der Engadiner Post vom 21.11.09

Die gedachte Zukunft der Schweiz…

25. November 2009

„Wie die Welt in gut 10 Jahren aussieht, weiss kein Mensch. Wie sie aussehen sollte, hängt nicht zuletzt von den Visionen und Projekten ihrer Bewohner ab – und vermehrt ihrer Bewohnerinnen. Trendforschern zufolge wird die Gesellschaft von morgen „weiblicher“ sein, da sie zusehends von Frauen mitgestaltet wird.“ [klingt gut für mich, *grins*]

Im Rondo in Pontresina fand zu diesem Thema ein Symposium statt, rund 2 Drittel der Teilnehmerinnen war unter 25 Jahre alt. Hier ein paar der Diskussionsergebnisse, zusammengestellt aus Wünschen, Träumen, Ideen und Visionen:

„Zum Thema Bildung: 2020 werden neue Fächer Teil des Lehrplans an Schulen sein, Fächer wie „Mensch und Umwelt“,  oder „Mutiges und verantwortungsvolles Handeln“. [ find ich sehr positiv und noch ausbaufähig, z.b. Unterrichtsfach „glücklich und positiv Denken und Handeln“ usw.]

Generationsübergreifender Unterricht wird häufiger [find ich gut], Schulhäuser werden abgeschafft, da das e-learning. der Unterricht übers Netz, Überhand nimmt [find ich ganz schlecht, nichts ersetzt Unterricht in einer Gruppe/Klasse, persönlicher Kontakt ist für mich unerlässlich und unersetzbar! 

Zur Gesundheit: Das Bewusstsein um körperliche und mentale Gesundheit wird zunehmen, eine ausgeglichene Ernährung der Bevölkerung (danke Staatssubventionen für gesunde Lebensmittel) möglich für alle. [sehr positiver Gedanke, wie wird das jedoch finanziert?] Krankenkassen mutieren zu „Gesundheitskassen“. Ein gesunder Lebenswandel wird belohnt, ein ungesunder bestraft, nach Grundsätzen des Verursacherprinzips [grundsätzlich ein guter Gedanke, doch wer entscheidet, wer wegen ungesunden Lebensstils krank wird und wer vielleicht eine Erbkrankheit hat? sehr sensibel zu behandeln, das ist meine Meinung dazu].

Zur silbernen Revolution: eine ständig alternde Bevölkerung, die lange bei guter Gesundheit ist, wird auch länger arbeiten. Änderungen in der Arbeitszeiteinteilung sind abzusehen, das Wort „Pensionierung“ bekommt eine andere Bedeutung [äh, nämlich WELCHE?] Auch die jungen Alten sind sehr mobil. Umweltfreundliche risikoarme Fahrzeuge kommen auf den Markt. [auf einmal? und schon in 10 Jahren? Das wage ich zu bezweifeln, so schön es auch wäre…] Ethik und Werte gewinnen an Bedeutung und bestimmen das Handeln. [DAS wäre sehr schön]

Fortsetzung folgt… bis hierher viele gute Ideen, ob die jedoch in 10 Jahre bereits umgesetzt werden sein können…?

 

Kundengeschichten im Surfcenter- Wind und Strom

20. September 2009

Letztens hatten wir in ganz Silvaplana Stromausfall. Der Herr auf dem Camping fragte dann unsere Surfschulchefin: „Habt Ihr auch keinen Strom?“ „Nein.“ „Wann kommt der denn wieder?“ ???!!! Sie sagte mir dann nachher: “ Jetzt fragt endlich mal keiner, wann der Wind kommt, dafür werd ich gefragt, wann der STROM kommt… “ 🙂

Apropos „wir können hellsehen“, die Frage eines anderen Tages: “ Weisst Du wie morgen das Wetter wird… in DAVOS?“ 🙂 *kopfschüttel*

stromausfall1

…und wenn nicht heute beim Abschiedsessen noch irgendwelche Geschichten erzählt werden, die ich noch nicht kenne und die dann einen Blogbeitrag wert sind, dann war es das jetzt  erstmal mit den Kundengeschichten aus dem Surfcenter, denn heute ist unser letzter Tag. Ich hoffe auf lustige Kundengeschichten im Skiservice ab November… Wer nicht mehr so lange warten möchte, kann hier ein bisschen in alten Geschichten stöbern…

Meine 1. Gemeindeversammlung

18. September 2009

Seit dem 28.08.2009 ist meine Einbürgerung nun auch rechtskräftig und ich wurde zu meiner 1. Gemeindeversammlung eingeladen. Wie aufregend. Im Vorfeld hab ich natürlich brav alle Gesetzesvorlagen gelesen und zum Teil sogar auch verstanden:-) Die wichtigsten Themen waren die Hotelförderung (ein auch mir am Herzen liegendes Thema)  und die Verbesserung der Wohnverhältnisse für Einheimische.

Lustig war, dass sich niemand „gewundert“ hat, dass ich dabei war, seit Jahren wurde ich nämlich immer gefragt, warum ich nicht käme… Jetzt war ich da und niemand wunderte sich, zum Glück, denn ich wollte kein grosses Aufsehen erregen:-) (Übrigens HINTERHER wurde ich gleich mehrmal drauf angesprochen, grins).

67 Anwesende der 982 Einwohner, ich fand das ein bisschen mager, aber scheinbar ist es eher „normal“. Ich kannte auf jeden Fall 62 davon mit Namen:-) Die Anträge kamen übrigens alle durch, auch ich hab an der „richtigen Stelle“ die Hand gehoben, nur ein einziges Mal bekam ich einen auffordernden Schubser, als ich nämlich noch überlegte, was das genau bedeutet, was da gerade abgestimmt wurde:-)

Besonders gefreut hat mich, dass ich endlich mal live die Einwände und ewigen Diskussionen einer Einwohnerin hören durfte, von denen ich bisher immer erzählt bekommen hatte. Sie war aber wohl recht harmlos gestern und so blieb die Spannung im Laufe langweiliger Einwände ein wenig auf der Strecke.

Beeindruckt hat mich unsere Gemeindepräsidentin, die mit Kompetenz, Ruhe, Klarheit und einem immensen Fachwissen die Projekte vorgestellt und alle Einwände und Fragen beantwortet hat. Ihr glaube ich, dass ihr wirklich die Belange des Dorfes und der Einwohner am Herzen liegen. Grosses Kompliment!

Ob ich nun zu jeder Gemeindeversammlung gehen werde, hab ich noch nicht entschieden, es wird wohl ein bisschen auf die jeweiligen Themen und Gesetzesvorschläge ankommen. Doch es war ein gutes Gefühl, mitbestimmen zu können- auch wenn es nur EINE Stimme ist. Ich habe die Wahl und ich wähle…

wahl🙂

Kundengeschichten im Surfcenter – Geografie-und Biologiestunde:-)

14. September 2009

Wir sind es gewöhnt, dass Italiener bei uns ganz selbstverständlich mit Euro zahlen; sie fragen meist nicht einmal vorher, ob wir Euro nehmen. JETZT weiss ich endlich, WARUM.

Zitat eines italienischen Familienvaters, der sich sogar ENTSCHULDIGT, dass er nur Euro hat: „Abbiamo dimenticato, che St. Moritz è in Svizzera.“ (Wir haben VERGESSEN, dass St. Moritz in der Schweiz ist!)… Ich hab dann nicht nachgefragt, ob er wirklich dachte, es gehöre zu Italien… 🙂

globus

Und gestern fragte ein deutscher Herr: „Wo gehts denn hier zum Pfeiffschwein-Gehege?“ ??? Es brauchte einen Moment, bis wir verstanden hatten, dass er Murmeltiere meinte und ja, neben der Tankstelle im Berg wohnten früher ganz viele Murmeltiere, sie sind aber leider mittlerweile ausgestorben… Pfeiffschwein, wir haben den ganzen Tag noch drüber geschmunzelt…:-)

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Septembersonntagmorgen

7. September 2009

Die Welt schläft noch, der Nebel wabert über dem See, Nordströmung, die Sonne ist schon vor mir da gewesen. Sie hilft mir, die Tische zu putzen, denn mit ihren noch immer kräftigen Strahlen wärmt sie die über Nacht gefrorenen Wasserlachen- es war die kälteste Nacht seit Mai (und da lag noch Schnee) :-).

Die Farben und die Konturen vom Corvatsch sind gestochen scharf, wie über  Nacht hat jemand ein wenig gelb und braun in das satte Grün des Sommers gemischt.

Ein Spatz beginnt, mich lauthals anzuschimpfen, „tschilp, tschilp, tschilp“… Ja ich weiss, es ist noch viel zu früh für einen Sonntagmorgen… „tschilp, tschilp, tschilp“ (soll das heissen: „Du hast mich zu früh aus dem Nest geworfen“? 🙂 ) Ich spreche ein wenig mit ihm, er sitzt brav still für’s Foto, findet ein paar Krümel köstlichen Nussgipfel und fliegt versöhnt davon.

Ich geniesse noch einen Moment die frische Luft, den wunderbaren Ausblick, die Farben, die Helligkeit und DIE RUHE…und beginne dann mit dem Rest des morgendlichen Mise-en-place…

Sommer 2009 028

Sommer 2009 030

Sommer 2009 033

Event- Event :-)

22. August 2009

Heute ist im Surfcenter der Stand-Up-Paddle-Day:

standuppaddle see you there…

Klippenspringen im Engadin…

15. August 2009

Was macht man, wenn es nicht genug Wind hat? Na klar, Klippenspringen:-)

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Puh, ganz schön hoch…

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nur Fliegen ist schöner…

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Nein, das ist keine Schwimmwester, das gelbe 🙂

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Freestyle 🙂

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glücklich gelandet…

Für das Auge und für die Seele

22. Juli 2009

Wer hier schon länger liest, weiss dass ich es nicht lassen kann, immer wieder mal schöne Fotos vom Engadin hier zu veröffentlichen, normalerweise meine eigenen Fotos. Ich gebe es offen zu, DIESE hier hab ich bei einem Kollegen geklaut, aber nur weil ich keine Zeit hatte, sie selber zu machen, das war an dem Tag, an dem der Schnee kurz vorbei kam,  ist das nicht einfach wunderschön?

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seht Ihr das Segelboot?

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das ist wirklich echt, sieht fast aus wie eine Fotomontage, gell?

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Blick auf Silvaplana und den Silvaplanasee

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Die Farben sind wirklich so hier, das muss wohl der Kontrast zum Schnee sein:-) Mittlerweile ist übrigens wieder schönster Sommer eingekehrt!

Kundengeschichten im Surfcenter – Windvariation und anderes

15. Juli 2009

Nachdem wir im Juni kaum guten Surfwind hatten, bläst seit Samstag wunderbarer Malojawind, der die Surferherzen höher schlägen lässt. Und er kommt sogar schon relativ früh am Morgen, so gegen halb 10 beginnt er, was ein wenig ungewöhnlich ist, startet er normalerweise wirklich erst gegen 11 oder später… (falls man in dem Zusammenhang  „normalerweise“ sagen kann:-)

„Was heisst denn das, wenn es JETZT SCHON Wind hat? Hört es dann in einer halben Stunde wieder auf?“ Mannomann, was für ein Optimist, können die Menschen denn niemals zufrieden sein? Ich gab die einzige Antwort, die mir dazu einfiel: „Das heisst, dass Du JETZT SCHON aufs Wasser kannst.“ 🙂

„Was gibt es heute als Menü?“ „Käsewähe!“ „Kann ich die auch ohne Käse haben?“  naja, es wird wohl etwas schwierig, den Käse aus dem Käsekuchen rauszupicken…:-) Da mag ich doch lieber den, der einen Cheesburger ohne Käse bestellte, das ist einfacher, das ist nämlich ein Hamburger:-)

käsewähe

Schwingfest – ein paar Insider-Informationen:-)

13. Juli 2009

Vom Schwingen haben wir leider nichts mehr mitbekommen, denn als wir nach der Arbeit auf dem Platz ankamen, zeugte der nach Caesar’s Lorbeerkranz aussehenden Kopfschmuck auf einigen Häuptern von der bereits stattgefundenden Siegerehrung.

Wir waren 4 Mädels und nachdem wir uns den Kopf zerbrochen hatten, warum manche Schwinger in weissen Hosen und Shirts rumliefen und manche in Tracht, und warum soviele mit dem Kranz auf dem Kopf rumliefen, schickten wir die Mutigste von uns zu einem Schwinger, den wir vorher gemeinsam ausgesucht hatten (Kriterum folgt noch), sie hakte ihn ein und sagte, er müsse jetzt mitkommen.

Da sie einen der Schüchternsten erwischt hatte, zuckte der zusammen, wohin und warum? Zu 4 Frauen an den Tisch, wir haben da ein paar Schwingfragen:-) Ganz geheuer war es ihm nicht, aber er setze sich zu uns und wir erfuhren nun, dass die weissen im Turnverein Schwingen lernten und die Trachtigen aus einer Tradition von Grossvater, Vater usw und die heissen die Sennen oder Senner.

Und das mit dem Kopfschmuck klärte er auch auf, die ersten 20 bekommen einen, 150 hatten teilgenommen.

schwingerkranz

Es war sehr lustig, vor allem, als er dann irgendwann fragte: Warum eigentlich ICH? Und wir sagten, nun ja, wir haben uns den ausgesucht mit dem schönsten Knackarsch hinterteil:-) Und er fragte pikiert? Ihr guckt Männern nur auf den Arsch Hintern? Um dann hinzuzufügen: Gut dass ich das jetzt weiss, da werd ich in Zukunft nur noch meinen Hintern trainieren:-)

Um 12 hatten 2 von ihnen Geburtstag und wir sollten vorne auf der Bühne mitsingen und wir wurden auch nur ganz wenig zu unserem Glück gezwungen, denn EINER packte sich meine beiden Kolleginen GLEICHTZEITIG je unter einen Arm und trug sie ein paar Schritte Richtung Bühne, das Gekreische war gross:-) Und des Geburtstagsständchen mit Hilfe der Band eher auch ein Gekreische…

Schwinger sind echt nette, höfliche und anständige Leute, sie können ordentlich einen trinken und es bleibt immer super friedlich. Einer erzählte von einem Eidgenössischen Schwingerfest mit 50 000 Zuschauern,  die von nur sehr wenigen Personen der Securitas betreut wurden. Alles ist friedlich, denn scheinbar gibt es das ungeschriebene Gesetz, wenn einer Streit anfängt, dann kümmern sich die Schwinger drum – und DAS ist Abschreckung genug:-) Wir haben an diesem Abend weit mehr übers Schwingen gelernt als diejenigen, die den ganzen Tag zugeschaut hatten…:-) Und bestimmt auch sehr viel mehr Spass gehabt, ich hab schon lange nicht mehr soviel getanzt…Ich bin jetzt ein echter Schwingerfestfan:-)

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Bündner-Glarner Schwingfest

10. Juli 2009

Am Samstag findet in Silvaplana das Bündner-Glarner Schwingfest  statt. Was das ist? Bei Wikipedia fand ich das hier:

Schwingen ist eine in der Schweiz beliebte Variante des Ringens, welche auf Sägemehl ausgeübt wird. Das Schwingen gilt, noch vor dem Hornussen und dem Steinstossen, als (vor allem in der Deutschschweiz verbreiteter) Schweizer Nationalsport.

Wettkampfverlauf:

Der Kampf wird auf einer kreisförmigen, 7-14 m durchmessenden, mit Sägemehl gepolsterten Fläche ausgetragen. Die zwei Gegner tragen über ihren Kleidern eine kurze, aus Jute gearbeitete Hose. Die beiden Kontrahenten greifen sich nun an dieser Hose und versuchen den Gegner durch das Anbringen von „Schwüngen“ auf den Rücken zu zwingen. Das Schwingen kennt verschiedene Hauptschwünge, die Namen wie „Kurz„, „Übersprung„, „Brienzer„, „Hüfter„, „Buur“ oder „Wyberhaagge“ tragen. Der Sieg ist gültig, falls der überlegene Schwinger den Unterlegenen mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält und der Unterlegene den Boden mit beiden Schulterblättern berührt. Nach dem Ende des Kampfes wischt traditionsgemäss der Sieger dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken. Geht eine Runde unentschieden aus, so ist der Kampf „gestellt„.

Der Kampf wird von drei Kampfrichtern beurteilt, von denen jeweils einer zusammen mit den Schwingern im Sägemehlring steht. Die Kampfrichter bewerten den Gang und erteilen für einen „Plattwurf“ das Maximum von 10 Punkten. Bei einem gestellten Gang erhält der aktivere Schwinger die höhere Punktezahl.

Der Wetterbericht sagt, dass sich das Wetter von der besten Seite zeigen wird. Ich werd wohl leider nicht zum Zuschauen kommen, aber am Abend sicher mal im Festzelt vorbeischauen, mal so ein paar „richtige Kerle anschauen 🙂  Die Fachbegriffe „Anschwingen“ und „Hosenlupf“ gefallen mir…:-)

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Kundengeschichten im Surfcenter – Gesprächsvarianten über das Thema Wind

30. Juni 2009

„Was macht denn der Wind heute“ Ich antworte spontan: „was er will…“ „Ja, das macht er ja immer“ (warum fragst Du dann? Lächle aber nett als Antwort. ) „Ja und wie ist der Wind am Comer See heute?“ ÄH, ich könnte dasselbe machen wie Deine Freundin gerade und im Internet nachschauen, denn auch wenn es nicht weit dorthin ist von uns, SEHE ich doch von hier aus nicht, ob es dort nun Wind hat oder nicht…:-)

„Und wie sieht das heute mit dem Wind aus?“ “ Es ist Nordwind im Moment.“ „Und wie lange dauert dieser Moment noch?“ ÄH…. „Ich weiss nicht, es drückt von Norden stark rein.“  „und wann dreht der Wind?“ ÄH… „Das ist bei der Wetterlage schwierig zu sagen, wahrscheinlich bleibt es bis Mittwoch so.“ „Und normalerweise?“ ÄH… „Normalerweise?“ „Ja, wann kommt normalerweise immer der (Maloja)-Wind?“ “ Zwischen 11 und 1…“ 🙂

„Guten Tag, wissen Sie, wir machen seit Jahren bei Ihnen Ferien und dieses Jahr kommen die Enkelkinder mit und…(erzählt noch weiter und weiter, bis er endlich zum Kern kommt) und deshalb rufe ich heute (Juni) an, um zu fragen: Wann kommt denn der Wind im August?“ ÄH…..

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Ich bin eine Schweizerin :-)

28. Juni 2009

Vielleicht erinnert Ihr Euch, dass ich hier die erleichterte Einbürgerung beantragt hatte. Letzte Woche rief dann eine Dame vom Einbürgerungsamt an, sie wolle mir meinen Bescheid zuschicken und müsste jetzt wissen, wo ich denn nun genau wohnen würde. Ich sagte, in der Julierstrasse (schon immer) und sie sagte, hier steht aber Via da Güglia. Worauf ich ganz vorsichtig- vielleicht war es ein Test- antwortete, ja das ist der Name auf Romanisch- der 4. Landessprache der Schweiz und sind SIE Schweizerin oder ich? 🙂 ok, den Teil nach „Romanisch“ hab ich natürlich nicht laut gesagt…

Tja und Freitag kam dann der Brief, genau 1 Jahr nach der Antragstellung und nicht erst 1 3/4 Jahre später- per Nachnahme selbstverständlich- ich war schwer enttäuscht, ich weiss zwar nicht, WAS genau ich erwartet hatte, aber sicher nicht so einen Amtsvordruck, der mit folgenden Worten beginnt: In Anwendung von Artikel 27 des Bürgerrechtsgesetzes wird erleichtert eingebürgert… blabla bla….

Was sind meine Vorteile jetzt? Ich kann wählen und gewählt werden- Toni hat mich eh im Verdacht, dass ich das nur gemacht habe, weil ich in die Politik gehen möchte. Ich hab diesen Wunsch nie vorher geäussert, aber da hat er vielleicht einen Samen gepflanzt:-)

Nächste Woche werde ich mich dann mit einem typisch Schweizerischen Essen bei meinen Bürgen bedanken.

Und nun hab ich natürlich auch neue Kleidung 🙂

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und für die, die sich jetzt vielleicht Sorgen machen: ich darf meinen deutschen Pass behalten und das werd ich auch auf jeden Fall. Und ich seh mich eh schon seit längerer Zeit als Europäerin, aber psst, nicht der Einbürgerungsbehörde verraten:-)

Hochzeit des Jahres?

12. Juni 2009

Heute ist es nun soweit, Boris heiratet seine Lilly und wo? Ja direkt hier vor der Haustür. In den Medien ein Wahnsinnsrummel, ich hab mir letzten Sonntag sogar  1 Stunde lang das ganze Trara der Vorbereitungen bei Exclusiv auf RTL angetan, weil es halt hier stattfindet. Sehr aufgeblasen, sehr künstlich und wenig Inhalt. Nächsten Sonntag kann man sich dann an gleicher Stelle zu gleicher Sendezeit 1 Stunden lang  die Hochzeit ansehen –  und mit Sicherheit mehr sehen, als man hier live mitbekommen wird, denn hier wird alles abgesperrt.

Die Privatjets werden wahrscheinlich im Minutentakt einfliegen und gestern Abend war schon eine Gruppe Paparazzis im Dorf unterwegs, schwer behängt mit Kameras und Objektiven, alle komplett in schwarz gekleidet, die haben wahrscheinlich ihre Taktik besprochen. Im Segantini-Museum, das extra als Standesamt umfunktioniert wird, brannte spät abends noch Licht. Und bei Radio Engiadina wurde heute morgen schon der Pfarrer interviewt.

In der Engadiner Post war gestern ein grosser Artikel über die gerühmte Diskretion von St. Moritz  ist der Hauptartikel in der heutigen Ausgabe. Friseure und Taxifahrer werden als „aus Erfahrung gute Informationsquellen “ bezeichnet, aber auch die haben… nix zu erzählen, na sowas. Ich frage  mich allerdings, warum genau hier Diskretion gefragt ist, wenn doch die Hauptdarsteller äh, sorry, das Brautpaar RTL für angeblich eineinhalb Milliönchen (wird erzählt)  alles ganz genau filmen und veröffentlichen lässt. Ach so, vielleicht ist genau das der Grund, vielleicht verlangt der Sender ja Diskretion, damit die Leute ihre Sendung überhaupt noch schauen. Trotz allem kann ich nicht nachvollziehen, warum eine Hochzeit so „ausgeschlachtet“ werden muss, so an die Öffentlichkeit gezogen. Ich empfinde das schon fast wie eine Show oder eine Reality Soap.

Für St. Moritz soll das eine tolle Werbung sein, Zitat einer Touristikerin: „Uns kann fast nichts Besseres geschehen als Bilder eines verliebten Brautpaares inmitten der Engadiner Natur, die um die ganze Welt gehen.“ Ist DAS wirklich tolle Werbung? Das frage ich mich (und ich kenne noch einige andere Menschen, die das tun) wirklich.

Auf jeden Fall wird St. Moritz wieder mal (nur) als Ort der Reichen und Berühmten in aller Munde sein und klar, soviel Promi’s auf einen Haufen- wenn sie denn wirklich alle kommen- das ist schon was Besonderes. Trotz allem wirkt das ganze total aufgebläht und künstlich für mich. In der Engadiner Post findet übrigens noch bis 9.00  eine Abstimmung statt, ob sich die Einheimischen für die Hochzeit interessieren oder nicht. Der Umfrage nach interessieren sich hier aktuell 25.92 Prozent dafür und 70.37 Prozent interessiert das mal gar nicht, was auch nochmal unterstrichen wird davon, dass ingesamt nur 54 Leute abgestimmt haben…

Da wünsche ich den beiden, dass die Ehe so glücklich wird, wie die Hochzeit öffentlich ist…

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