Die Geschichte vom Salzmännchen

Das Salzmännchen
geht in die Welt.
Es will sie kennenlernen.
Es kommt schliesslich bis ans Meer.
„Wer bist du?“ – „Ich bin das Meer.“ –
„Was ist das?“ – „Ich bin ich.“ –
„Das verstehe ich nicht.“ –
„Dann strecke deinen Fuss
ein bisschen ins Wasser.“
Das Salzmännchen tut’s.
Schnell zieht es ihn wieder zurück.
„Du hast mir etwas weggefressen!“ –
„Du hast etwas von dir hergeben müssen, um mich kennenzulernen.
Willst du mich noch mehr kennenlernen?“ – 
Und das Salzmännchen tauchte immer mehr ins Wasser ein.
Es löste sich dabei immer mehr auf
und hatte doch das Gefühl, immer mehr das Meer kennenzulernen.

Jugendliche im Ev. Gemeindeblatt Silvaplana zum Thema „Sich hingeben- oder: Von ganzem Herzen“

Bildquelle

22 Antworten to “Die Geschichte vom Salzmännchen”

  1. Dori Says:

    Liebste Andrea

    danke🙂

    Allerliebste Herzensgrüße

    Dori

  2. Jürgen Says:

    „Neulich habe ich eine hübsche kleine Geschichte gehört“, sagt Morrie. Er schließt für einen Moment die Augen und ich warte.
    „Okay, in der Geschichte geht es um eine kleine Welle, die auf der Oberfläche des Ozeans entlanghüpft und unglaublich viel Spass hat. Sie genießt den Wind und die frische Luft, bis sie bemerkt, dass vor ihr noch andere Wellen sind, die alle an der Küste zerschellen.“
    „Mein Gott, das ist ja schrecklich“, sagt die Welle. “Wenn ich mir vorstelle, was mit mir passieren wird!“
    Da kommt eine andere Welle vorbei. Sie sieht die erste Welle, die grimmig dreinschaut, und fragt: „Warum siehst du so traurig aus?“
    Die erste Welle sagt :“Du verstehst überhaupt nicht, was los ist! Wir werden allesamt an der Küste zerschellen! Wir, alle Wellen, werden nichts sein! Ist das nicht schrecklich?“
    Die zweite Welle sagt: „Nein, du verstehst nicht. Du bist nicht eine Welle, du bist ein Teil des Ozeans.“
    Ich lächle. Morrie schließt wieder die Augen.
    „Ein Teil des Ozeans“, sagt er, „ein Teil des Ozeans.“ Ich schaue zu, wir er atmet, ein aus, ein aus.

    aus: „Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom

  3. Kronprinz Says:

    Liebe Andrea,
    ich bin ja ein grosser Fan und Anhänger von „vom ganzen Herzen“ und jetzt hat mich das doch ein bischen in Nachdenken gebracht, weil mich bei der Geschichte das „Auflösen“ so ein bischen „piekt“. Aber es vielleicht mehr ein „alte Form verlassen“..damit komme ich besser klar. Das Meer mag auf jedenfall auch sehr gern, erinnert mich sehr an die Ostsee!
    Einen lieben Salzwassergruss vom Kronprinz

  4. andrea2007 Says:

    Liebste Dori, von Herzen gern… Allerliebste Seelengrüsse Andrea

  5. andrea2007 Says:

    Danke lieber Jürgen, für diese schöne Geschichte, die so schön zu „meiner“ passt… und danke für die Erinnerung an das wunderbare Buch, das ich hier schon einmal selber zitiert habe (und Du hast drauf kommentiert:-) ) https://andrea2007.wordpress.com/2008/10/21/tuesdays-with-morrie/ Liebe Grüsse Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Lieber Kronzprinz, ich bin auch erst über das „wegfressen“ und „auflösen“ gestolpert, hab es dann einfach mal nicht ganz so „wörtlich“ genommen, Deine Umformulierung gefällt mir sehr gut… Die alte Form verlassen…ja, das ist schön… Ich mag das Meer auch sehr gern, und Seen und Flüsse:-) Dir auch einen lieben Salzwassergruss Andrea

  7. Rima Says:

    Liebe Andrea,

    wieder mal eine Geschichte zum Nachdenken, die du da rausgesucht hast.

    Ich sehe das nur teilweise so. Natürlich muss man etwas von sich hergeben, um jemanden besser kennenzulernen. Aber trotzdem sollte man sich seine eigenes Ich bewahren. Wenn man sich komplett auflöst, wie das Salzmännchen, dann gibt man sich auf. Die eigene Identität kommt zu kurz und auf Dauer kann man damit nicht glücklich sein.
    Man kann auch mit Hingabe und von ganzem Herzen lieben und trotzdem eine eigene Persönlichkeit bleiben.

    Nachdenkliche Grüße,
    Rima

  8. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    danke dir für die wunderschöne Geschichte – Gänsehaut… Hingabe pur… sich einlassen… alles geben… vor allem sich selbst geben…
    Allerliebste Sonnengüße zu dir, Elisabeth

  9. andrea2007 Says:

    Liebe Rima, Deinen Einwand kann ich total gut verstehen und ich bin auch dafür, immer eine eigene Persönlichkeit zu bleiben. Hier geht es für mich um sich-hingeben, sich einlassen und da muss man auch einmal etwas riskieren, etwas von sich „preisgeben“, so hab ich das verstanden…die richtige Mischung macht es auch hier aus… Liebe Grüsse Andrea

  10. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, dass die Geschichte bei Dir Gänsehaut macht, das hätte ich mir fast denken können und freu mich drüber:-) Herzlichste Grüsse Andrea

  11. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    ich biete eine süße Variante vom geliebten Christian Morgenstern:

    Denkmalswunsch

    Setze mir ein Denkmal, eher,
    ganz aus Zucker, tief im Meer.

    Ein Süßwassersee, zwar kurz,
    werd ich dann nach meinem Sturz;

    doch so lang, dass Fische, hundert,
    nehmen einen Schluck verwundert.

    Diese isst in Hamburg und
    Bremen dann des Menschen Mund.

    Wiederum in eure Kreise
    komm ich so auf gute Weise,

    während, werd ich Stein und Erz
    nur ein Vogel seinen Sterz

    oder gar ein Mensch von Wert
    seinen Witz auf mich entleert.

    Liebe Grüße, Jörg

  12. Emily Says:

    Liebe Andrea,
    die Geschichte ist sehr schön. Es ist schon etwas Wahres dran, dass man immer auch etwas von sich geben muss, um mit etwas anderem verschmelzen. Soweit wie man mag und bereit dazu ist. Liebe Grüße, Emily

  13. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    mir ist jetzt das Buch „Wie kommt das Salz ins Meer“ von Brigitte Schwaiger eingefallen. Kennst Du das ? Ich habe es früher mal gekauft, kann mich gar nicht mehr richtig erinnern, muss es nochmal lesen.
    Das Salzmännchen ist eine schöne Geschichte , danke Dir ,
    ja , Hingabe …. ohne Aufgabe🙂
    liebe Grüße
    Erika

  14. Babsi Says:

    wow du liebe!

    sich ganz hineinfallen lassen, eins werden, eintauchen..ob es nun das meer ist oder auch ein gefühl…oder auch ein meer an gefühlen.
    lassen wir uns tragen und auch mal hinabziehen in die tiefen des lebens
    und ich gebe und bekomme.
    und hier lasse ich nun ganz viel gefühlte liebévolle grüße da
    babsi

  15. andrea2007 Says:

    🙂 Lieber Jörg, danke… amüsierte Grüsse Andrea

  16. andrea2007 Says:

    Liebe Emily, ich seh das auch so wie Du; soweit wie man mag und bereit dazu ist… Liebe Grüsse zu Dir, Andrea

  17. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, nein das kenn ich nicht, aber wenn Du es nochmal liest, kannst Du uns ja vielleicht ein wenig daraus erzählen… Hingabe ohne AUFgabe, das ist sehr schön formuliert, danke. Herzliche Grüsse Andrea

  18. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, ein Meer an Gefühlen…wie schön Du diese Gedanken aufnimmst und weiterspinnst; ja sich mal tragen lassen und nicht immer die Kontrolle haben müsssen… Herzensgrüsse zu Dir, Andrea

  19. Doris - Licht & Liebe Blog Says:

    Liebe Andrea,

    Zeilen die zum Nachdenken anregen und mich in meinem Denken bestätigen, dass das Leben aus einem ständigen „Geben“ und „Nehmen“ besteht, so verstehe ich diese Geschichte und auch die von Jürgen.

    Diesen Satz: „„Nein, du verstehst nicht. Du bist nicht eine Welle, du bist ein Teil des Ozeans.“ – aus der Geschichte von Jürgen – gefällt mir ganz besonders gut, denn wenn wir das verstanden haben, dann fällt das „ausgeglichene“ GEBEN und NEHMEN leicht. Und alles war wir leichten Herzens geben – kommt tausendfach zu uns zurück.

    Danke für dieses wertvolle Post und die interessanten Kommentare.

    Von Herzen
    Doris

  20. andrea2007 Says:

    Liebe Doris, ja so versteh ich die Geschichte auch… da Meer zeigt uns doch in schönster Form, wie Geben und Nehmen funktioniert… Danke Dir für Deine immer lieben Worte hier bei mir! Alles Liebe für Dich, Andrea

  21. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    hmmm… da bin ich jetzt aber etwas zwiegespalten. Ich will ja bleiben, wer ich bin und mich nicht auflösen. *grübel*

    Wäre ich das Salzmännchen, dann wäre ich wohl nicht ganz reingegangen. Hätte mir das Meer so gierig ein Stück von meinen Fuß weggefressen, dann wäre ich aber erst mal ziemlich sauer auf das Meer gewesen. Nee, also da muss ich erst noch mal drüber nachdenken. 😉

    Liebe Grüße,
    Martina

  22. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, wenn Du die Kommentare hierzu liest, weisst Du, wie ich darüber denke und die anderen auch… wenn ich niemals etwas von mir preisgebe, mich niemals öffne, dann bekomme ich auch nichts zurück… Wie gesagt, die Mischung machts, manchmal macht es eben auch richtig Freude, sich hinzugeben ohne die Kontrolle zu wollen… und das von mir gesagt, bedeutet was:-) Liebe Grüsse Andrea

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