Schöne Gedanken- Flow

In einer Aufgabe aufzugehen ist Glück, darin unterzugehen Unglück. Glück ist im Fluss sein und kein Vor-sich-hin-Dümpeln. Deshalb hat der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi diese Art von Glück auch Flow genannt. Flow ist etwas anderes als „Fun“ oder „Kick“ – also nicht nur eine kurzzeitige, aufgeputschte Erregung, sondern ein optimales Zusammentreffen von Aufmerksamkeit, Motivation und Umgebung.

Wann bin ich im Flow? Wenn ich nicht darüber nachdenke. Wann bin ich raus? Wenn ich auf die Uhr gucke, um zu schauen, wie lange ich drin war.  Oder wie lange ich noch muss. Flow heisst nicht: “ Der Weg ist das Ziel“, sondern eher: „Verfolge Dein Ziel, als wenn Du keines hättest.“ Flow ist eine Mischung aus Zen-mässiger Achtsamkeit und sportlichem Ehrgeiz.

Manchen Erwachsene meinen, sie hätten sich als Kind nie gelangweilt. Ich hab da andere Erinnerungen. Wenn ich zu Hause die Spülmaschine ausräumen musste, hatte ich selten grosse Lust dazu. Aber dann hab ich mir das interessanter gemacht, indem ich das Besteck aus dem Korb mit links in die Luft geschmissen habe und mit rechts wieder auffing. Das hat zwar etwas länger gedauert, aber die Zeit ging schneller vorbei.

Für Flow ist nicht entscheidend, was ich tue, sondern wie ich es tue. Theoretisch kann man in jedem Beruf glücklich werden, praktisch ist es leichter, wenn er Gestaltungsmöglichkeiten hat und unseren Stärken entspricht.

Für Flow-Momente muss man sich mehr als einen Moment Zeit nehmen. Flow ist wie ein Kaminfeuer. Es ist nicht das Strohfeuer, sondern der ungeteilte Holzstamm, der nachhaltig Wärme spendet, der langsam glühende Scheit. Und man muss nicht ständig aufstehen und nachlegen, man kann einem Gedanken nachgehen und schauen, wohin er einen trägt.

Eckart von Hirschhausen, Glück kommt selten allein.

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15 Antworten to “Schöne Gedanken- Flow”

  1. Schlossgeist Says:

    Liebe Andrea,
    go with the Flow…interessante Gedanken von Hr. Hirschhausen. Ich denke immer, songe ich bei mir bleibe, Vertrauen zu mir habe, an meine Wünsche wirklich von Herzen glaube, dann ergibt sich der Flow von ganz alleine. Und er ist manchmal stärker da und manchmal weniger, so wie alles eben gerade ausbalanciert ist. Also ich wünsche dir ganz viel von dem, was dich in den Flow bringt oder im Flow hält 🙂
    Ganz liebe Grüsse vom Schlossgeist

  2. Lilo Says:

    Liebe Andrea,

    diese Zeilen haben mich gerade sehr beeindruckt. Auch beim Aikido heißt es immer „Der Weg ist das Ziel“ und nicht das Ziel selbst. Aber was du hier schreibst: „Verfolge dein Ziel, als wenn du keines hättest“, das trifft die Sache eigentlich noch viel besser. Gerade auch im Aikido. Irgendjemand hat mal gesagt, dass das Erlernen des Aikido wie ein lebenslanges Hineinwachsen in zu große Schuhe ist. Und genau so ist es.

    Natürlich lassen sich die obigen Zeilen nicht nur auf das Aikido anwenden, aber für mich hat es gerade genau hier gepasst. 🙂

    Ganz herzliche Grüße in die Schweiz,
    Lilo

  3. andrea2007 Says:

    Ja, lieber Schlossgeist, im flow sein, heisst „bei sich sein“ und Vertrauen haben, das sehe ich auch so. Es ist auch nicht schlimm, dass er mal stärker, mal weniger stark da ist…denn das sind Erfahrungen, die wir machen und je mehr wir durch unsere Erfahrungen lernen, desto gelassener werden wir und dann kann uns nicht mehr so schnell etwas aus dem Flow bringen… Danke für Deine lieben Wünsche, das wünsche ich Dir auch von Herzen, Andrea

  4. andrea2007 Says:

    Liebe Lilo, ja dieser Satz über das Ziel hat mich auch fasziniert; der Weg ist das Ziel ist für mich nur ein Teil vom Ganzen, denn wenn ich auch den Weg zum Ziel geniesse und schätze, hat das Ziel selber doch auch sehr viel Kraft und Motivationsmöglichkeiten…
    Dein Vergleich mit Deiner Sportart ist total schön und anschaulich, vielen Dank dafür. Liebe Grüsse Andrea

  5. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    danke Dir für Deinen Beitrag,

    panta rhei heißt :alles fließt , das fällt mir immer bei flow ein

    gestern habe ich diesen schönen Spruch gelesen:

    der Weg wächst im Gehen unter Deinen Füßen wie durch ein Wunder
    (Reinhold Schneider)

    Es sind schöne Momente , wenn alles im Fluss ist , ohne was dazuzutun, mittendrin schwimmen und genießen. Das gelingt mir manchmal, da bin ich immer ganz zufrieden und eins mit mir .
    Liebe Grüße von
    Erika

  6. Det Mueller Says:

    …ja der Flow und die Geheimnisse des Universums liebe Andrea haben uns offenbar auch zusammengeführt! Hab mich sehr gefreut über Deinen lieben Kommentar zur Ankündigung von Gabas Seminar. Find ich klasse, dass es Dir auch gut gefallen hat – ich bin zwar mit Gaba befreundet, aber durch die große Entfernung komme ich jetzt erst in den Genuss an dem Seminar teilnehmen zu dürfen… Bin sehr gespannt!

    Und zum Flow: Ich habe viele viele Jahre erfolgreich als Designer und Texter gearbeitet, war aber nie wirklich glücklich! Im letzten Drittel vergangenen Jahres habe ich dann einen einschneidenden Entschluss gefasst und habe zum 31.Dez. meine Agentur nach 17 Jahren aufgegeben und versuche jetzt mit 57 Jahren, meiner wahren Berufung zu folgen – nämlich nur noch Kunst zu machen und davon zu leben…

    Unter meinem Künstlernamen „Mario van Middendorf“ mache ich Fotokunst! Und zwar mit solcher Leidenschaft, dass ich oft vergesse, was die Uhr zeigt. Es ist völlig egal, es kostet keine Kraft und ist nur pure Freude! Die Menschen lieben meine Arbeiten, ich habe bei Flickr täglich hunderte von Kommentaren, die beflügeln. Im März wird ein US Kunstmagazin auf sechs Seiten 10 meiner Arbeiten vorstellen und ich bin sehr glücklich! Und dankbar!!!

    Also: Ich kann nur jedem Deiner Leser empfehlen, auf seine Intuition zu hören und der inneren Stimme zu folgen. Dann kommt der Flow ganz von allein. Getreu dem Motto: Was Du mit Liebe tust, wird gut!

    Herzliche Grüße nach St. Moritz
    Det

    PS: Und wer mag, bitte gern http://www.mariovanmiddendorf.de

  7. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, genau das zitiere ich auch immer gern…alles fliesst. Liebe ich deshalb vielleicht Meer/See/Flüsse/Seen so sehr?:-) Der Spruch von R. Schneider ist auch sooo schön, danke dafür, passt perfekt hierher. Ich merke, dass diese Momente immer mehr werden in meinem Leben und auch immer länger anhalten… Alles Liebe für Dich, fliessende Grüsse Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Lieber Det, herzlich willkommen auf meinem Blog. Ah, Du hast das Seminar noch VOR Dir… na dann wünsche ich Dir ganz viel Freude und wunderbare Erlebnisse…

    Vielen Dank für Deine spannende Lebensgeschichte, eine tolle Entwicklung. Ja, ich kann Dir da voll und ganz zustimmen, alles was man mit dem Herzen macht, bringt Freude in unser Leben und wird auch gut. Deine Begeisterung ist ansteckend und aus jedem Wort zu spüren, wie schön!
    Alles Liebe für Dich und ebenso herzliche Grüsse zurück in die lebendige Stadt Köln, die ich sehr mag, Andrea

  9. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    das erinnert mich daran, dass ich in meinem früheren Job das auch so gemacht habe. Ich hatte Spaß daran Formulare in Excel zu erstellen. Ich weiß, das können nur Wenige nachvollziehen. *lach* Und zwar habe ich sie so erstellt, dass sie auch gut aussehen, übersichtlich sind, hier und da mit Grau hinterlegt usw.
    Einfach kreativ sein. Hat manchmal länger gedauert, aber es hat mir viel mehr Spaß gemacht sie zu benutzen. So hatte ich doppelt Spaß. 😀 Einmal beim Erstellen und einmal beim Benutzen. 😀 Ich konnte nie verstehen, wenn Manche solche Formulare einfach irgendwie völlig unübersichtlich zusammengeschustert haben, Hauptsache schnell. 🙂

    Ich habe sogar mal einen ziemlich komplizierten Buchungsbeleg selbst gemacht, der sonst von der Druckerei kam. Allerdings nahm der so viel Zeit in Anspruch, dass ich das Zuhause gemacht habe. Später hat die ganze Firma mit meinem Beleg gearbeitet. Es war eine enorme Erleichterung für alle. 😀

    Ich kann das also nur bestätigen, was du geschrieben hast.
    Obwohl es sicher Berufe gibt, da sind die Möglichkeiten begrenzt. Aber wenn man ein wenig kreativ an die Sache rangeht… 😉 Ist doch besser als zu versauern. Wenn mir nur einfallen würde, wie man sich den Haushalt angenehmer gestalten könnte. *seufz*

    Liebe Grüße,
    Martina

  10. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    bei Hirschausen bin ich sozusagen „stumm anbetend“. Ich finde ihn einfach gut in seinem Glücks-Buch.
    Herzliche Grüße
    Jörg

  11. Elisabeth Says:

    Ja, das ist wahr, liebste Andrea!
    Es ist ganz gleich, was ich tue, es kommt auf die innere Einstellung dazu an, die ich mitbringe – und da habe ich ja einiges gelernt in den vergangenen zwei Jahren! 🙂 Und das macht es so wunderbar! Burn out hat auch nicht mit Quantität zu tun, mit der Anzahl der Überstunden, sondern damit, ob meine Tätitgkeit sinnlos oder sinnvoll in meinen Augen ist…
    Allerliebste Morgensonnengrüße, Elisabeth

  12. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, ehrlich gesagt, ich kann das GUT nachvollziehen, was Du da beschreibst und ich finde, der „Erfolg“ (dass Dein Formular in der ganzen Firma gebraucht wurde) gibt Dir nochmal mehr recht. Ich erinnere mich gut, dass ich in meiner Lehre den grössten Spass hatte, als Urlaubsvertretung die Produktionszahlen in eine (damals noch)Lotus-Datei einzugeben… irgendwie hatte das für mich etwas ganz Besonderes, meine Mitlehrlinge fanden das öde…:-) Den Haushalt angenehmer gestalten… na da bin ich gespannt, was Du daraus machst… eine schöne Denk-Fühl-Kreativ-Aufgabe, findest Du nicht?:-) Einen Teil könnte man als Workout ansehen und viel Geld für ein Fitnessstudio sparen, oder? Liebe Grüsse Andrea

  13. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, bei Herrn Hirschhausen schmunzel ich ganz viel, bin auch voll der Bewunderung für seine inhaltliche und sprachliche Gewandtheit und hier finde ich die Gedanken auf lockere Art nachdenkenswert… Herzliche Grüsse Andrea

  14. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, richtig auf die Einstellung kommt es an… da hab ICH auch viel gelernt in den letzten Jahren… Burn out, ich glaube, das ist so, wenn man sich fühlt wie ein Hamster im Rad und es weder merkt noch weiss, wie man da wieder rauskommt… Wenn wir rechtzeitig auf die Zeichen unseres Körpers hören würden, könnten wir viele Krankheiten verhindern; viele haben leider nur keinen „Kontakt“ zu ihrem Körper und wie oft sagt man selber auch: ach, das geht schon, das schaffe ich schon und geht mit Kopf-oder Rückenschmerzen, übermüdet und was auch immer in die Arbeit…Da schliess ich mich selber nicht aus… Zur Zeit ist es ruhiger, da kann ich mich erholen… ups, ein wenig abgekommen vom Grundthema:-) Allerliebste Grüsse an Dich, Andrea

  15. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    du verstehst mich. *freu* 😀

    Haushalt und Fitness, ja, das passt, ich finde Hausarbeit teilweise sehr anstrengend. 🙂 Schade nur, dass Fitness für mich nicht so motivierend ist, obwohl es gut für mich wäre. 😳 Bügeln versüße ich mir ein wenig mit Fernseh gucken, dann ist es nicht ganz so trist. Aber es hat noch nicht dazu geführt, dass ich es gerne mache. 🙂

    Das Glücksbuch von Hirschhausen hatten wir meiner Schwiegermutter zum Geburtstag geschenkt. Sie hat sich so sehr darüber gefreut und als sie im Krankenhaus war, hat sie es mitgenommen. Sie hat es immer irgendwo parat, liest ständig darin. 😀 Wir hatten sie ja letztes Jahr zu dem Glücksprogramm mitgenommen, seit dem ist sie ein Fan von ihm. Und für dieses Jahr hat sie uns eingeladen. Ja, wir sehen ihn im März wieder live mit seinem neuen Programm. Ich freue mich schon. Ich glaube, da geht es um Liebe. 😀

    Liebe Grüße,
    Martina

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