Im Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen

„Je mehr wir uns  in unserem neuen Selbstwertgefühl verankert haben, je mehr wir unsere inneren Räume geöffnet haben, umso stärker ist auch der Drang, uns ein einer neuen Weise wieder unserer Umwelt zuzuwenden. Der Selbstaufopferung wurden kräftig die Flügel beschnitten, damit wir wieder Luft zum Atmen hatten. Wir haben dabei vielleicht erkannt, dass die frühere Uneigennützigkeit nicht immer ganz ehrlich empfunden war. Unser Einsatz diente nicht nur den Notwenigkeiten, sondern wir benutzten ihn auch dazu, Anerkennung, Liebe und Respekt zu erwerben. Ein Deal, der uns oft zu viel gekostet hat. Selbsterkenntnis und inneres Wachstum sollten jedoch nicht zum Selbstzweck werden, und Fürsorge, Liebe und Harmonie sind natürliche Wesensteile von uns, die  auch jetzt noch gelebt sein wollen. Nur opfern wollen wir uns nicht! Es ist ein reifer Ausdruck unserers Selbst, das Gewonnene wieder teilen und mit anderen ausleben zu wollen.

Lernen Sie, um Unterstützung zu bitten, wenn Ihnen bestimmte Aufgaben, die sie für sinnvoll halten und die Ihnen Spass machen, dann aber doch wieder zu viel werden. In Zukunft gilt es klar zu unterscheiden, was das eigene Motiv für den Einsatz für andere ist. Steckt wirklich Liebe oder die Lust zu teilen dahinter, oder erwarten Sie eine Gegenleistung? Auch das muss kein Problem sein, nur sollten Sie sich zumindest selbst über ihre Ansprüche im Klaren sein. Oder nährt Sie die Dankbarkeit der anderen  noch so sehr, dass es sich dafür lohnt, Ihrer Gesundheit zu schaden? Gehen Sie Schuldgefühlen aus dem Weg, indem Sie anderen helfen?

Unsere Erfahrungen haben uns mehr als deutlich darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, eine gesunde Balance einzuhalten. Nur aus einem Überschuss heraus fliesst unsere Energie auf natürliche Art von innen nach aussen den anderen zu. Je mehr wir uns um uns selbst kümmern, umso besser ist es letztlich auch für die anderen.

Ich bin überzeugt, dass Liebe, Mitgefühl und Helfenwollen zu uns gehören. Sicherlich haben viele Frauen auch aus diesem Grund einen helfenden Beruf erwählt. Dabei ist das Motiv durchaus auch egoistisch: Es kann viel Freude machen und sehr befriedigend sein, andere Menschen bei tiefen Prozessen auf ihrem Weg zu unterstützen – sei es gesundheitlich oder auf ihrer inneren Reise zu sich selbst- und sich dabei auch selbst zu begegnen.

Andrea Kaffka, Die sieben Phasen der inneren Wandlung

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18 Antworten to “Im Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen”

  1. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    das sind wunderbare Gedanken am Sonntagmorgen! *freu* Ich gebe so gerne, weil ich so viel habe – und ich habe gelernt, immer besser auch annehmen zu können, obwohl mir das immer noch nicht ganz leicht fällt… Aber für den Ausgleich ist das gut und wichtig. Allerdings habe ich bemerkt, dass auch durch das Geben viel zurück kommt, auch ganz ohne Erwartungen…
    Ich wünsche dir einen wundervollen Sonntag!
    Herzlichst Elisabeth 🙂

  2. Gabaretha Says:

    Liebe Andrea,
    ich finde, Frau Kaffka beschreibt in diesem Auszug sehr treffend einen Entwicklungsprozess, den ich auch aus meiner eigenen Erfahrung kenne, weil ich ihn durchlebt habe. Als UltraMind mit all seinen wirkungsvollen Tools mir noch relativ neu war, wollte ich alle Menschen in meinem Umfeld missionieren und überzeugen. Mir tat das gut, was ich erlebte – und genau das wollte ich auch allen Anderen weiter geben. Der Antrieb war aber durchaus auch ein Wunsch auf „gesehen werden“ und „Anerkennung zu erhalten“. Zum Glück brauche ich das in dieser Form heute nicht mehr und es fühlt sich sehr gut an, wieder ein Stückerl freier geworden zu sein.
    Heute weiß ich, dass die Menschen, die meine Erfahrung und mein Wissen brauchen mich finden und fragen werden. …und genau diese Erkenntnis schenkt mir die Ausgeglichenheit los lassen zu können.
    Das Wertvolle und besonders Schöne ist für mich an solchen durchlaufenen Entwicklungsprozessen ist, dass ich dadurch andere besser verstehen kann, die noch mitten drin stecken oder die Entwicklung noch vor sich haben. Dadurch wächst wieder das gute Gefühl der Balance und des Loslassens.
    Wie schön, dass es täglich neue Lernerfahrungen gibt und das Lernen nie aufhört!

    Vielen Dank für die interessante Inspiration, die aus Deinem schönen Blogbeitrag wächst.
    Viele balancierte Grüße aus dem sonnigen Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  3. Babsi Says:

    liebste andrea
    da schreib ich was in deinem vorigen beitrag über das thema und dann wird es hier so toll nochmal zusammengefasst.
    ich hoffe nun werde ich richtig verstanden wenn ich nun etwas sage was hart klingt: tun wir denn irgendwas im leben ohne eigennutz???auch wenn ich anderen aus tiefsten herzen gebe ohne erwartugen dann empfinde ich gefühle von freude wenn ich geben kann. und das kommt mir wiederrum zu gute. klar gibts wieder unterteilungen und zb wenn man dankbarkeit ERWARTET wenn man etwas gibt, das ist dann wieder nur egoistisch.

    ich gebe von herzen gerne. das annehmen wird immer besser klappen je mehr ich mir selbst bewußt bin.
    früher dachte ich immer was kann ich den anderen geben, das was sie mir geben kann ich nicht geben. es gibt unterschiedliche arten zu geben, zu schenken..mit der motivation der liebe!

    ein liebes lächeln für dich über die schönen berge
    von babsi

  4. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    jo, stimmt. Altruismus ist, wie ich bei Wikipedia sehe, geradezu ein riesiges forschungsgebiet. Ich meine, wer sein selbst entwickelt hat, kann auch loslassen und geben.
    Das Bild ist so versteckt da unten, das hat es eigentlich nicht verdient, so gut ist es…
    Liebe grüße, Jörg

  5. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, ja das mit dem annehmen ist für mich auch immer schwerer gewesen, jetzt bin ich dabei, es immer besser zu lernen und beim geben auch mal NEIN zu sagen, es darf auch mal um die Erfüllung MEINER Bedürfnisse gehen…ungewohnt, aber irgendwie auch mal richtig schön:-) Herzliche Grüsse an Dich, Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Liebe Gaba, ich kann Dir „versprechen“, dass der Rest dieser inneren Reise auch meinen Erfahrungen entspricht… Auch mein Geben und vor allem mein Verzichten auf „MEINE Dinge“ hatte oft den Hintergrund des „geliebt-werden-wollens“; nachdem das Thema seit über einem Jahr immer wieder mal auf die eine oder andere Art hochgekommen ist, kann ich sagen: einmal erkannt geht es schon besser und immer wieder bewusst hingeschaut noch viel besser. Ja, das hat was von Freiheit, so empfinde ich das auch. Ich finde es sehr schön, wie Du das für Dich umgewandelt hast und bin auch sicher, dass Dich die Menschen finden, die Dein Wissen schätzen und teilen wollen… Ich freu mich sehr, dass ich Dir einen – sehr interessanten und lieben- Menschen schicken konnte.

    Eigene Erfahrungen sind so wertvoll und es macht Spass und Freude, andere in ihrem Prozess zu unterstützen… Ganz liebe herzliche Grüsse Andrea

  7. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, ja es gibt eben keine Zufälle und Energie folgt der Aufmerksamkeit. Was meinst Du, warum ich so im Thema bin? Weil ich mich zur Zeit auch für mich selber sehr damit beschäftige…:-) Ja, liebe Babsi, das hab ich mittlerweile auch umformuliert für mich, wenn ich für jemand anderen etwas tue, ist es total egoistisch, weil ich immer etwas Gutes zurückbekomme, ob von DIESER Person oder von jemand anderem:-) Schlecht ist es, wenn ich nur etwas Gutes tue, um etwas BESTIMMTES von einer BESTIMMTEN Person zu bekommen, das ist berechnend und nicht für den anderen, sondern für mich selber.
    Jeder von uns hat viel zu geben und ich bin froh, dass Du das für Dich selber auch erkannt hast, denn DU hast auch sehr viel zu geben, schau die wunderbaren Gedichte auf Deinem Blog und Deine lieben Kommentare. Herzlichste Montagsmorgen Grüsse zu Dir, Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, Du meinst der Elefant hätte irgendwie mittenrein in den Text gehört? 🙂 Lächelnde Grüsse Andrea

  9. Schlossgeist Says:

    Andrea hat recht 🙂

    Lieben Gruss vom Schlossgeist

  10. Babsi Says:

    so gut kann ich das nachvollziehen liebste andrea. ganz ohne erwarrtungen gehts find ich nur sehr schwer. heißt nun nicht, dass ich mir dankbarkeit erwarte.

    ich freu mich wenn ich etwas geben auch kann denn ich bekomm auch sehr viel :))

    lächelnde grüße von babsi

  11. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    das ist schön beschrieben, vielen Dank. Ja, die eigene Erfahrung führt zu Selbsterkenntnis und innerem Wachstum und ich glaube nicht, dass man sich das nur anlesen kann. Es ist dann erstaunlich, dass man etwas weitergeben kann, wofür man für sich selbst profitiert hat. Es ist schön, dass es so viele Menschen gibt, die das annehmen, ohne dass man es ihnen aufdrückt. So geht es mir oft. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich andere begleiten will mit Absicht und es geschieht von selbst, wenn ich meine Erfahrungen weitergebe.

  12. Erika Says:

    .ups, das ist von alleine losgegangen….
    Ja, wie immer die Balance ist wichtig im Leben,
    ein schönes Bild Danke
    herzliche Grüße
    Erika

  13. andrea2007 Says:

    nettes Wortspiel, lieber Schlossgeist:-) Liebe Grüsse zurück, Andrea

  14. andrea2007 Says:

    Ich bin auch niemals ganz ohne Erwartungen und ab und zu bin ich auch mal enttäuscht, das ist ok. Doch meistens kann ich gelassener damit umgehen, wenn etwas anders läuft, als ich dachte…ein Dankeschön find ich immer angebracht, das hat mit Erwartung für mich nichts zu tun, sondern mit Anstand… Ja, Du gibst von Herzen und mit Freude, das spüre ich immer bei Dir. Danke! Freudige Herzensgrüsse Andrea

  15. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, da stimm ich Dir voll und ganz zu, die eigenen Erfahrungen sind so wichtig; je mehr wir an uns selber arbeiten, umso besser können wir andere Menschen verstehen und sie begleiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du eine sehr umsichtige und unaufdringliche und achtsame Begleiterin bist… Herzlichste Grüsse Andrea

  16. anka Says:

    Ein Beitrag, der in meine jetzige Lebenssituation passt wie angegossen.
    Durch das zunehmende eigene Selbstwertgefühl hab ich die eine oder andere Überstunde schon mal gestrichen, den einen oder anderen „Liebesdienst“ unterlassen und bin erst mal auf völliges Unverständnis gestoßen. Auch das Missionieren von Menschen, die einfach noch nicht so weit waren, es zuzulassen, auch mal an sich selbst zu denken, hab ich weitgehenst eingestellt. Es geht mir dadurch weit besser und wenn ich heute gebe, dann mit vollem Herzen und nicht, weil andere es von mir erwarten, oder ich unbedingt Liebe und Anerkennung brauche. Dadurch ist alles ein bisschen ehrlicher geworden in meinem Leben. Das macht mich freier, im Kopf und im Herzen.
    Danke für diesen Beitrag, der für mich genau zur richtigen Zeit kommt.
    Liebe Grüsse in die Schweiz
    Anka

  17. andrea2007 Says:

    Liebe Anka, dieser Beitrag kam auch für mich zur genau richtigen Zeit und ich mache es wie Du, so Schritt für Schritt einfach mal Nein sagen, einfach mal was weglassen, nicht für alles die Verantwortung übernehmen, auch mal MEINE Dinge durchziehen usw. Und wenn ich gebe, dann aus vollem Herzen, genau wie Du. Danke, dass Du Deine Erfahrung hier mit uns teilst…Liebe Grüsse Andrea

  18. Lieben und Leben in St. Moritz | Wie es Euch gefällt Says:

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