Neue Wege…

„Neue Wege findet man nicht dadurch, dass einem gesagt wird, wo’s langgeht, sondern dadurch, dass man in einer liebe-und vertrauensvollen Umgebung Neues riskiert und zu entdecken wagt. Immer wieder haben mir andere Menschen gesagt, wie ich sein sollte (so wie sie natürlich), und oft hat man mir den Vorwurf gemacht, stur zu sein.

Nachdem ich einmal damit angefangen hatte, mich selbst zu lieben und mir selbst zu vertrauen, konnte ich bereitwillig auf neue Möglichkeiten eingehen, wenn mir diese mit Liebe und Verständnis gezeigt wurden. Dies gab mir die Möglichkeit, mein eigenes Tempo und meine Richtung zu finden. Das Wichtigste dabei war die Entdeckung der kleinen Schritte. Ich lernte, dass ich es nicht eilig haben durfte und dass es keine Abkürzungen gab.

Mit neuen Augen zu schauen und neue Möglichkeiten zu entdecken heisst nicht, alles hinter sich zu lassen, was in der Vergangenheit vertraut und angenehm war. Es bedeutet vielmehr, ab und zu Zwischenbilanz zu ziehen. Damit meine ich zu sortieren, was mir bisher geholfen hat, um es beizubehalten; all das, was nicht mehr hilfreich ist, loszulassen und schliesslich Neues hinzuzufügen, soweit ich es noch benötige.

Das Neue kann seinen Platz leichter finden, wenn wir uns darauf einstellen, dass wir erst einmal durch eine Phase von Chaos und Verwirrung hindurchmüssen. Vielen von uns haben sich neue Türen dadurch geöffnet, das wir ohne Warnung in eine traumatische Situation gebracht wurden, die uns gezwungen hat, uns anders als bisher zu verhalten. Für manche Menschen ist das der einzige Anlass für Veränderungen.

Vielleicht müssen wir nicht erst auf Katastrophen in unserem Leben warten. Eine Alternative wäre, uns und unsere vielen Gesichter ganz bewusst mit neuen Augen zu betrachten. Möglicherweise können wir uns verschiedenen Gesichter dazu nutzen, jene noch in uns schlummernden Teile zu unterstützen und ihnen Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, sodass sie wachsen und sich verwandeln können.“

Aus „Meine vielen Gesichter“ von Virginia Satir

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11 Antworten to “Neue Wege…”

  1. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    du weißt ja, wie sehr ich die Texte von Virginia Satir schätze – diese Zeilen begleiten mich schon einiger Zeit, und ich kenne diese Phasen von Chaos und Verwirrung 😉 durch die ich noch nicht ganz durch bin. Aber mein Weg fühlt sich gut an, und die Zeilen von Satir machen Mut – danke dir dafür!
    Allerliebste Herzensgrüße zu dir, Elisabeth

  2. theomix Says:

    Liebe andrea,
    das ist schön formuliert udn gut gesagt. Leider fehlt mir die Muße, angemessen ausführlich zu antworten.
    Aber es geht um den eigenne Rhythmus, das eigene Tempo. Meins ist heute Stakkato…
    Herzliche Grüße, Jörg

  3. sunny11178 Says:

    Nachdenkliches zum Schlafengehen… Mit viel Wahrheit…
    Alles Liebe und eine gute Nacht,
    Sunny

  4. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    den schlummernden Teilen Entfaltungsmöglichkeiten geben
    ja, das ist sehr schön geschrieben, manchmal weiß man gar nicht, was alles in einem steckt, ich habe auch schon einiges entdeckt und glaube es auch selbst, es ist nicht nur das, was andere sehen oder wahrnehmen.
    Schade, wenn es manchmal erst zu Katastrophen kommen muss, um das zu erkennen, aber vielleicht ist das ja auch ein Geschenk, alles, woraus und wovon wir lernen können, ist gut für unsere Entwicklung
    Ich wünsche Dir alles Gute und Liebe
    liebe herzliche Grüße von Erika

  5. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, es gibt ja auch Texte, die muss man gar nicht mehr weiter kommentieren…:-) Ja das eigene Tempo, schön wenn wir uns darauf einlassen… wenn es von innen und nicht von aussen kommt… Herzliche Grüsse Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Liebe sunny, ja da ist auch für mich sehr zum Nachdenken dabei und ich finde, es sind sehr gute Gedanken…Herzlichst Andrea

  7. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, ja das weiss ich, dass Du sie so magst, ich komm auch grad auf den Geschmack:-) Chaos und Verwirrung- ja das kenn ich auch und es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass das ganz normal ist:-) ich freu mich sehr für Dich, dass sich Dein Weg gut für Dich anfühlt, das ist das Wichtigste! Alles Liebe für Dich, sonnige Herbstgrüsse Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, ich lese aus Deinen Worte Dinge, die ich auch so erlebt hab und noch immer erlebe…Ist es nicht tröstlich, dass es uns allen ähnlich geht? Auch das mit den Katastrophen ist so… und bei manchen Menschen bzw. bei manchen „Dingen“ ist die Schmerzgrenze verdammt hoch… Eine schöne Einstellung, alles was uns passiert, ist gut und richtig für unsere Entwicklung, da stimm ich Dir zu. allerliebste Grüsse Andrea

  9. Dori Says:

    Meine liebe Andrea,

    ich begann zu lesen und dachte: Wow, da hat Andrea ein tolles Post geschrieben. Dann beim Weiterlesen dachte ich: das könnte 1 zu 1 von MIR geschrieben sein.

    Und ganz zum Schluß sehe ich, es ist von
    Virginia Satir!

    Toll. Ich finde, wir sind Frauen mit ganz viel Lebenserfahrung, die sich irgendwann mal auf den Weg gemacht haben.

    Schön, dass es Dich gibt.
    Dori 🙂

  10. andrea2007 Says:

    Liebste Dori, ich kann das sehr gut nachvollziehen, was Du da schreibst, ich fühlte mich auch so angesprochen von diesen Worten, sie KÖNNTEN tatsächlich von mir sein… Und das wir beide ähnlich ticken, das wissen wir ja schon länger:-) Ja, auf den Weg gemacht haben… das klingt so sehr in mir an… Schön, dass es DICH gibt, herzberührte Grüsse Andrea

  11. Gretl Says:

    Kannst Du mir sagen, auf welcher Seite genau das steht?!
    Liebe Grüße, Gretl

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