Kundengeschichten im Surfcenter – Eigenartige Formulierungen

Wenn man mit so vielen verschiedenen Nationalitäten und sovielen Menschen täglich in Kontakt ist, dann fallen einem „typische“ Formulieren und Eigenarten auf.

Typisch italienisch ist es z.B. einfach mal loszuquatschen, auch wenn ich gerade einen anderen Kunden bediene – Ich kann dann herrlich schwerhörig sein und den Kunden umso freundlicher und ausführlicher weiterbedienen:-)

Typisch italienisch ist es auch, keine Franken zu haben und gar nicht erst vorher zu FRAGEN, ob man mit Euro bezahlen kann. Und wenn man dann noch unfreundlich ist, passiert es schon mal, dass der Betrag 15 Fr. ausmacht, der Italiener meiner Kollegin wortlos 10 Euro auf den Tisch knallt, sie ihn in die Kasse steckt und den nächsten Kunden bedient. Worauf der Italiener sie anblafft: “ è  il resto?“ NIX resto…

Eine typisch deutsche Formulierung ist: “ Ich kriege… ein  Eis oder was auch immer.“ Ich kriege? Ist das ein Befehl, ein Wunsch oder ne Vorhersage? 🙂 Wir antworten dann immer- ganz leise unter uns natürlich- Na, das wollen wir ja mal sehen:-)

Heute fragte mich ein Deutscher: “ Hast Du ne Toilette?“ Hä? Ich weiss, mein Deutsch hat hier wirklich gelitten, aber DAS sagt man doch nicht in Deutschland, oder? 🙂

Schön auch der deutsche Herr, der mit Frau und Tochter reinkam und sagte: “ Wir haben Windsurfen bestellt.“ Ich konnte mir ein Lachen wirklich nicht verkneifen, WIR am Buffet nehmen leider nur Essen- und Getränkebestellungen an. 🙂

Typisch Schweizerisch ist die negative Fragestellung: “ Salat haben Sie nicht?“ „Apfelsaft haben Sie nicht?“ Eine komische Angewohnheit, die uns sehr aufgefallen ist, also ich würde immer fragen “ Haben Sie Salat?“

Völlig international scheint es dann zu sein, NICHT zu grüssen, NICHT danke und bitte zu sagen; wir können uns das nur so erklären: Danke und Bitte sind den Sparmassnahmen aufgrund der globalen Krise zum Opfer gefallen…und für das Sprechen in ganzen Sätzen ist in der heutigen schnellebigen Zeit einfach kein Platz, schon gar nicht in den Ferien:-)

sprachen

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31 Antworten to “Kundengeschichten im Surfcenter – Eigenartige Formulierungen”

  1. Alex Says:

    Guten Morgen Andrea,

    herrlich, eine Geschichten zu lesen. Wieder mal ein aufsteller, wenn man bei diesem schönen Wetter im Büro sitzen muss…

    VIELEN DANK

    Am Wochenende vom 12.9. schauen wir nochmals vorbei, so verpassen wir den Saison-Schluss nicht und es gibt nochmals einen Leckeren Cheese-Burger im schönsten Surfcenter mit der besten/freundlichsten Bedienung, die man sich vorstellen kann… 😀

    Gruss Alex

  2. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    *lach* wie gesagt, ICH könnte mir ein Lachen nur sehr, sehr schwer verkneifen! 😉 Das Foto ist genial! Tja, wie schade, dass die Menschen dort sparen, was am wenigsten kostet und am meisten bringen würde…
    Sonnige Herzensgrüße, Elisabeth 🙂

  3. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    vielen Dank mal wieder für diese schönen Erheiterungen aus den Kundengeschichten. Dieses „ich kriege“ finde ich auch immer sehr seltsam, wenn man etwas möchte „Du kriegst gleich eine“ hat doch eine ganz andere Bedeutung….
    Es ist schon interessant, sogar innerhalb Deutschlands ist es ja schon lustig, die verschiedenen Dialekte, mein Mann ist aus einer anderen Gegend und ich lache immer wenn er mit seinem Vater Dialekt spricht, das ist wie ausländisch, ….da bin ich nicht „die“ ERika , sondern“es“ Erika , also immer das Kind *grins*
    Vielen Dank liebste Andrea,
    ich bestelle hiermit noch weitere Geschichten
    vielleicht lässt sich daraus was Lustiges dichten
    herzliche Grüße von Erika 🙂

  4. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    Danke für diese Nationalitätenschau!
    Und zum Danke-Sagen, wie auch bei einigen deiner berichte über andere Ungehobeltheiten: Ich vermute fast, beim Anziehen der Urlaubskleidung streift man die Höflichkeitsschale ab. Muss mich selber mal unter die Lupe nehmen, wenn der nächste Urlaub kommt….
    Herzliche Grüße, Jörg

  5. andrea2007 Says:

    Liebe Alex, es muss ja wirklich unglaublich heiss zur Zeit bei Euch sein, sogar hier ist es supersuperwarm. Aber nachts kühlt es auf 19 Grad runter und wir schlafen einen tiefen festen Schlaf… Schön, dass Ihr nochmal vorbeitschaut und danke für die Blumen!!! Es kommt halt immer auch ein bisschen auf die Kunden an:-) Lieben Gruss Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, manchmal verkneife ich mir das Lachen auch gar nicht mehr, ist mir dann echt egal. Und manchmal ist mir natürlich auch nicht nach Lachen, erst wenn ich es hier aufschreibe… Ein sehr kluger Satz von Dir am Schluss, den sollte ich mal aufhängen… Herzliche Grüsse Andrea

  7. andrea2007 Says:

    Hihi, liebste Erika, ich könnte ja mal antworten: „JA, Du kriegst gleich eine…. Cola.“ 🙂 Das mit den verschiedenen Dialekten und Mentalitäten fasziniert mich auch immer wieder, für mich als NLP-„Monster“ ein wahres Freudenfest… Deine Bestellung wird angenommen, Du kriegst von mir bald… ein paar weitere lustige Geschichten:-), Du liebe Dichterin, Alles Liebe für Dich, Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, na solange die Leute nicht noch was anderes abstreifen und dann so vor mir stehen, ist alles ok:.-) Ich denke auch oft, bin ich auch so begriffstutzig, wenn ich im Urlaub bin? stell ich auch soviele blöde Fragen? Ich denke nein, aber so ganz genau hab ich mich da auch noch nicht beobachtet, beim nächsten Mal…Herzliche Grüsse Andrea

  9. Lilie Says:

    Liebe Andrea,
    ein wunderbarer Nationalitäten-Mix. Am meisten hat mich das „Ich kriege …“ amüsiert. Warum? Weil, wenn ich so darüber nachdenke, diese Formulierung bei uns im Rheinland sehr gebräuchlich. Ist wahrscheinlich eine direkte Übersetzung aus dem rheinischen (Kölner?) Dialekt: „Isch krisch …“ *grins*. Die Streichung des „Bitte“ und „Danke“ Vokabulars fällt leider in der heutigen Zeit immer mehr auf, nicht nur im Urlaub. Leider! Resultat der Sparmaßnahmen? Gute Erklärung 😉 Liebe Grüße Iris

  10. Babsi Says:

    liebe andrea

    ojeoje zum glück konnte ich mir ein lautlos lachen verkneifen.meine arme zimmergenossin wäre aus ihrem sowieso leihten schlaf wieder aufgeschreckt
    ach du liebe und was typisch österreichisches hastdu NICHT??;))
    ich find die speziellen dialekte in de immer sehr lustig.wenn ich das in der schule geschrieben hätte wär ich schon durchgerasselt lach

    also ich bedank mich generell bei jeden wenn ich was bekome, sei es nun die schwestern beim helfen,oder wen ich ne info bekome oder die frau an der wursttheke.ein nettes lächeln noch hinzu und mein gegenüber freut sich….meistens

    liebsrw gutenachtgrüße von babsi

  11. andrea2007 Says:

    Liebe Iris, schön, dass ich Dich erheitern konnte. Ach so, das Ich krieg… ist Rheinländisch, na dann verzeihe ich den Deutschen einfach mal, das hat ja was mit Frohnatur zu tun:-)

    Danke und Bitte- ich kenne zum Glück noch viele Menschen, die darauf Wert legen und von denen das auch kommt…Liebe Grüsse Andrea

  12. andrea2007 Says:

    Du liebe Babsi Du, da schaust Du so spät noch hier vorbei, obwohl schon längst Bettruhe angeordnet ist:-) Danke Dir. Ich kann mir vorstellen, dass Du zu den freundlichen Menschen gehörst, ich finde es auch selbstverständlich, danke und bitte zu sagen, das ist für mich Anstand und Respekt… Herzliche Grüsse und hast Du es schön? Andrea

  13. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    sehr interessant, dieser sprachliche Nationalitätenvergleich. 😀

    „Hast du eine Toilette?“ *prust* Wer fragt denn so nach einer Toilette? Vielleicht einer im Baumarkt. „Ey du ey, haste ne Toilette? Ich bau nämlich een Haus, ey Mann ey, voll cool Alter… :mrgreen:
    Nee, das sagt man in Deutschland nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. 🙂

    „Ich kriege ein Eis…“ schon eher. 🙂 Ist immerhin umgangssprachlich für bekommen, also je nachdem aus welcher Gegend derjenige kommt… Da wird man im Geschäft vielleicht auch gefragt: „Watt kriegen se denn?“ :mrgreen:

    Liebe Grüße,
    Martina

  14. Babsi Says:

    hallo liebe andrea du :))

    ich versuch zumindest einmal am tag reinzusehen aber die zeit ist leider nur knapp.meine zimmergenossin ist grad wieder kurz vorm eindämmern und ich versuch so leise als möglich zu sein.

    ich gewöhn mich grade mal ein und morgen bzw am wochenende gibts dann mal den ersten statusbericht :)))

    liebste sonnengrüße von babsi

  15. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, da hab ich jetzt richtig laut gelacht bei Deiner Obi-Szene, grins… Vielen Dank, liebe Grüsse Andrea

  16. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, na Deine Zimmergenossin schläft aber sehr früh, Du Arme musst dann immer leise sein? Ich freu mich auf jeden Fall immer, wenn Du hier vorbeischaust! Eine friedliche Nacht und liebste Abendgrüsse Andrea

  17. Babsi Says:

    sie ist schon 75 und ist nach ihrem 2ten schlaganfall schon schlechter beinander und wird natürlich schnelll müde.sie sagt zwar es stört sie nicht wenn ich noch tue aber trotzdem hab ich ein schlechtes gewissen.werde jetzt noch etwas lesen dann.
    nähe´res dann im bericht

    alles liebe und bis bald :)))
    babsi

  18. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    ich bin ein „Ich kriege“-Hasser und deshalb frage ich immer: „Darf ich bitte noch ein Wasser bestellen?“ Was in meiner Umgebung immer zu Schmunzeln und Gelächter führt. Weil, es könnte ja mal jemand „Ja“ antworten, mir also erlauben, dass ich wirklich ein Wasser bestelle, und dann warten, bis ich es tue.

    Was hast Du denn auf die Toilettenfrage geantwortet? Ich hoffe doch, ganz spontan „Ja, aber leider nicht dabei!“

    Die Nicht-Formulierung erscheint mir eine alemannische Eigenart zu sein, die ich auch schon im schwäbischen Sprachraum regelmäßig angetroffen habe. Und wehe man antwortet auf eine „Gell, doa tätscht mia net ebbes vom Aldi mitbringa?“ mit „Nein!“ Das führt mindestens zur Irritation, zu Klärung suchenden Nachfragen, da hilft auch nicht der vermeintlich intellektuelle Hinweis, dass zweimal Verneinung ja einmal „Ja“ bedeutet, nein, da die Stimmung schlicht im Eimer. Weil, eine Nicht-Frage lässt keine Ablehnung zu…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  19. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, ach so, das versteh ich. Wenn sie sagt, es stört sie nicht, dann brauchst Du doch kein schleches Gewissen haben, bist doch ganz ganz leise… Es gibt Leute, die können bei lauten Fernsehgeräuschen schlafen…ich auch manchmal:-) Bin gespannt auf Deinen Bericht. Herzlichste Grüsse Andrea

  20. andrea2007 Says:

    Lieber Ulf, wir würden Dich als Kunden lieben… Vielleicht würden wir uns sogar den Spass mit Dir erlauben und Dir „erlauben“, ein Wasser zu bestellen und drauf warten, ob Du es dann auch tust *smile*; ehrlich gesagt war ich von der Toilettenfrage ein wenig überrumpelt und hab nur ein kurzes „hinterm Haus“ rausgebracht…zu mehr hat mich der junge Mann nicht inspiriert:-)
    Mit der Nein-Formulierung bin ich jetzt leicht überfordert, bringst Du mir jetzt nun was vom Aldi mit oder nicht? *lach* Stimmt, eine Nicht-Frage lässt keine Ablehnung zu, das hab ich so noch gar nicht gesehen. Was antworte ich denn dann beim nächsten Mal, wenn jemand fragt, ob wir Winnetou-Eis NICHT haben (wir haben es nämlich wirklich nicht)… Hilfe…:-) Grübelnde Grüsse Andrea

  21. Babsi Says:

    liebste andrea

    bericht ist da nur das foto fehlt noch.da will ich auf eine bessere abendstimmung warten, heut ist es bedeckt und doch so schööööön diese berge und gleich seh ich wiieder viiele sterne

    allerliebste grüße von babsi

  22. andrea2007 Says:

    Liebste Sternen-Babsi, dann hat es bei DIR heute nacht ja ganz besonders geleuchtet:-) Sonnige Gutenmorgengrüsse Andrea

  23. sunny11178 Says:

    Auch ich habe mich köstlich amüsiert. Krieg ich Nachschlag? 😉
    Sprachliche Eigenheiten sind schon was Schönes, egal ob Dialekt oder fremdsprachig. In der Nähe meiner Heimatstadt gibt es einen Landstrich, in dem sagt man „da hamma se troffen“, also auf Deutsch „da haben wir sich getroffen“. Ich muss jedesmal grinsen, wenn ich das höre.

    LG aus Bayern,
    Sunny

  24. andrea2007 Says:

    Liebe Sunny, ich lebe ja auch in einem Land mit vielen verschiedenen Dialekten und ich mag Sprache sehr sehr gern. Mir fallen diese Eigenarten immer auf und auch wenn ich oft lachen muss, finde ich es schön, dass diese Traditionen beibehalten werden und nicht alle Menschen eine Sprache haben. Dein Beispiel ist auch herrlich, danke. Liebe Grüsse Andrea

  25. sunny11178 Says:

    Es ist doch schön, wenn sprachliche Eigenheiten ein Lächeln ins Gesicht zaubern 🙂 Auch wenn die hier zu meiner Schulzeit desöfteren zu Grabenkämpfen geführt haben. Schließlich hat hier fast jedes Dorf seinen eigenen Dialekt. Da konnte man schon lange drüber streiten, ob man nun beispielsweise „do fleigt a fleign“, „do fliagt a fliagn“ oder „do fluigt a fluign“, „schwoazba“, „blooba“, „hoiberl“, „schwoazbirl“ oder „hoaba“ sagt 😉 Und das in nicht einmal 10 km Umkreis. Irgendwie geht mir das ab, wo ich jetzt lebe, ist die Sprache viel neutraler…

    LG Sunny

  26. andrea2007 Says:

    Hihi, hab nur noch gegrinst beim lesen und hab es laut sagen müssen, um überhaupt zu verstehen, was Du da schreibst:-)
    Hier wird Romanisch gesprochen und obwohl es nur ca 30 000 Menschen gibt, die das sprechen, gibt es in jedem Dorf einen anderen Dialekt und Aussprache. Viele verstehen sich, viele aber auch nicht, der Wahnsinn. Allerdings nehmen die Leute das hier sehr locker und freuen sich, wenn sie anhand der Sprache herausgefunden haben, wo jemand her kommt:-) Liebe Grüsse Andrea

  27. sunny11178 Says:

    Romanisch kenne ich nur vom Hörensagen, aber ich kann mir gut vorstellen, wie unterschiedlich das ist. Ich habe eine gute Freundin aus Zürich, die erzählt auch immer, dass sie an vielen Orten in der Schweiz nicht wirklich viel versteht.

    Liebe Grüße,
    Sunny

  28. andrea2007 Says:

    Liebe Sunny, ich hatte anfangs auch grosse Mühe mit den verschiedenen Dialekten, nach der langen Zeit gibt es höchstens noch einzelne Menschen (oder einzelne Ausdrücke), die ich nicht verstehe:-) Und Romanisch ist eine wunderschöne melodische Sprache, die latinischen Ursprung hat. Ich spreche nur ein paar Brocken, verstehe aber mittlerweile recht viel.
    Liebe Grüsse Andrea

  29. sunny11178 Says:

    Guten Morgen Andrea,
    das mit den einzelnen Ausdrücken kenne ich 😉
    Woher kommst Du denn ursprünglich? Das liest sich ja so, als wärst Du vor langer Zeit „ausgewandert“.
    Ich wünsch Dir einen wunderschönen Tag,
    Sunny

  30. andrea2007 Says:

    Guten Morgen liebe Sunny,

    ich komme ursprünglich aus Bielefed wech…:-) so breit westfälisch, das hört man auch schon raus… mehr zu mir bei „about the autor“ auf der Startseite.. Dir einen schönen Abend, Andrea

  31. sunny11178 Says:

    Liebe Andrea,
    da werd ich doch gleich mal nachlesen 🙂
    Liebe Grüße,
    Sunny

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