Schöne Gedanken – das Wesentliche

„An einem Seeufer sitzt ein Mann und versucht, mit seinen Händen Fische zu fangen. Ein Wanderer kommt vorbei. Er klopft dem Fischer auf den Rücken und sagt: “ He, guter Mann, komm ich zeige Dir, wie man ein Netz knüpft. Damit kannst Du viel schneller und mehr Fische fangen, als von Hand.“ Der Fischer ist so auf den See konzentriert, dass er kaum richtig zugehört hat. Ohne aufzublicken antwortet er dem Wanderer:“ Keine Zeit, ich muss jetzt Fische fangen.“

Das tönt zwar trivial, aber es ist tägliche Realität. Wieviele Menschen befinden sich in genau dieser Situation? Keine Zeit für das Wesentliche, ich muss mich auf das Unwesentliche konzentrieren. “

Rene Egli, Das Lola-Prinzip 

Mir fiel spontan die Redewendung dazu ein, „ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Manchmal sind wir so im Alltag gefangen und so beschäftigt, dass wir eben den  Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Dann kann es helfen, das Tempo verringern, statt zu erhöhen; innezuhalten und mal einen Schritt zurückzugehen, die Situation „von aussen“ zu  betrachten…

bäume

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13 Antworten to “Schöne Gedanken – das Wesentliche”

  1. Erika Says:

    ‚Liebste Andrea,
    vielleicht möchte der Fischer gar nicht gestört werden in seiner Art, die Fische zu fangen, auch wenn es ein gut gemeinter Rat war.
    Das kenne ich auch, dass mir jemand „gut“ gemeinten Rat erteilen möchte, ich aber gar nicht von meiner Art und Weise , wie ich es mache, abkommen möchte.
    Das war jetzt mein spontaner Einfall dazu.
    Man kann es so und so sehen. Wie alles eben…..
    Bei mir schließe ich es darauf zurück, dass ich immer machen sollte, wie die anderen das wollten, und ich möchte selbst entscheiden, wie ich was mache….das hat damit zu tun, auch wenn es lieb gemeint ist, aber das kann man ja auch lieb antworten, dass man es nicht möchte.
    Das war jetzt viel,
    es regnet schon wieder
    liebe Grüße von Erika 🙂

  2. Jürgen Says:

    Liebe Andrea,

    eine wirklich schöne Geschichte, über die man gar nicht oft genug nachdenken kann. Ich kenne sie in der Variante mit einem Holzfäller, der keine Zeit hatte (sie sich nicht nahm!), seine Säge zu schärfen.

    Ich habe erst vor Kurzem eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich endlich einen alle Möglichkeiten umfassenden Kurs in den Office-Programmen Excel und Access absolviert habe. Was hätte ich mir in den vergangenen Jahren an Arbeit und Zeit erspart, wenn ich meine Werkzeuge besser beherrscht hätte. Ganz abgesehen davon, wie ich nun mit meinem Wissen glänzen kann 😉

    Ähnlich geht es einem sicher auch nach einer NLP-Ausbildung. Du erkennst heute sicher viele Dinge, die Dir früher überhaupt nicht aufgefallen wären und hast auch ganz andere Möglichkeiten, mit den Tücken des Alltags umzugehen oder Dein Leben so zu gestalten, wie Du es Dir wünschst.

    Liebe Erika,

    „Ratschläge sind auch Schläge“ trifft öfter zu, als wir glauben. Oft wollen Menschen einfach nur so gelassen werden, wie sie sind. Wenn wir das aushalten und akzeptieren können, verändert sich manches oft ganz von selbst – zumindest aber unsere Wahrnehmung!

    Als ich Deinen Kommentar las, fiel mir sofort eine meiner Lieblingsgeschichten von Heinrich Böll ein, die wir vor gut 35 Jahren in der Schule lasen und die mich seitdem begleitet und in gewisser Weise auch meine Lebenseinstellung geprägt hat: http://www.uni-flensburg.de/asta/pol_kultur_anekdote.htm

    Euch beiden und allen anderen Besuchern noch einen schönen Tag,
    Jürgen

  3. andrea2007 Says:

    Du liebste Erika, das zeigt mir mal wieder, wie unterschiedlich solche Geschichten aufgefasst werden können. Vor Deinem Kommentar sah ich nur den Fischer, der vor lauter Beschäftigung nicht einmal zuhört, was der andere sagt. Nach Deinem Kommentar seh ich auch Deine Seite… Meine Gedanke war, nicht zu beschäftigt zu sein, um auf vielleicht gute Ideen zu hören. Das Gesamtbild nicht komplett zu verlieren. Und natürlich immer selber zu entscheiden, was ich annehme und was nicht! Sonnige Windgrüsse Andrea

    Ich musste grad an diesen Beitrag von mir denken: https://andrea2007.wordpress.com/2008/08/20/ich-habe-das-recht/ Wenn ich anderen Vorschläge mache, hat der andere immer das Recht, abzulehnen…

  4. andrea2007 Says:

    Lieber Jürgen, ja die Geschichte mit der Säge und die Geschichte von Herrn Böll kenne ich auch, die sind auch sehr schön. Deine Beschreibung mit dem PC-Kurs hat mich ein wenig amüsiert, denn ich seh grad vor mir, wie Du jetzt mit Deinem Wissen „glänzt“:-) und das ist auch Dein gutes Recht. Ja, seit meinen Kursen sehe ich gewisse Dinge bewusster, kann besser kommunizieren, erkenne bei anderen Menschen schneller, wie sie ticken. Allerdings möchte ich sagen, dass das meinen natürlichen Fähigkeiten entspricht, ich hab natürlich auch neues gelernt, doch gewisse Eigenschaften, die waren schon in mir drin und sind vertieft worden. Deshalb hab ich das auch so gut annehmen können, es hat sozusagen „fruchtbaren Boden“ getroffen…Und vieles war vorher schon „automatisch“, wurde in den Kursen bewusst gemacht, vertieft und ist jetzt auf dieser tieferen Ebene wieder „automatisch“… Ups, da hab ich mich aber in was reingeschrieben:-)

    Liebe Grüsse Andrea

  5. Babsi Says:

    liebe andrea

    ich hatte wie erika zuerst diesen gedanken

    ich bin manchml in situationen- mit meiner mutter zb- wo ich etwas auf meine weise mache weil ich mir so am leichtesten tue und sie dann sagt ich soll es anders machen….sie steckt nicht in meinem körper und kennt meine empfindungen und weiß nicht wie ich etwas wahrnehme mit gewissen einshränkungen dass ich zb viel nur mit einer hand machen kann (gott das klingt nun nach selbstmitleid aber so ists nicht gemeint, ich denk du verstehst :-)))) was für den einen eine gute methode ist muß es nicht auch für andere sein. hauptsache es wird das gewünschte erreicht

    zu deiner these mit dem nicht zuhören wollen bzw das wesentliche nicht sehen: grade wenn man ständig unter strom stehen muß dann ist man quasi oft blind.deswegen mach ich schon von haus aus langsámer und bin so auch viel aufmerksamer und gelassener..

    alles liebe für dich von babsi

  6. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    diese Geschichte kannte ich noch nicht. Sehr wohl die, die Jürgen erwähnt. Diese Geschichte von Egli geht von einem „besseren“ Bewusstsein aus. So, wie die Entwicklungshilfe in ihren Anfängen. Die Menschen bekamen die besseren Werkzeuge, und an die Folgen dachte keiner. Also, in der Geschichte: Ist der Fluss erst einmal leer gefischt, dann will es niemand gewesen sein oder sie haben es von Anfang an kommen sehen.
    Bedenke die Folgen! ist mein Resümee.
    Danke für den Anstoß, liebe Grüße, Jörg

  7. skriptum Says:

    Oh, sowas Ähnliches kenne ich auch zur Genüge: Wenn ich einen ganz bestimmten Gegenstand brauche und auch ganz genau weiß wo er ist, greife ich hin und … nüscht. Weg. Nicht auffindbar. Da ich alleine lebe, liegt die Vermutung nahe, dass ich ihn selbst irgendwo anders drappiert habe. Also geht die Suche los. Oftmals sehe ich schätzungsweise 80 Mal drauf, bevor ich ihn auch tatsächlich wahrnehme. Bequemer ist es, wenn eine Freundin mich besucht, ich ihr sage, was ich suche, und sie den Gegenstand binnen Sekunden (unter uns: Und ganz genau dort, wo er hingehört; aber sag’s nicht weiter! ;-)) grinsend sichtet.

    Dann ruhig zu bleiben ist eine Kunst für sich … *g

  8. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, danke dass Du Deine Erfahrung mit dem Thema hier mit uns teilst. Das ist natürlich ein Aspekt, den ich auch so sehe, jeder hat SEINE Art, die Dinge zu tun. Wie schon geschrieben, ging es mir hier um den anderen Aspekt, den des Zuhörens, des Wald-vor-lauter-Bäumen-nicht-sehen… Und das scheinst Du ja ziemlich gut im Griff zu haben, Hut ab:-) Liebste Sonnengrüsse Andrea

  9. andrea2007 Says:

    Liebe skriptum, das ist auch eine interessante Auslegung der Geschichte. Ich finde die Gegenstände immer dann, wenn ich bereits etwas anderes suche:-) Mein Chef spendet bei wichtigen verlegten Dingen dem Heiligen Franz von Assisi, der scheinbar der Schutzpatron der verloreren Dinge oder der Suchenden ist, kein Scherz. Dann findet er es nachher immer.
    Mitfühlende Grüsse Andrea

  10. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    ich kenne die Geschichte mit einer Fortsetzung, wo der zweite immer wieder sagt, wenn du das und das machst, dann kannst du noch mehr und weiter und überhaupt. Am Schluss kommt heraus, dass der Fischer dann Zeit zum Fischen hätte, was er ja ohnehin die ganze Zeit tut.
    Vielleicht ist der Fischer diener Geschichte zufrieden mit seinem Leben und braucht gar nicht mehr.
    Aber das hat schon was Wahres, dass, wenn man sich zu sehr auf etwas konzentriert, ja fixiert, das andere rundherum gar nicht mehr wahrnehmen kann…
    Danke dir!
    Allerliebste Abendgrüße und eine liebe Umarmung von Elisabeth

  11. Jürgen Says:

    Liebe Elisabeth,

    klicke mal auf den Link in meinem Kommentar weiter oben. Ich denke, das ist genau die Geschichte, die Du meinst, oder?

    Gruß,
    Jürgen

  12. Erika Says:

    @Jürgen: Lieber Jürgen,vielen Dank für Deinen Kommentar, das ist wirklich eine schöne Geschichte.
    Liebe Grüße Erika 🙂

  13. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, ja das ist die Geschichte, die Jürgen zitiert, die kannte ich auch. Ich hab eben hier hauptsächlich den Aspekt herausgelesen, den Du in Deinem letzten Satz auch beschreibst… Allerherzlichste Sonnengrüsse Andrea

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