Schöne Gedanken – Bist Du ein Pinguin? :-)

Die Pinguin-Geschichte

Diese Geschichte ist mir tatsächlich genau so passiert. Vor Jahren wurde ich als Moderator auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert. Da denkt jeder: ”Tolle Sache.” Das dachte ich auch, bis ich auf das Schiff kam. Dort merkte ich leider schnell: Ich war, was das Publikum betraf, auf dem falschen Dampfer. Die Gäste hatten sicher einen Sinn für Humor. Ich habe ihn nur in den zwei Wochen nicht gefunden. Aber noch schlimmer: Seekrankheit kennt keinen Respekt vor der Approbation. Kurz gesagt – ich war auf der Kreuzfahrt kreuzunglücklich.
Endlich, nach drei Tagen auf See, fester norwegischer Boden. Ich ging in den Zoo. Oder besser gesagt: Ich wankte. Im Zoo sah ich einen Pinguin auf seinem Felsen stehen. Ich dachte: ”Du hast es ja auch nicht besser als ich. Immerzu Smoking? Wo ist eigentlich deine Taille? Die Flügel zu klein. Du kannst nicht fliegen. Und vor allem: Hat der Schöpfer bei dir die Knie vergessen?” Mein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.
Dann ging ich eine kleine Treppe hinunter und sah durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine. Und da sprang “mein” Pinguin ins Wasser, schwamm dicht vor mein Gesicht, schaute mich an, und ich spürte, jetzt hatte er Mitleid mit mir. Er war in seinem Element. Boh ey. Ohne Worte.
Ich habe es nachgelesen: Ein Pinguin ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit der Energie aus einem Liter Benzin käme er über 2500km weit! Pinguine sind hervorragend geeignet, zu schwimmen, zu jagen, zu spielen – und im Wasser viel Spaß zu haben. Sie sind besser als alles, was Menschen jemals gebaut haben. Und ich dachte: Fehlkonstruktion!
Der Pinguin erinnert mich an zwei Dinge: erstens, wie schnell ich Urteile fälle, nachdem ich jemand in nur einer Situation gesehen habe, und wie ich damit komplett daneben liegen kann. Und zweitens: wie wichtig das Umfeld ist, damit das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt, zum Vorschein und zum Strahlen.
Menschen haben die Tendenz, sich an allem festzubeißen, was sie nicht können, was ihnen Angst macht. Das kann man machen, aber es ist nicht sinnvoll. Wir alle haben unsere Stärken und unsere Schwächen. Viele unternehmen große Anstrengungen, um ihre Macken auszubügeln. “Verbessert” man seine Schwächen, wird man eventuell mittelmäßig. Stärkt man hingegen seine Stärken, wird man einzigartig. Wenn wir immer wieder denken: “Ich wäre gerne so wie die anderen”, kleiner Tipp: “Andere gibt es schon genug!” Viel sinnvoller, als sich mit Gewalt an die Umgebung anzupassen, ist, das Umfeld zu wechseln.
Menschen ändern sich nur selten komplett und von Grund auf. Salopp formuliert: Wer als Pinguin geboren wurde, wird auch nach sieben Jahren Therapie und Selbsterfahrung in diesem Leben keine Giraffe werden. Sich für die Suche nach den eigenen Stärken um Hilfe zu bemühen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Intelligenz. Ein guter Therapeut wird wie ein guter Freund oder eine gute Freundin nicht lange fragen: Warum hättest du gerne so einen langen Hals? Sondern: Was willst du? Was macht dir Freude? Wann geht dein Herz auf? Wann haben andere mit dir Freude? Was ist dein Beitrag? Wofür brennst du, ohne auszubrennen?
Und wenn du merkst, du bist ein Pinguin, schau dich um, wo du bist. Wenn du feststellst, dass du dich schon länger in der Wüste aufhältst, liegt es nicht nur an dir, wenn es nicht “flutsch”. Alles, was es braucht, sind kleine Schritte in die Richtung deines Elements. Finde dein Wasser. Und dann heißt es: Spring ins Kalte! Und Schwimm! Und du weißt, wie es ist, in deinem Element zu sein.

Eckart von Hirschhausen

und wer sich diese wunderschöne Geschichte lieber vorlesen lassen möchte, gerne hier:

Advertisements

30 Antworten to “Schöne Gedanken – Bist Du ein Pinguin? :-)”

  1. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    das ist schön. Auch aus dem Glücksbuch, das ja so heiter ist und macht.
    Selbstironsic und ein bisschen frech. Das macht es so heiter…
    Dir einen wunderschöneen Tag, mit hundertprozentigen Heimatgefühlen,
    liebe Grüße, Jörg

  2. Wortman Says:

    Schön hat er es erkannt: Es gibt schon genug Andere.
    Ich sag ja auch immer: Ich bin ich und nicht andere.

    Seine Schwächen muss man akzeptieren. Sie bekämpfen ist, denke ich, mehr oder minder der falsche Weg. Sie mit einzubeziehen in die Stärken, das dürfte weitaus effektiver sein.

  3. Babsi Says:

    Liebste Andrea
    diese Geschichte hab ich schon mal vor langer Zeit bekommen aber JETZT, in DIESEM MOMENT fährt sie so richtig ein.
    Ja, wie gern würd ich manchmal wie andere sein oder mehr wie andere weil mein Hirn so gepoltist „die sind doch alle besser“

    ich hab da auch mal was geschrieben
    http://blog.babsib.at/index.php/2009/03/27/wir-sind-einzigartig/

    unsere Stärken die wir oft als Schwäche erkennen sind das, was uns ausmacht

    wichtig ist, was wir draus machen

    danke für diese Geschichte

    alles alles Liebe für dich von Babsi

  4. elisabeth Says:

    Liebe Andrea,

    was nützen denn die sieben Jahre Therapie wenn aus mir niemals eine Giraffe werden kann?
    So unglücklich muss Michael Jackson auch gewesen sein.
    Arme Wesen.
    Immer anders sein zu wollen als man ist, aus seiner eigenen Haut un-be-dingt rauszuwollen, koste es was es wolle.
    das kann doch nur unglück bringen…

    Also, sich selbst gerne annehmen.
    Und was tu ich mit den Aspekten meiner person, die ich wirklich nicht mag?

    Eine herrliche Geschichte und 2 schöne Gedanken zum Schluss
    als Anstoss.

    alles Liebe
    elisabeth

  5. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    das ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich habe sie ja bereits live von ihm erzählt bekommen. 😀 Im Glücksbringer-Programm. Ich hatte davon in meinem Weblog berichtet.
    Es war sooo schön, erst lachten alle, dann wurde es immer stiller und ich bekam eine Gänsehaut. Es war richtig klasse.

    Liebe Grüße,
    Martina

  6. Erika Says:

    Liebe Andrea,
    das ist ja wunderschön, vielen Dank
    auch seit ich meine Schwächen angenommen habe, und nicht mehr so anders sein will, fühle ich mich richtig stark,
    ich bewundere die anderen um mich rum nicht mehr, ich habe auch keine Angst vor ihnen, jeder ist so wie er ist gleich viel wert.
    Jeder muss in seinem Leben die Lernerfahrungen machen, die er als Aufgabe bekommt,
    da spring ich doch gern mal ins kalte Wasser,
    alles Gute
    herzlichst Erika 😀

  7. Dori Says:

    Liebe Andrea,

    ich oute mich jetzt mal. ICH BIN EIN PINGUIN.
    Kürzlich hat mir ein lieber Mensch das YouTubeVideo hierzu zugeschickt, und ich fand die Geschichte beeindruckend.
    Danke, dass Du sie hier nochmals aufgreifst.

    Fröhliche Sonnengrüße
    Dori

  8. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    Gänsehautfeeling pur, Ecki in seinem Element – und ich vielleicht auch endlich bald in meinem!!! 🙂 Eine entzückende Geschichte mit allem Wesentlichen für mich auf den Punkt gebracht, pointiert und weise und wundervoll… Danke für diese herrliche Anregung!!! *umarm*
    Allerliebste Grüße zu dir, Elisabeth

  9. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    hast mich mal wieder aufs Glatteis geführt.
    Ach, auf nem Kreuzfahrtschiff war se auch schon, als Unterhaltungskanone. Und dann ist ihr über, sie geht in den Zoo, und dann wird es tief und philosophisch.

    Liebe Andrea,

    ich habe Dir ernsthaft diese Worte und Gedanken zugetraut. Die formulierst zwar etwas anders. Aber das soll jetzt mal auch egal sein.

    Wieder einmal das Thema: Wir haben die Wahl.
    Die Wahl zu urteilen. Die Wahl, uns die Umgebung auszusuchen, in die wir unsere Stärken stärken können.

    Danke für diesen schönen Gedankenanstoß.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  10. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, ja diese Selbstironie macht es heiter und fröhlich, das finde ich auch. Das mit den Heimatgefühlen ist grad ein bisschen schwer, Heimat hier oder Heimat da? 😉 Lächelnde Grüsse Andrea

  11. andrea2007 Says:

    Lieber wortman, es gibt schon genug Andere… über diesen Satz könnte ich mich kaputt lachen, wie recht er hat…Ja, meine Stärken und meine Schwächen gehören zu mir, kämpfen kostet immer viel Energie und Sieg ist nicht unbedingt garantiert. „mit einbeziehen“ klingt sehr viel sanfter und effektiver. Liebe Grüsse Andrea

  12. andrea2007 Says:

    Liebe Elisabeth, Du willst echt eine Giraffe werden??? 🙂 Ja, etwas anderes sein zu wollen, als man ist, das muss viel Kraft kosten, viel Unzufriedenheit und innere Unruhe fabrizieren… Sich selbst gerne annehmen und nach und nach kleine Schritte verbessern, verändern, ich glaube, das sind die Möglichkeiten, die wir haben, manchmal sind es Quantensprünge, manchmal Mini-Schritte oder sogar Rückschritte, aber wenn wir in Bewegung bleiben, dann werden wir unseren Weg gehen.

    Mit den Aspekten, die Du wirklich nicht magst, was machst Du mit denen? Mh, ich würde mal mit denen „reden“ und Ihnen sagen, dass Du akzeptierst, dass sie ein Teil von Dir sind, auch wenn Du nicht verstehst, warum sie das sind, oder so ähnlich…Vielleicht verändert sich beim miteinander sprechen etwas…und wenn nicht, dann würde mich einfach auf das konzentrieren, was Du an Dir wirklich MAGST… Alles Liebe Andrea

  13. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, ich würde ihn so gern mal live sehen, das werd ich auch hinbekommen, vielleicht noch dieses Jahr. Muss ich mal bei Dir stöbern, ich glaube, ich habs verpasst oder schlechtes gedächtnis. Ich kann mir die Reaktion der Zuschauer nach Deiner Beschreibung richtig gut vorstellen, vielen Dank.
    Liebe Grüsse Andrea

  14. Wortman Says:

    Heimat trägt man im Herzen – so ist es eigentlich ganz egal wo man wohnt, oder?

  15. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, ja dass Du soviel geschafft hast mit Dir selber, das weiss ich und da kannst Du wirklich stolz drauf sein. Jetzt gibts bestimmt Menschen, die DICH bewundern…Viel Spass beim ins-kalte-Wasser-springen, das erfrischt und macht wach:-) Alles Liebe Andrea

  16. andrea2007 Says:

    Liebste Dori, Du bist ein Pinguin… was hab ich geschmunzelt darüber, Du Liebe… na dann weisst Du ja, wo die Umgebung ist, in der Du Dich wohlfühlst. Aber Moment mal, Du HASST doch Kälte, oder wie war das?? 🙂 Lachende Sommersonnengrüsse Andrea

  17. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, DU vielleicht auch bald in Deinem?UH, das klingt spannend und nach Veränderung, ich bin sicher, wir werden es rechtzeitig erfahren… Ja eine wunderschöne Geschichte, von Dir mit den „richtigen“ Adjektiven vervollständigt. Allerherzlichste Sonnengrüsse Andrea

  18. andrea2007 Says:

    Lieber Ulf, HA, dass MIR das mal bei DIR gelungen ist, sonst ist es doch eher immer umgekehrt:-) Ich als Unterhaltungskanone auf nem Kreuzfahrtschiff, hab ich gelacht… Bin nämlich nicht besonders seefest… Danke lieber Ulf, dass Du mir ernsthaft diese Worte zugetraut hast, auch wenn ich etwas anders formuliere. Dass Du das beurteilen kannst zeigt mir, dass Du wirklich regelmässig hier liest *freu*. Wir haben die Wahl, lasst uns umsichtig und klug wählen… Liebe Grüsse Andrea

    p.s. und ich darf jetzt sogar ganz oft wählen, denn Du weisst ja in der Schweiz gibts fast jeden Monat ein paar Abstimmungen:-)

  19. andrea2007 Says:

    Liebste Babsi, ich wollte erst auf Deinen Link schauen, hab aber jetzt leider keine Zeit mehr. Den werd ich mir in Ruhe zu Gemüte führen. Du bist wunderbar, so wie Du bist und DU entscheidest für Dich selber und das ist gut so. SO, das musste doch mal gesagt werden:-)

    Schön, dass die Geschichte grad jetzt so bei Dir einfährt. Und es stimmt, manchmal sind die Dinge, die wir selber als Schwäche empfinden, eigentlich gar keine Schwächen.

    Alles Liebe für Dich, Andrea

  20. andrea2007 Says:

    Lieber wortman, das stimmt – doch ich hab in meinem Herzen 2 Heimate (gibts das Wort überhaupt im Plural?) hier hab ich schon mal drüber gefachsimpelt: https://andrea2007.wordpress.com/2007/11/16/zuhauseheimat/

    und manchmal vermisse ich die eine… oder die andere…

    Liebe Grüsse Andrea

  21. theomix Says:

    Liebe Andrea,
    gewünscht wird, was wiederkommen soll (oder wenn man nicht weiß, ob es da ist). Heimat ist da, wo man herkommt und da, wo man ist, bei dir eben hier und dort.
    Und Konrad Dudens Erben nicken bei „Heimaten“.
    Mit Konrad stehen die Tippfinger auf Kriegsfuß, aber mit Grüßen von ihm und
    von Jörg

  22. Wortman Says:

    Schön gesagt Theomix. Das wollte ich auch grade anmerken. Heimat ist dort, wo man geboren und aufgewachsen ist. Es ist dann vielleicht die „Grundheimat“.
    Ich lebe jetzt in Bayern und wenn ich nach 20 Jahren sage, das hier ist meine Heimat, mag es so richtig sein, doch die Urheimat ist und bleibt der Ort, von dem ich gestartet bin.
    In meinem Herzen bin und bleibe ich Norddeutscher.

  23. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    damit du nicht zu viel rumsuchen musst. Ich habe über das Glücksbringer-Programm im Juni 2008 berichtet.

    Liebe Grüße,
    Martina

  24. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, danke für die Grüsse von Konrad:-) (verstehe ich das richtig, dass MEINE Tippfinger mit ihm auf Kriegsfuss stehen?). Und Deine Worte über Heimat kann ich gut annehmen und es beschreibt genau das, was ich empfinde. Danke! Liebe Grüsse Andrea

  25. andrea2007 Says:

    Lieber Wortman, dann sprechen wir uns in 20 Jahren wieder:-) Aber Du hast recht, wenn ich so ganz tief grabe und ehrlich bin, dann bin ich im Herzen Westfälin geblieben, mit Schweizerdeutschem Akzent:-) Liebe Grüsse nach Bayern Andrea

  26. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, danke für den Hinweis, ich war schon dort und hab kommentiert:-) Ich hab dabei noch ein paar andere sehr schöne Beiträge von Dir gefunden über das Glück, ein schönes Geschenk von Dir, danke! Ich scheine mich letzten Sommer noch nicht auf Deinem Blog rumgetrieben zu haben…aber jetzt dafür umso regelmässiger:-) Liebe Grüsse Andrea

  27. Wortman Says:

    @Babsi: Siehste, das meine ich ja 😉 Da können wir uns ruhig in 20 Jahren unterhalten – werde dir dann trotzdem sagen, ich bin ein Nordi 🙂

    Da ich als Bremer weiter weg von der Nordsee wohne, nennt man mich hier nicht Fischkopp sondern Muschelschubser 🙂

  28. theomix Says:

    Liebe Nadrea,
    wenn sollte Konrad außer mir denn meinen, mit meinne Vredreehrn?
    Grüße, Jörg

  29. andrea2007 Says:

    na MICH wegen „Heimate“…:-)

  30. Babsi Says:

    @torsten: so nun bin ich verwirrt ggg ibist du nun in münchen oder bremen :))

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: