Skihütten-Geschichte

Letztens auf der Skihütte ein erst seltsames Schauspiel: Der Koch persönlich servierte das Essen mit seiner Riesenkochmütze, sprang dann wieder schnell in die Küche, in der genau EINE Küchenhilfe war, sprang dann an den nächsten Tisch, nahm die Bestellung auf, flitzte wieder in die Küche…Das ganze extrem schnell und präzise, aber immer mit einem Lächeln auf den Lippen, immer sehr freundlich, den Gästen gegenüber.

Irgendwann funktionierte das wohl nicht mehr so recht und begann,  am Nachbartisch seinen Block zu plazieren, den Kugelschreiber daneben und bat die Gäste, ihre Bestellung  selber aufzuschreiben:-)  Schön war, das niemand sich beschwerte, es dauerte alles ein wenig länger, aber es war alles gut, weil er immer so freundlich blieb. Die Gäste schrieben lachend ihre eigenen Bestellungen und das Essen kam erstaunlich fix und war gut.

Als ich ihn dann doch einmal ansprach von wegen viel Arbeit oder so ähnlich, antwortete er grinsend, seine Frau sei abgehauen…Und mir war nicht ganz klar, ob er darüber froh war und deshalb grinste, ob sie nur an diesem Tag oder für immer abehauen war oder ob er gar nur einen Spass machte. Er nahm sich auf jeden Fall Zeit, noch ein wenig weiter darüber mit mir rumzublödeln und am Schluss sagte er, seine Tochter sei aber geblieben.

Ein Meister-Optimist? Oder ein echter Wirte-Profi? Oder ein erleichterter „Ex-„Ehemann? Was auch immer, es war sehr eindrücklich und ist mir als eine heitere Episode im Gedächtnis geblieben.

imageskoch

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12 Antworten to “Skihütten-Geschichte”

  1. Erika Says:

    Liebste Andrea,
    ein Meister-Koch, dem nichts außer der Tochter übrigbleibt und der kocht, was die Leute wollen. Sehr lustig, ich glaube , der war froh, dass die Frau weg ist. Wenn der so gut drauf war,hat er bald wieder ne Neue
    (Frau,Bedienung oder Weltanschauung oder Menuezusammenstellung)
    Guten Appetit !!!!
    Schönes Wochenende und
    ….nicht abhauen….*grins*
    Erika 🙂

  2. theomix Says:

    Ja, da wir so wenig über den Hintergrund wissen, lässt sich nur spekulieren: War es eine leichte Trennung? Oder versteckt er die Schwere (sozusagen unter der Kochmütze), überwindet er sie mit viel Arbeit. Zugleich ist er sich seiner Grenzen bewusst.
    Eine wirklich nette Geschichte, zum Schmunzeln und Nachdenken. Danke!
    Jörg

  3. rainer Says:

    Liebe andrea,

    es gibt diesen effekt, dass man(n) zu etwas Schrecklichem lächelt. Männer müssen doch stark sein, oder ? Und empfinden wir nicht Sympathie für diesen Koch, wenn er sein Schicksal annimmt und dazu lächelt…

    Ich hoffe wir können lächeln, wenn uns das Schicksal oder die Frau verlässt…

  4. Elisabeth Says:

    *lächel* Ein wahrer Meister ist dieser Koch, liebste Andrea!!! 🙂 Eine heitere Geschichte, die neugierig macht – und wollen wir es wirklich so genau wissen? Oder macht es gerade den Charme der Geschichte aus, dass wir nicht alles wissen? 😉
    Allerliebste Grüße von Elisabeth

  5. andrea2007 Says:

    Liebste Erika, lustig, wenn Du Deine Gedanken so frei fliessen lässt. Ich werd mal einen Reality-Check machen, wenn ich das nächste Mal da bin:-) Liebe Grüsse Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Lieber Jörg, bitte! So fröhlich wie der trotz totalem Stress war, ging es ihm gut, warum auch immer, vielleicht war es auch nur Galgenhumor, keine Ahnung. Was mich gefreut hat war, dass die Leute sich so anstecken liessen von seiner Fröhlichkeit… Liebe Grüsse Andrea

  7. andrea2007 Says:

    Lieber Rainer, diesen Effekt kannte ich noch nicht und da wir nicht so genau wissen, ob die Frau vielleicht auch nur mal einen Tag frei genommen hat, wissen wir auch nicht, ob dieser Effekt bei ihm eingetreten ist. Sympathie hab ich auf jeden Fall mit ihm gehabt, hautsächlich aber wegen seines Lächelns und seiner unortodoxen Arbeitsweise, die sehr effektiv war. Liebe Grüsse Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeht, genau, das macht den Charme der Geschichte aus, das Geheimnis hinter dem Lächeln des Koches… lächelnde Grüsse Andrea

  9. theomix Says:

    Liebe Andrea, richtig, der Galgenhumor. Morgenstern, Galgenlieder. Galgenhumor ist manchmal die letzte Rettung. Die Aussage ist genauso doppelbödig wie sein Grinsen. Ein Meister zweier Fächer, Humor, Kochen – ach ja, drei: Delegieren auch noch…
    Amüsierte Grüße
    Jörg

  10. freidenkerin Says:

    Ein Meister seines Fachs in jedem Fall. Auch wenn ihm die Frau nur für einen Tag abgehauen sein sollte. Da hätten viele in seiner Situation nicht nur die Nerven sondern auch den Überblick verloren. Und dann auch noch wohlschmeckendes Essen zaubern! Hut ab! Als eingefleischte Gastronomin (31 Dienstjahre mittlerweile) kann ich diesem Menschen nur von ganzem Herzen Respekt und Anerkennung zollen.

  11. andrea2007 Says:

    Richtig, lieber Jörg, ein Meister auf allen Ebenen und dazu noch ein Mann, der mehrere Dinge gleichzeitig (gut) kann:-) *den-kopf-einzieh-und-weg*:-) Liebe Grüsse Andrea

  12. andrea2007 Says:

    Liebe freidenkerin, das kann ich verstehen, dass Du das nachvollziehen kannst. Auch ich- wenn auch nicht im Gastgewerbe, aber doch im Tourismus mit Zeiten, in denen es noch hergeht im Laden- hatte den grössten Respekt vor seiner Professionaliät, sich nicht unterkriegen zu lassen und das noch mit einem ansteckenden Lächeln.
    Liebe Grüsse Andrea

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