Auszüge aus meinem Leben als „Strohwitwe“

Wie schon erwähnt, bin ich seit Samstag für 1 Woche Strohwitwe, wie jedes Jahr um diese Zeit. Mein Mann ist in seinem wohlverdienten Männerurlaub. Ich geniesse es, mal allein zuhause zu sein und Dinge zu tun, die ich sonst nicht tue… Mmmh, stimmt das überhaupt? Tue ich wirklich Dinge, die ich sonst nicht tue? Und wenn ja, warum?  KANN ich sie sonst nicht machen oder DARF oder WILL ich sie sonst nicht machen? Oder noch besser- tue ich im Grunde vielleicht einfach nur das, was ich sonst auch tue oder nur zu anderen Zeiten?

Ich werd da jetzt ein Selbstexperiment machen und schreibe mal auf, was alles anders ist, weil ich allein bin:

– ich miste an einem Samstag Abend meinen Kleiderschrank endlich mal wieder aus, über die überaus wohltuende Wirkung hatte ich hier schon mal drüber geschrieben

-ich hab die Zeit, alle unerledigten „Haufen“ quer durch die Wohnung zu vernichten, herrlich!

– ich hab meine alte Fotokiste rausgesucht und drin rumgewühlt, Mann, die 80er waren echt das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks und ich war auf manche Outfits damals so stolz. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich im Leben schon so viele verschieden Frisuren hatte, oder besser Varianten einer Frisur:-)

– ich telefoniere schon früh morgens mit meiner liebsten Freundin in Bielefeld – AUSGIEBIG;-)

– ich schaue ungeniert 3 Folgen meiner Gilmore Girls auf DVD hintereinander am ABEND zur besten Fernsehzeit

– ich hab mein Sportprogramm wieder begonnen (das im Laufe der Saison eingeschlafen war) und lasse das Velo einfach im Wohnzimmer vorm Fernseher stehen

– ich mache selber Feuer im Kamin im Surfcenter und bin jedesmal ein wenig stolz, dass ich es kann 🙂

– ich muss jetzt selber für alle kochen im Surfcenter – was mir Spass macht, weil zur Zeit eh nur noch Freunde, Kollegen und Bekannte zum Essen kommen.

– ich merke, wie sehr ich mich auf Toni verlasse, in so vielen Dingen, auch in den kleinen und alltäglichen, vor allem in den kleinen und alltäglichen; und das ich, die immer so stolz auf ihre Selbständigkeit ist; ist es wohl wert, mal richtig drüber nachzudenken, macht aber überhaupt kein Bauchweh… Nachdenken beendet: das nennt man Arbeitsteilung, jeder macht das, was er besser kann, ganz einfach!

– es ist kälter im Schlafzimmer oder liegt das an den Minus-Temperaturen draussen? 🙂

– ich spreche nicht mehr soviel…:-)

– wir gehen vom Rest-Trinkgeld (ein Essen war schon MIT Toni) nur mit den Mädels einen Abend so richtig aus!

– da ich jetzt Toni’s Aufgaben mit übernommen habe, kann ich mich gut in seine Lage versetzen und ertappe mich dabei, dass ich mich über genau diegleichen Dinge aufregen kann wie er;-) Trägt sicher zum besseren Verständnis bei.

Fazit: ich mache kaum Dinge, die ich sonst nicht auch mache, vielleicht mach ich sie zu anderen Tageszeiten oder ausgiebiger. Es ist schön, mal nur mit mir selber zusammenzusein und die Wohnung für mich allein zu haben, mir meine Zeit selber einzuteilen und in mich hineinzuhören, wie ich mich „mit mir“ fühle, was mir fehlt und warum, ist es die Macht der Gewohnheit oder fehlt es mir wirklich? Und am Ende der Woche freue ich mich dann sehr, dass die Woche zu Ende ist… 🙂 Solche Auszeiten tun auch der Beziehung gut und man weiss sich nachher wieder mehr zu schätzen; es ist schön, wenn man sich auf den anderen freuen kann.

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12 Antworten to “Auszüge aus meinem Leben als „Strohwitwe“”

  1. Sicht-Feld Says:

    Liebe Andrea,
    schön, dass Du Deine „Auszeit“ auch genießen kannst. Manchmal tut es eben einfach auch richtig gut, mal Zeit und Raum für sich selbst zu haben! Aber das mit dem kalten Schlafzimmer kenne ich, das ist eine unangenehme Nebenwirkung!
    Na, bald wird´s ja wieder warm, wenn Toni wieder da ist! Genieß die letzten Stunden als Strohwitwe noch in vollen Zügen! Ich denk an Dich!
    Alles Liebe,
    Mareike

  2. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    du schlägst dich ja ganz wacker *grins* Jetzt heißt´s warm anziehen und das Feuer entfachen, das sonst vom Toni ausgegangen ist, ohne dass es ausgegangen ist, nicht wahr? *immernochgrins*
    Du bist eine wahre Kaiserin!!! Ich spüre das und ich weiß, dass du diese Zeit FÜR dich und MIT dir genießen kannst und wirst!
    Fühl dich ganz lieb und herzlich und wohlig-warm umarmt von Elisabeth

  3. Dori Says:

    Liebe Andrea,

    eine Auszeit tut jeder Beziehung gut, wie ich finde. Das bezieht sich oftmals auch auf Beziehungen unter Freunden, Eltern und Kindern etc.

    Ich glaube, dass Du eine sehr „gestandene“ Frau bist. Du kannst diese Woche genießen, weißt aber, dass Dein Liebster bald wieder da ist. Die ersten Tage sind tootal spannend, wenn man alleine ist, je mehr es dem „Ende“ entgegengeht, umso größer ist die Sehnsucht. Und man ist sich sehr bewußt, warum man gerade mit diesem Menschen zusammenlebt. Ist das nicht schön?

    Ich sende Dir wärmende Grüße und
    strahlenden Sonnenschein fürs WE,

    Dori 🙂

  4. Alex Says:

    Liebe Andrea,

    ich kann mich Deinem Fazit nur anschliessen, weil es mir genau gleich geht. Ich bin froh, das meine Frau sich ihre Auszeiten nimmt, und ich auch meine Auszeiten nehme.

    In diesem Sinne, geniess das Wochenende mit Toni.. !! 🙂

  5. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    freut mich, dass du eine lustige Strohwitwe bist. 😉 Prima, dass es dir gut geht.

    Ich mag es ja gar nicht, wenn mein Schatz mal weg muss. 😦 Liegt vielleicht daran, dass ich sowieso oft den ganzen Tag hier alleine mit meinem Pepper bin. So gesehen vermisse ich das nicht, da ich genug Zeit mit mir selbst habe.
    Daher freue ich mich auch eher darauf, wenn mein Schatz und ich dann wirklich mal Zeit miteinander haben.
    Doch, wenn ich überlege, ich hätte gar keine Zeit mit mir alleine, dann würde mir auch was fehlen. Ich finde, das braucht man auch mal.

    Außerdem bin ich eine Angstbüx. 😉 Nachts im Dunkeln allein im Haus… dann liege ich die ganze Nacht wach. Leider.

    Liebe Grüße,
    Martina

  6. andrea2007 Says:

    Liebe Mareike, das kann ich alles unterschreiben:-) 1 Woche geht schnell vorbei, ist aber auch genug…Liebe Grüsse Andrea

  7. andrea2007 Says:

    Liebe Elisabeth, da wollte ich doch immer nur die Prinzessin sein und Du kürst mich zur Kaiserin, ich weiss, DU kennst Dich da aus… welche Ehre, meinen tiefsten Dank…*lach-grins-schmunzel* Eine kaiserliche Umarmung zurück, Andrea

  8. andrea2007 Says:

    Liebste Dori, jetzt kommst Du auch noch mit einem so wunderbaren Kompliment, das ist heut wohl mein Glückstag:-) Ich war schon sehr früh oft allein, da lernt man das. Und ehrlich gesagt, brauch ich das sogar manchmal richtig. Man verbringt doch sein ganzes Leben zusammen, da kommt man mal die eine oder andere Woche ohne einander klar…Ich finde das wichtig. Herzliche Sonnengrüsse für Dich, Andrea

  9. andrea2007 Says:

    Lieber Alex, dann denken wir ja ähnlich. Dir auch ein schönes Wochenende.Liebe Grüsse Andrea

  10. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, ja ich bin allerdings eine lustige Strohwitwe, hab mit meinen Mädels sehr viel gelacht…das kann ich allerdings auch, wenn mein Mann hier ist.
    Ich bin tagsüber immer voll unter Menschen, immer „an der Front“, da geniesse ich die Stille und das Alleinsein natürlich ganz anders…und Angst hab ich zum Glück nicht. Und DU müsstest doch auch keine haben, Du hast doch diesen tollen scharfen Wachhund bei Dir…;-) Fröhliche liebe Grüsse für Dich, Andrea

  11. Schaps Says:

    Es ist wirklich sehr interessant das alles zu lesen! Sehr interessant! 🙂
    Da lernt man solche freien Tage auch mal wieder zu schätzen. Wenn sowas Gang und Gäbe ist, dann verliert man schnell den Überblick über sein Leben und es gibt keine wirklich festen Abläufe mehr: Stichpunkt mitten in der Nacht Joggen, Stichpunkt jeden zweiten Tag Party… 😉
    Und genauso wie du am Ende sagst, ist es auch. Man freut sich umso mehr auf die abwesende Person. Ein schönes Leben hast du! Das wird einem regelmäßigen Leser hier klar 🙂

  12. andrea2007 Says:

    Lieber Schaps, schön dass Du zu den regelmässigen Lesern zählst, danke Dir dafür! Ja, ich weiss, ich habe ein sehr schönes Leben, ich hab auch viel dafür getan und tue es noch.

    Ich glaube auch, dass man gewissen Strukturen und Tagesabläufe braucht, behalte Dir aber bitte Deine Spontanität und Flexibilität bei, der Alltag holt einen noch früh genug ein:-)

    Liebe Grüsse Andrea

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