Strohwitwe…

Seit Samstag bin ich nun urlaubshalber für eine Woche Strohwitwe. Und da wollte ich doch mal wissen, woher dieses Wort eigentlich kommt. Bei Wikipedia fand ich folgendes:

„Strohwitwer (entsprechend dem englischen Grasswidower, Grasswidow: „Graswitwe“),
ist ein „Witwer auf Zeit“, also ein zeitweilig von der Frau verlassener Ehegatte bzw. Lebenspartner. Typischerweise tritt so eine Situation bei Reisen ein, die nicht gemeinsam unternommen werden.

Die Bezeichnung gilt allerdings ausschließlich als gerechtfertigt, wenn zu erwarten ist, dass der Lebenspartner wieder in den gemeinsamen Alltag zurückkehren wird. [Na, das hoffe ich doch!] Es besteht keine Konvention darüber, wie lange man alleinstehend leben muss, um zutreffend als Strohwitwer/Strohwitwe bezeichnet werden zu können. So ist eine Trennung von lediglich einigen Minuten ebenso denkbar wie ein Zeitraum von mehreren Jahren.

Stroh steht hier für Bett, wie in der Klage Marthes im Faust:
„Gott verzeih’s meinem lieben Mann,
Er hat an mir nicht wohl gethan!
Geht da stracks in die Welt hinein,
Und läßt mich auf dem Stroh allein.“

Strohwitwen gibt es vermutlich ebenso häufig, die männliche Form tritt jedoch öfter auf, da sie das Klischee des im Haushalt unbeholfenen Mannes bedient.“

Und lässt mich auf dem Stroh allein…“Mein“ geliebter Faust ist wirklich eine wahre Funggrube an Lebensweisheiten… Ich fand dann noch ein paar andere, teilweise wohl nicht ganz so ernst gemeinte Bedeutungen in verschiedenen Foren:

„Damit war früher eigentlich das auf dem Stroh im Heuschober entjungferte und danach verlassene Mädchen gemeint.“

„Kaum ist der Bauer zum Markt, landet die Bäuerin mit dem Knecht im Stroh.“

„Strohwitwer können leicht Feuer fangen bzw. wenn man sich mit dem einlässt, brennt das Feuer nicht allzu lang.“

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10 Antworten to “Strohwitwe…”

  1. Alex Says:

    Liebe Andrea,

    was gibt es unterhaltsameres als sich an deinen farbigten texten zu laben. Und dann noch am Montag morgen. Und jetzt weiss ich auch bescheid über den Begriff Strohwitwe.

    Ich bin immer versucht, mich zu freuen wenn ich mal alleine zuhause bin. Die ganze Wohnung für sich, nur sich selbst verpflichtet. Aber spätestens wenn ich ins Bett gehe, dann habe ich ein Problem. Es fehlt dann einfach was. Nein, es ist nicht Sex. Es ist die fehlende Anwesenheit meiner Frau. Das ist mir jetzt schon ein paar mal aufgefallen. Wenn sie nicht neben dran liegt, dann schlafe ich viel unruhiger. Der Mensch ist halt ein gewohnheitstier…

    Aber ich wünsch dir eine schöne Woche und geniess die Zeit.

    Gruss Alex

  2. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    sehr unterhaltsam. *lach* „…und lässt mich im Stroh allein.“ 😀 Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer. Auch die Bäuerin mit dem Knecht im Stroh, gefällt mir gut. *lach*

    Vielen Dank für die gute Unterhaltung.

    Liebe Grüße,
    Martina

  3. andrea2007 Says:

    Lieber Alex, na das ist aber ein schönes Kompliment, danke. Schön, dass ich Dir immer mal wieder eine Freude machen kann…
    Zu meiner Ansicht des Strohwitwen-Daseins gibts noch einen richtigen Artikel, deshalb hier nur die Bestätigung -ja, der Mensch IST ein Gewohnheitstier… Liebe Grüsse aus dem schweine-kalten Engadin, Andrea

  4. andrea2007 Says:

    na na na, Mamü, wo Deine Augen wieder hängenbleiben *lach*…ich war selbst überrascht über diese lustigen Erklärungen…strohwitwige Grüsse Andrea

  5. Sicht-Feld Says:

    Liebe Andrea,
    ernsthaft: Du magst Faust? Ich musste ihn in der Oberstufe lesen, war sehr genspannt und neugierig und fand ihn dann ganz furchtbar. Aber egal.
    Interessant zu lesen – auch ich gebrauche das Wort häufiger, ohne bisher genau gewusst zu haben, woher es eigentlich kommt. Am vergangenen Wochenende war ich übrigens selber Strohwitwe im übertragenen Sinne, ich hab sozusagen das Stroh mitgenommen. Mehr dazu in Kürze auf meiner Seite.
    Alles Liebe!
    Mareike

  6. andrea2007 Says:

    Liebe Mareike, ja ich mag Faust sehr, wir hatten einen ganz besonderen Deutschlehrer, der hat ihn uns auf eine sehr interessante und gute Art nahegebracht.
    Bin gespannt auf Deine Stroh-Geschichte:-)
    Alles Liebe auch für Dich, Andrea

  7. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    jetzt hoffe ich mal, dass Du die Strohwitwenschaft nicht zum Anlass nimmst,
    hier fürderhin „Stroh zu dreschen“. Oder „Strohfeuer abzubrennen“.

    Ich stro(h)mer immer wieder gerne bei Dir hier rum (im Blog natürlich,
    nicht im Stroh).

    Liebe Grüße,
    Ulf

  8. andrea2007 Says:

    Lieber Ulf, immer wieder für einen Kalauer gut… hihi, ich werd Deine Tipps beherzigen:-) Und ich freu mich immer, wenn Du hier „rumstroh(m)erst! Liebe Grüsse Andrea

  9. Schaps Says:

    Stimmt, du mochtest ja den Faust! 🙂
    Hast du dir auch den zweiten Teil angetan? Schwere Kost! ^^
    Ich hab den nicht wirklich verstanden und fand es nicht gerade so toll. Der erste Teil war besser.

  10. andrea2007 Says:

    Das fand ich auch, lieber Schaps. Der 2. Teil ist mir auch nicht so in Erinnerung deshalb. Und DU Wusstest bereits schon, dass ich Faust mag? Au wei, mein Gedächtnis lässt erschreckend nach. Hilf mir….auf die Sprünge… 😉

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