Festlicher Abend anlässlich des Jubiläums

„Als Schule ohne verlässliche Erfahrungswerte einen Festlichen Abend inder Stadthalle zu planen, ist zunächst ein schwer kalkulierbares Unterfangen. Wenn aber die 800 Plätze des grossen Saals Monate im Voraus ausgebucht sind und auch der hinzugemietete kleinere Festsaal mit weiteren 400 Plätzen innerhalb kürzester Zeit über Kartenbestellungen gefüllt wird, dann ich das eine beglückende Resonanz, die Mut macht. Sicher wird auf diese Weise deutlich, dass in Bielefeld gerne gefeiert wird. Doch es zeigt darüber hinaus eine besondere Verbundenheit mit dem Ratsgymnasium, über die ich froh und dankbar bin.
Wenn dann noch das Programm im Wesentlichen durch Ehemalige verschiedener Generationen ausgestaltet wird:
– von Bands der Schulgeschichte, die sich extra für diesen Anlass wieder neu formieren und sogar ins „Trainingslager“ gehen,
-von heute als Autoren tätigen ehemaliger Schülern, die Textbeiträge vorbereiten,
und
-von einem inzwischen sehr moderationserfahrenen Absolventen, der die Leitung des Abends übernimmt-
dann verstärkt sich der Eindruck einer echten Verwurzelung der Schule bei den Ehemaligen und in der Stadt.“

So schreibt der -wie bereits erwähnt- äusserst sympathische Direktor im Programmheft als Einleitung zu einem grossartig gelungenen und erlebten Abend. Ich könnte es nicht besser formulieren. War ich doch auch vom grossen Zustrom und den immer ausverkauften Karten beeindruckt.
 
Jede der verschiedenen Bands lockte reichlich Tanzlustige auf die Tanzfläche, sei es mit Walzer, deutschem Liedgut, guter Rockmusik, Udo Lindenberg-Kopie und vielem mehr. Mein persönlicher Favorit war der Sänger einer aktuellen Schulband, eine unglaubliche Stimme und eine Wahnsinns-Interpretation von diesem Lied hier

http://www.youtube.com/watch?v=iul4SBlHIf8

Einer der Textbeiträge wurde von Hans Zippert, EX-Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, heute Kolumnist „Zippert zappt“ bei der Welt,  der äusserst bissig, aber doch liebevoll die Schule durch den Kakao zog und seiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, dass er nach der Schulzeit plötzlich ausgerechnet damit Geld verdiente, was sein Deutschlehrer immer mit „nicht ausreichend“ bewertet hatte:-)

Mir gefiel ausserordentlich, dass sich  die Gäste aus Lehrern, ehemaligen Lehrern, ehemaligen Schülern (wahlweise mit Partner), Eltern von Schülern UND vor allem Schülern aus der Oberstufe zusammensetzten. Das grosse Interesse bei den Oberstufenschülern fand ich bemerkenswert, vielleicht hatte ich einen besonderen Bezug dazu, weil auch mein eigener Neffe dazu gehörte. Sie waren alle so schön angezogen, viele hatten die Tanzstunde schon hinter sich und tanzten wirklich sehr gut zu jeder Art von Musik, es gab da ein paar total süsse Paare, ich finde diese Generation einfach total klasse.

Zum offiziellen Teil sei noch das Dessert nach Mitternacht erwähnt, da war ein riesiger Turm von Dr. Oetkers (sicher einer der berühmtesten Ehemaligen der Schule) Götterspeise in grün, rot und gelb aufgebaut, die ich damals schon im Schullandheim nicht besonders gern mochte… Die Idee und damit verbundene Erinnerung war aber genial. 

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, schaffe ich es problemlos, über meine Eindrücke des Abends zu schreiben, weniger jedoch über meine persönlichen Kontakte. Da gäbe es viel zu erzählen, ich hatte wirklich ein paar ganz ganz besondere Begegnungen und Gespräche; jemand machte mir ein besonders schönes Kompliment, indem er mir sagte: „Du macht einen sehr ausgeglichenen Eindruck, den Eindruck eines in sich ruhenden Menschen.“ Ich konnte das Kompliment übrigens zurückgeben. 

Einige Paare machten mir jedoch Angst, weil entweder der Mann sich zu einem kleinen Diktator entwickelt hatte oder in dem anderen Fall zum grauen Mäuschen. Der ehemalige Klassentrottel hatte zwar einen Doktortitel, und doch war im Grunde niemand auffällig zu jemandem anderen geworden. Charakter und Persönlichkeit waren natürlich weiterentwickelt, aber der Mensch von früher war immer noch zu erkennen. Und daran änderte wunderbarer Weise auch ein Doktortitel bzw. das Nicht-Besitzen eines solchen nichts. Das war eine schöne Erkenntnis.

Ach ja, und für Alex:-)  wie Du siehst, hab ich mich nicht in „Einheits-Schwarz“ gekleidet, denn ich mag Farbe; ich war allerdings schon ein wenig ausserirdisch, aber das bin ich für die zuhause eh schon, also hab ich mich einfach rundherum super wohl gefühlt.

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20 Antworten to “Festlicher Abend anlässlich des Jubiläums”

  1. bonafilia Says:

    WOW….du bist aber schick!

    Ehemaligentreffen sind doch bestimmt immer interessant! Und die Erkenntnis das der Mensch sich an sich nicht groß ändert und immer noch als der Schüler von damals erkennbar ist tröstet mich, denn heute bin ich mit mir fast ganz zufrieden, zu Schulzeiten fand ich mich immer irgendwie aussen vor! Wahrscheinlich war ich es gar nicht!!!

    Nochmals mein Kompliment für das schöne Kleid zur schönen Frau!

    ♥ -liche Grüße Bonafilia

  2. Dori Says:

    Wow, liebste Andrea,

    da kann ich mich Bonafilia nur anschließen, das sieht sehr schön aus. Und die Farbe steht Dir sehr gut.

    Das scheint ja wirklich ein besonderes Ereignis gewesen zu sein. Übrigens LIEBE ich Götterspeise, und am liebsten mag ich die grüne 🙂

    Witzigerweise schreibst Du über etwas, was mir auch schon oft begegnet ist. Die Jungs und Mädels aus meiner Schulzeit, die am vielversprechendsten waren, am talentiertesten, Lieblinge aller Lehrer, aus denen ist irgendwie nichts oder nicht das, was man so gedacht hat, geworden. Dagegen haben sich damalige graue Mäuse sehr zum positiven entwickelt. Am schlimmsten ist die Entwicklung meiner ersten Liebe: ein traumhaft schöner, großer blonder Junge mit strahlendblauen Augen und Grübchen (ich war 14) sieht heute aus wie ein Waldschrat: ungepflegte Haare, ungepflegter Bart, ungepflegte Kleider, null Ausstrahlung, mit einer übergewichtigen Frau 😉
    Tja, es ist immer wieder ein komisches Gefühl, wenn ich sehe, was aus ihm geworden ist.

    Ich sende Dir sonnige Grüße ins Engadin,

    Dori

  3. Alex Says:

    Andrea, ich bin wirklich sehr beeindruckt ab deinem Kleid. Ich muss ehrlich sagen, auf diese Farbe hätte ich nicht gewettet. Aber es passt zu Dir. Es wiederspiegelt Dein frisches Naturell und es zeigt das du eine Person bist, die sich nicht versteckt. Sonst hättest du wirklich das einheits-schwarz getragen. Es ist ein wunderbarer Kontrast zu den Kleidern, in denen ich Dich im Surfcenter sehen. Vielen dank für diese fotographische Offenbarung.

  4. andrea2007 Says:

    Danke liebe Bonafilia, für das tolle Kompliment!!!

    Ich fand mich zu Schulzeiten auch immer ein wenig zwischen den Stühlen, das haben die anderen scheinbar gar nicht so gesehen oder es hat sich einfach verändert. Egal, ich hab mich sehr zuhause gefühlt, mehr als ich vorher dachte.

    ♥ -liche Grüsse Andrea

  5. andrea2007 Says:

    Danke auch Dir, liebste Dori, DAS ist allerdings meine Farbe, ich mag sie sehr gern und dann ist sie auch noch die Farbe der Liebe für mich…(nicht rot):-) wenn ich das mit den Götterspeisen gewusst hätte, hätte ich Dir eine geschickt, grins…

    Ja, da gab es noch ein paar Fälle, in denen sich Leute gegensätzlich entwickelt haben, interessant zu beobachten, dass gute Schüler nicht unbedingt gut im Leben zurechtkommen oder gar Karriere machen. Als Schüler sieht man das noch nicht. ♥-lichste Grüsse Andrea

  6. andrea2007 Says:

    Lieber Alex, waoh, das ist mal ein Kompliment. Ganz unbescheiden sag ich mal: Da finde ich mich wieder in Deinen Worten. DANKE.

    Ich musste erst überlegen, was Du mit dem Kontrast meinst, denn auch im Surfcenter trag ich ja gern farbiges, fröhliches. Aber du meintest natürlich den Stil sportlich und jetzt festlich…

    Liebe Grüsse aus dem verregneten Engadin- ich sitze GANZ allein am Kamin, kein Kunde in Sicht. Zum Glück hab ich mein Laptop dabei:-) Andrea

  7. Alex Says:

    Stell dir vor Andrea, morgen Nachmittag fahren wir auch wieder zur Dir ins Engadin. Ich freu mich riesig. Hoffentlich lässt es das Wetter zu, das ich mal auf’s Surfboard stehen kann.

    Bis bald.

  8. andrea2007 Says:

    Ich hatte mich schon gefragt, ob das angekündigte Wochenende im Engadin noch stattfinden wird… Das Wetter soll am Wochenende ja wieder ein wenig besser werden…immer schön den Teller aufessen:-) Dann also bis morgen. Liebe Grüsse Andrea

  9. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    schön, als wär ich auch dabei gewesen.
    Ich freue mich für Dich, dass Deine Schule so viel Tradition hat,
    und auch zu ihr steht. Diese Art, Überliefertes zu bewahren,
    hat aber auch gar nichts von dem „Muff von 1000 Jahren“,
    gegen den wir damals aufbegehrt haben.

    Ich würde mich freuen, wenn an meiner Penne auch mal so ein Fest
    gefeiert werden würde…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  10. Elisabeth Says:

    Na, du superschöne Frau in Pink!!! 🙂
    Ich liebe diese Farbe und finde, dass du wunderhübsch aussiehst darin!

    Hm, hab auch nachgedacht über deine Worte… Stimmt irgendwie… Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich auf keine Klassentreffen mehr gehe… Ich war immer Klassenbeste und aller LehrerInnen Liebling… Und heute??? Ich habe zumindest (noch) nicht das erreicht, was ich erreichen wollte, aber ich bin mir sicher, dass noch viele tolle Sachen auf mich warten, für mich einfach die Zeit noch nicht reif gewesen ist – ich bin eine Spätzünderin, dann zündle ich dafür aber richtig 😉

    Allerliebste Grüße von Elisabeth

  11. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, STOP!!!!!!!!!Du willst doch den wundervollen Menschen, der Du heute geworden bist, unter Wert „verkaufen“??? Na, da programmier Dich mal schnellstens um, damals warst Du Klassenbeste und der Liebling von allen, weil Du wahrscheinlich nicht viel drüber nachgedacht hast, sondern einfach DU selbst warst (etwas, was ich in der Schulzeit mal gar nicht hinbekommen habe) und heute bist Du die weiterentwickelte Frau mit Humor, Fantasie und Herz, die andere damit hemmungslos ansteckt. Kein einziger Deiner Schulkameraden wird Dich weniger lieben, sondern eher mehr. SO, jetzt hab ich’s Dir aber gegeben:-) Herzlichste Grüsse Andrea

  12. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea *kicher*
    Ich weiß, dass ich anders bin 😉 Ich war es damals schon (ich war eine Einzelgängerin, ich hab Äpfel verkauft in den Schulpausen und die Schulfassade begrünt, ich hab gedichtet und auch manchmal den Schulunterricht im Keller geschwänzt 😉 ), und ich bin es heute immer noch. Manche Menschen gehen mir aus dem Weg, weil sie sich vor meiner Stärke fürchten. Aber das ist gut so 🙂 Ich sehe es als Kompliment und weiß, dass einen nicht alle Menschen lieben können, das ist voll ok so, wäre ja auch ziemlich schlimm, wenn es so wäre… 😉
    Ich bin mir meiner Einzigartigkeit bewusst – und ich nehme es in Kauf, dass das manchmal auch sehr einsam sein kann… Aber es geht mir dennoch wirklich ausgezeichnet! 🙂 Du brauchst dich nicht um mich zu sorgen! ich weiß deine liebevollen und gut gemeinten Zeilen zu schätzen, du Schatz, du – danke dir, schön, dass es dich gibt!!!

    Herz-lichst Elisabeth

  13. andrea2007 Says:

    Liebste Elisabeth, wenn Du ein Mann wärst, würd ich Dich jetzt knutschen, grins-breit….
    Das Schöne an DEINER Stärke ist, dass sie mit ganz viel Herz zusammenkommt und somit jedem, dem Du begegnest und der es annehmen kann, gut tut!!! Ich glaube nicht, dass Dich die Menschen nicht lieben (können), weil es an Dir liegt, sondern in IHNEN, sie können damit nicht umgehen.
    Ich sorge mich übrigens nicht um Dich, aber Du liegst mir am Herzen! Liebste Grüsse Andrea

  14. Schaps Says:

    Hübsch sahst du aus!
    Die Oberstufenleute sind vll auch gekommen um auf der Feier zu trinken oder so ^^ Also sowas haben wir auch mal gemacht, naja, ich will die Motive ja nun auch nicht durch den Dreck ziehen. Denn was ich auch beobachte, ist, dass irgendwie mehr Leute als damals auf Gesellschaftstanz und sone Feiern abfahren. Meine Ex wollte mit mir auch unbedingt auf sonen Ball…dazu kam es aber nie, puh ^^

  15. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    das war ja eine riesige Veranstaltung. Schick siehst du aus in dem Kleid. Ich mag diese Farbe und sie steht dir auch gut.
    Götterspeise und dann noch Waldmeister. Mmmmmmmmmmmmmh, da weiß ich, wo ich die ganze Zeit gewesen wäre. 😀

    Muss ja irre interessant sein, Mitschüler von Früher zu treffen. Zu sehen, was aus den Strebern geworden ist, oder aus denen, die immer Problemfälle waren, dafür aber immer für Unterhaltung in den Schulstunden gesorgt haben. Oder die zu treffen, mit denen man viel in der Freizeit erlebt hat.
    Ach, ich würde ja davon träumen, meiner damaligen Deutschlehrerin (die jeden Unterricht zur langweiligsten Stunde der Welt machen konnte) ein Exemplar meines Bestsellers (den ich leider noch nicht geschrieben habe 😉 ) in die Hand zu drücken, mit den Worten „Sie erinnern sich an mich? Die, die so gut in Mathe war und deshalb angeblich nicht gut in Aufsätzen sein konnte.“ 😀 Das ist mein persönlicher Wunschtraum. *grins*

    Liebe Grüße,
    Martina

  16. andrea2007 Says:

    Lieber Schaps, danke fürs Kompliment. Und bei den Schülern muss ich Dir widersprechen, die haben recht wenig getrunken, sondern viel getanzt und einfach Spass an der Festlichkeit gehabt. Es war auch etwas Besonderes, dass sie überhaupt dabei sein durften…Du würdest im Anzug sicher auch gut aussehen, mit DEM Waschbrettbauch:-) Liebe Grüsse Andrea

  17. andrea2007 Says:

    Liebe Martina, auch Dir danke für die Blumen. Sehe grad die Szene mit der Deutschlehrerin bildlich vor mir und spüre regelrecht Deine Genugtuung: DA, aus mir ist DOCH NOCH was geworden,! 🙂 Das Buch schreibst Du ja eh, muss nur noch das Treffen organisiert werden.. Ganz liebe Grüsse Andrea

  18. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    *ganzbreitgrins* Ich hab dich auch ganz fest in mein Herz geschlossen, weißt du das? 🙂
    Eine ganz liebe Freundin von mir, die ich erst kürzlich beim Practitioner kennen gelernt hab, sagte beim Trainer-Abschluss zu mir, dass sie mich heiraten würde, wenn sie ein Mann wäre… 🙂 Puh, also das sind alles wunderschöne Komplimente *strahlundrotwerd*
    Eine allerliebste Umarmung von mir, du Schatz, du!!!
    Herz-lichst Elisabeth

  19. Schaps Says:

    Nur sieht man einen eventuellen Sixer ja unterm Anzug garnicht! 😉
    Und ab und zu trag ich sogar einen…bei solchen Anlässen. Aber ich weiß nich obs Bilder gibt ^^

  20. Revival | Lieben und Leben in Düsseldorf Says:

    […] auch schon sehr „reiseerprobt“, andere hingegen habe ich vielleicht nur anlässlich der Treffen unseres Ehemaligenvereins wiedergesehen; auf jeden Fall freu ich mich auf jede einzelne von ihnen. […]

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