CSI: Silvaplana

Als wir am Samstag morgen ins Surfcenter kamen, fanden wir nicht nur ein wenig Schnee auf den Bergen, sondern auch ein heilloses Chaos vor: Vandalen, Einbrecher, Chaoten…?

Unsere „Spurensicherung“ und Befragung diverser Zeugen ergab folgendes:

Eine Gruppe junger Camper hatte sich bei dem anhaltenden starken Regen Tische und Bänke von der Terrasse „ausgeliehen“ und sie unters Vordach gestellt. Dann bekamen sie wohl Hunger und zapften die Gasleitung von unserem Grill an, um eben jenen in Betrieb zu nehmen…gehört schon ein wenig handwerkliches Geschick dazu und wohl auch ein wenig kriminelle Energie…

Dummerweise hatte „jemand“ von uns vergessen, den Kühlschrank abzuschliessen und somit hatten sie dann auch richtig was zu essen…

Nicht die 10 Bratwürste und weiss nicht wieviel Hamburger, die sie sich dort lustig auf unsere Kosten grillierten, haben mich schockiert; obwohl man denen doch noch mal den Unterscheid zwischen „Dein „und „Mein“ erklären sollte. Auch nicht das verbrauchte Gas stört mich – mal abgesehen von der Dreistigkeit. Der völlig verdreckte Grill und  der ganze Müll, den sie hinterlassen haben und den wir eine halbe Stunde lang aufräumen und putzen mussten-Schwamm drüber.

Nein, etwas ganz Anderes hat mich geschockt: Ist jemand von Euch schon einmal beraubt worden oder bei jemandem von Euch eingebrochen worden? Ich kann Euch sagen, es ist ein höchst un-gutes Gefühl. Ein Einbruch in die Privatsphäre. Da haben fremde Personen in meinem Hab und Gut gehaust, da ist jemand in meinen (unseren) Bereich eingedrungen. Ich fühlte mich irgendwie persönlich angegriffen. Einen Moment lang ein Gefühl von Unsicherheit und Machtlosigkeit. Ich kann das Gefühl schlecht beschreibe, es verliess mich aber den ganzen Tag nicht und ich schaute zum ersten Mal im Leben unsere Kunden ein wenig misstrauisch an.

Und ausgerechnet an DEM Tag kamen unsere Polisten mal nicht zum Cafè…;-)

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13 Antworten to “CSI: Silvaplana”

  1. bonafilia Says:

    Ach du lieber Schreck…..das ist wahrhaftig schockierend. 😥

    Ich kann es mir gut vorstellen wie es ist, wenn man sieht das das eigene Hab und gut von Andren als das Ihre benutzt wurde. Hilflos steht man da und fühlt sich mies.

    Ich hoffe das du schnell wieder Vertrauen hast in deine Kunden und ihnen nicht misstrauisch in die Augen blickst. Darüber reden hilft sicherlich…

    Fühl dich ganz doll gedrückt von mir…. ♥ lichst Bonafilia

  2. Alex Says:

    Morgen Andrea,

    tja, jetzt dachte ich immer in Silvaplana sei die Welt noch in Ordnung, da würde sowas nicht vorkommen. Aber so wird man auf unschöne Art eines besseren belehrt. Was sind das bloss für Camper??? Was suchen solche Leute überhaupt an so einem friedlichen Ort?

    Ich hoffe, die Bande fliegt noch auf und bekommt ein Camping verbot auf Lebenszeit.

    Alex

  3. Ernst Says:

    Guten Morgen Andrea!

    Es ist das Eindringen in einen persönlichen Bereich, den man mehr oder weniger machtlos gegenübersteht. (nahe an der Vergewaltigung) Ich hätte Verständnis wenn es um Leben und Tod geht bzw. eine Notsituation, (die ja auch gegeben war nehme ich an) es verlangt aber dann der Anstand das ich das Ganze aufkläre und die Umstände soweit es geht wieder in Ordnung bringe z.B. helfen beim Reinigen
    und Bezahlen der Konsumation.
    Zu Gute halten kann ich nur, das es wahrscheinlich ein Einzelfall bleiben wird der mit der Zeit verblasst – auch spende dir der Gedanke Trost das wir nicht in Krisengebieten leben.
    Mein Bekannter zum Beispiel ein gebürtiger Johannesburger der jetzt in Österreich lebt, fuhr mit seinem Wagen aus, plötzlich wurde er von einer Gang angehalten, die ihn die Waffe an den Kopf setzte. Der Wagen war weg, jedoch ist er bis heute froh das er noch lebt. Und die Polizei tut dort in einem solchen Fall gar nichts. – von anderen Ländern (Nigeria bis Georgien) gar nicht zu sprechen.

    So nun habe ich genug schwarz gemahlt, wünsche dir soweit du es vemagst einen tröstlichen Sonntag!

    lG aus Wien sendet Ernst

  4. Ernst Says:

    Ooops „schwarz gemahlt“ soll natürlich schwarz gemalt heißen.

  5. Schaps Says:

    Mir wurde vor 3 Jahren inst Auto eingerochen. MP3 Radio geklaut, einige Jacken und ein Handy oder so. War vor ner Disko. Scheibe schön kaputt…die Rückfahrt auf der Autobahn war sehr angenehm *wurks*

  6. Diana Says:

    Eine Bekannte von uns wohnt in der besten Luganer Wohngegend in einer unglaublichen Traumwohnung. In den letzten 4 Monaten wurde 2 mal bei ihr eingebrochen, immer wenn sie für ein paar Tage nicht da war (und immer 2 – 3 Tage nachdem wir sonntags ihre Wohnung „gehütet“ hatten, *räusper*). Beide Male war der Verlust von Wertsachen schlimm, alter Familienschmuck und Computer mit vielen Fotos drauf etc.– aber sie ist gut versichtert. Das Schlimmste aber, sagt sie genau wie du, ist das Gefühl, dass jemand Fremdes in dein persönliches Reich eingedrungen ist. Beide Male hat sie hinterher tagelang geputzt, bis ihr wieder wohl war…
    Wie gut, dass wir weder in bester Lage wohnen, noch dass jemand auf die Idee käme bei uns einzubrechen…

  7. Steffi Says:

    auweia………,
    ich kann gut nachvollziehen, wie man sich dabie fühlt, wir kamen mal aus dem Urlaub zurück und unsere Wohnung wurde aufgebrochen, ich habe dann Tagelang geschrubbt, nicht nur um da wieder in Ordnung zu bringen, nein ich wollte den eckel von den Möbel weg haben…..
    Ich hoffe, das ihr Euch blad von dem Schock erholt *knuddel*
    liebe Grüße Steffi

  8. andrea2007 Says:

    Ihr Liebe, danke für Eure mitfühlenden Worte!!! Uns gehts schon wieder gut und es ist schon -fast- vergessen…Ich denke noch ein wenig darüber nach, WARUM es passiert ist, hab ICH es angezogen oder Toni oder war es die Situation für einen, der dabei war… Vielleicht bekomm ich darauf noch eine Antwort, wenn es denn wichtig sein sollte…
    Liebe Bonafilia, heute hatte ich schon wieder Vertrauen in alle, denn nur weil ein paar sich daneben benehmen, sind ja nicht alle schlechte Menschen:-) Danke für Deine liebe Umarmung, da drück ich Dich doch gern zurück!

    Lieber Alex, das ist normalerweise auch so, die Camper lassen offen ihr Surfmaterial rumliegen, bei uns liegen die Sonnenschirme über Nacht draussen, viele schliessen nicht einmal ihr Auto ab und nie passiert was… Aber ab und zu gibts halt doch mal solche Situationen…ist ja auch zum Glück nicht wirklich was Schlimmes passiert. Danke für die deutlichen Wünsche für die „Täter“…

    Lieber Ernst, vielen Dank, Du hast recht, es hat auch was mit Anstand zu tun. Den leider heute viele Menschen nicht haben…Ich bin auch davon überzeugt, dass es ein Einzelfall bleibt und werde auch möglichst weinige weitere Gedanken daran verschwenden. Natürlich geht es denen von Dir genannten Ländern ganz anders zu und da bin ich doch dankbar, dass ich im „Heidi-land“ lebe…:-)

    Lieber Schaps, das kann ich mir gut vorstellen…Hat wenigstens die Versicherung bezahlt?

    Ja, liebe Diana, schön dass wir nicht reich sind:-)

    Liebe Steffi, ein Einbruch in die Wohnung ist allerdings noch viel schlimmer, noch viel privater, das kann ich verstehen, dass Du da geputzt hast wie verrückt. Danke für Deine lieben Wünsche, uns gehts gut.

    Liebe Grüsse an Euch alle, Andrea

  9. Schaps Says:

    Die Versicherung hat einen der Schäden bezahlt…das Radio und das Fenster waren gleich teuer, also kann ich mir aussuchen was die ersetzt haben…ääähhhm…es war das Fenster! 😉

  10. Gaba Says:

    Liebe Andrea,
    ich finde es großartig, wie Du auf diese hässliche Geschichte reagierst. Du entscheidest Dich ganz bewusst dafür, dass dies ein einmaliger Zwischenfall bleibt und nicht wiederholt wird und lässt Dich durch so eine unangenehme Angelegenheit nicht aus Deiner guten Bahn werfen. Durch Deine positiven Gedanken ersparst Du Dir viel Kummer und Nerven – denn den Schaden hast Du ja ohnehin bereits erlitten.
    Dein Verhalten erinnert mich ein wenig an die hawaiianischen Hunas, die im Falle einer Missetat nicht überlegen, wie sie den Schuldigen bestmöglich bestrafen können, sondern darüber nachdenken, was den Übeltäter bewogen hat und ihm Gelegenheit geben den entstandenen Schaden wieder zu bereinigen.
    Großes Kompliment für Deine Geduld und Dein Mitgefühl mit anderen.
    Mitfühlende Grüße aus dem Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  11. Elisabeth Says:

    Ups, jetzt wurde mein Kommentar gelöscht…
    Du liebe Aandrea, du, ich wollte mich Gaba anschließen, die das genau richtig sieht – wofür ist das eine Gelegenheit? Du hast ein bewundernswertes Verhalten an den Tag gelegt – ich empfinde Mitgefühl mit dir und würde sofort zu dir fliegen und dir helfen, aufzuräumen…
    Aber der Punkt ist ein anderer – was kannst du lernen? Was hast du gelernt? Du bist wunderbar und hast es ganz toll gemacht, aus deinen Worten spricht so viel Liebe und Weisheit und Sanftmut!
    Du kannst jetzt eine feste, liebe-volle Umarmung gut gebrauchen!!!
    Fühl dich ganz ieb umarmt von mir!!!
    Herz-lichst Elisabeth

  12. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    so etwas ist mir Gott sei Dank noch nicht passiert. Aber einer ehemaligen Kollegin vor mir. Da stand der Einbrecher mit der Taschenlampe über ihr. Die Kollegin war im Winter nachmittags auf dem Bett eingeschlafen und es ist in dieser Zeit Dunkel geworden. Der Einbrecher kam über den Balkon und dachte, es sei keiner Zuhause, weil kein Licht war. Schreckliche Vorstellung. Gott sei Dank hat der sich genauso erschreckt wie sie und ist geflüchtet. Ich glaube, sie hat sich dann lange nicht wohl gefühlt in ihrer Wohnung.

    So wirklich wissen, wie man sich dann fühlt, kann ich nicht, aber ich stelle es mir schrecklich vor. So wie du schreibst, denke ich auch, dass es nicht die Dinge sind, die gestohlen wurden, die schmerzen, wenn sie zu ersetzen sind, sondern eher der Einbruch in die Privatsphäre. Und die Enttäuschung, weil man den Menschen vertraut hat.

    Frag nicht nach dem Warum, liebe Andrea. Nicht immer gibt es ein Warum, dass es zu ergründen gilt. Vielleicht kamen einfach ein paar Dinge zusammen. Der Regen, der Hunger, eine Idee, eine Meute die sich gegenseitig angesteckt hat, dieses „Abenteuer“ zu erleben, zu wenig Hirn 😉 , um sich Gedanken darüber zu machen, wie es euch damit gehen wird.

    Freut mich zu lesen, dass ihr euch von dem ersten Schrecken erholt habt.

    Liebe Grüße und eine tröstliche Umarmung,
    Martina

  13. andrea2007 Says:

    Lieber Schaps, ist schon komisch, dass man bis über beide Ohren versichert ist, die Versicherung im Ernstfall aber nie alles zahlt…

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