Wer bin ich? Fragen über Fragen

Das gleichnamige Buch von Rolf Dobelli (Ein Schweizer!), der BWL studierte und Finanzchef und CEO verschiedener Tochterfirmen des Swissair-Konzerns war, entdeckte plötzlich seine Leidenschaft zum Schreiben. Sein Schreibstil ist eigenartig, d.h. er hat eine sehr eigene Art. „Wer bin ich“ (hier schon mal draus zitiert) enthält 777 Fragen über „Gott und die Welt“.

„Die Beschäftigung mit solchen Fragen war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Gesellschaftsspiel, das man mit Gästen, in der Familie oder in aden literarischen Salons pflegte. Übereinkunft war es dabei, die Fragen nicht bierernst und moralisch, sondern spielerisch und ironisch zu beantworten, sie waren weniger ein Medium der sachlichen Information als vielmehr der Selbstdarstellung – ein kunstvolles Versteck- und Offenbarungsspiel. Un letztlich ein spannender Weg zur Selbsterkenntnis.“  soweit der Buchklappentext. Ich hab die Fragen nicht im Stück, aber doch alle gelesen und stelle hier mal die Fragen meiner spontanen Wahl:

– Angenommen, Sie würden entführt. Was wäre Ihrer Meinung nach eine vernünftige Lösegeldsumme?

– Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?

– Gibt es einen thematischen Schwerpunkt in Ihrem Leben?

– Was wäre Ihnen lieber:

a) Sie fühlen sich jünger, als Sie sind?
b) Sie sind jünger, als Sie sich fühlen?

– Falls nicht in diesem, in welchem Jahrhundert hätten Sie gern gelebt?

– Was würden Sie mit einer Milliarde nicht-übertragbarer Frequent-Flyer Miles anstellen?

– Wieviel Glück verdanken Sie der Tatsache, dass der Sinn des Lebens noch nicht entdeckt wurde?

– Falls Sie geliebt werden: Glauben Sie zu wissen, warum? Möchten Sie, dass man es Ihnen sagt? Oder ziehen Sie es vor, den wahren Grund der Liebe im Dunkeln zu lassen- vielleicht aus Angst vor Belanglosigkeit, Austauschbarkeit, Lächerlichkeit, Peinlichkeit der Gründe?

– Ist das, was die Biene mit der Blüte hat, Liebe?

– Was würden Sie für dauerhaft guten Sex eintauschen:

a) Ihre Karriere
b) Ihr Aussehen
c) Ihren Ehepartner
d) Die letzten 10 Jahre Ihres Lebens
e) 10 Punkte Ihres Intelligenzquotienten?

– Wie oft geht Ihr Hund fremd?

– Lieben Sie sich noch oder mögen Sie sich schon?

– Welches Geräusch entspricht Ihrer Ehe (Partnerschaft) am besten?

a) Beethovens Eroica
b) Eine gut geölte Spielorgel
c) Schallplatte mit einem Sprung
d) Toilettenspülung?

– Mögen Sie Ihre Geheimnisse?

– Angenommen, Sie könnten neue Gefühle entwickeln, ähnlich einem Chemiker, der neue Substanzen kreiert. Welches Gefühl würden Sie erschaffen?

– Welches wäre das ideale Mischungsverhältnis zwischen Verunft und Gefühl?

– Woher wissen Sie, dass Vernunft kein Gefühl ist?

– Ist ein Künstler, dessen Werk erst nach seinem Tod Bekanntheit erlangt, ein erfolgreicher Künstler?

– Wie scheitern Sie am liebsten?

– Kennen Sie erfolgreiche Tiere?

– Wenn Sie Erfolg haben: Gibt er Ihnen recht?

– Würden Sie sich einstellen?

– Möchten Sie in einem Werbespot vorkommen? Wenn ja, wofür?

– Ab welchem Betrag ist ein Gehalt unanständig?

– Möchten Sie Ihr Freund sein?

– Wen würden Sie gern kennenlernen?

– Wen hätten Sie lieber nie kennegelernt?

– Wie häufig machen Sie die Erfahrung, dass es auch ohne Sie geht?

– Wäre die Schweiz genauso schön, wenn ein Indianerstamm dort regierte?

– Nach wie vielen Wochen Urlaub gleicht der Urlaub dem Alltag?

– Wie oft nehmen Sie Ihr Laptop mit in den Urlaub, um dann festzustellen, dass Sie ihn nicht brauchen? Wie oft passiert Ihnen dasselbe mit Ihrer Frau (Ihrem Mann)?

– Was denkt ein Hund, wenn er einem Blindenhund begegnet?

– Wie alt möchten Sie nicht werden?

– Was stört Sie am meisten am Jenseits?

a) Dass es ewig dauert
b) Dass alle gleich sind
c) Dass man anständig sein muss.
d) Dass man Leute trifft, die man lieber nicht mehr sehen möchte?

– Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn man den Inhalt Ihres Hirnes nach Ihrem Tod wie eine Hard Disc lesen könnte?

Wenn ich es mir recht überlege, ist die moderne Version davon das Stöckchen, das mit verschiedenen Fragen von Blog zu Blog wandert…

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15 Antworten to “Wer bin ich? Fragen über Fragen”

  1. Elisabeth Says:

    Liebste Andrea,
    sehr, sehr interessante Fragen 😉 Auf solche Fragen wäre ich nie gekommen, hätte ich mir selbst nie gestellt – aber nun musste ich wirklich grübeln, in welchem Werbespot ich gerne mitwirken würde 😉 Na, eh klar, bei Nespresso mit George Clooney – what else 😉 Aber bitte als seine Kaffeetasse 😉
    An was man nicht alles denken kann… Ich hab mich auf jeden Fall sehr amüsiert – danke! *lächel*
    Herz-lichst Elisabeth

  2. Mamü Says:

    Liebe Andrea,

    vielen Dank für die Fragen. 😀 Sehr interessant. Mal sehen, vielleicht picke ich mir mal ein, zwei oder drei raus und schreib was drüber. 😀
    Bei dieser Frage wüsste ich spontan eine Antwort:
    „Nach wie vielen Wochen Urlaub gleicht der Urlaub dem Alltag?“ Bei manchen Leuten (wie wir in deinem Blog gelernt haben) sind da gar keine Wochen nötig. Da ist der erste Tag vom Urlaub genauso hektisch wie der Alltag. 😉 Vielleicht solle die Frage eher lauten: Nach wie vielen Wochen hat man begriffen, dass man Urlaub hat? 😀

    Und Werbung? Ach da wüsste ich schon eine. Die Werbung für eine Telefongesellschaft, mit Brad Pitt z.B. 😀

    Liebe Grüße,
    Martina

  3. Schaps Says:

    Das sind ja wirklich durchweg Fragen die man sich selbst nie stellt!
    Aber echt witzig 😀
    Zum Beispiel 10 Punkte des IQ opfern? Hm, kommt dann ja wohl drauf an wie hoch derjenige dann ist, ne? 😉

  4. Sicht-Feld Says:

    Liebe Andrea, das sind wirklich tolle Fragen! Bei einigen musste ich richtig nachdenken, bei anderen richtig lachen. Wenn hätte ich lieber nie kennen gelernt? Tja… Jedenfalls nicht Dich!
    Vielleicht solltest Du daraus wirklich mal ein Stöckchen machen, vielleicht mit nicht ganz so vielen Fragen. Aber das könnte interessant werden! 😉
    Liebe Grüße, Mareike

  5. andrea2007 Says:

    Ihr Lieben, Danke für Eure Antworten, interessant zu sehen, an welchen Fragen ihr „hängenbleibt“… 😉 Liebe Grüsse Andrea

  6. Sicht-Feld Says:

    Hey, meine erwähnte Frage war für mein Hängenbleiben nicht wirklich repräsentativ! Um das nur mal klarzustellen. 😉

  7. Schaps Says:

    Ja, sind so viele Fragen, da hab ich nur eine rausgepickt *g*

  8. Ernst Says:

    Hallo Andrea!
    Spät aber doch – danke für den Bericht über Locarno

    Was denkt ein Hund, wenn er einem Blindenhund begegnet?

    Wie ist das zu verstehen? – ein Hund begenet einem blinden Hund, oder einem Hund der altruistisch den Beruf eines Blindenhundes ausübt (falls man das von Tieren annehmen kann)

    lG Ernst – die Fragen sind sehr interessant.

    PS: der Vollständigkeit halber sei ergänzt das sich diese Frage im Iran bzw. in der islamischen Welt fast nicht stellt, dort gelten Hunde als unrein und kommen fast nicht (außer bei Nomanden zum Schafe/Ziegen hüten) vor.

  9. Elisabeth Says:

    Lieber Ernst,

    danke für die interessante Ergänzung! Das ist genial, wie weit du denkst 🙂 Es kommt immer darauf an – auf was? Wo diese Fragen gestellt werden, in welchem Kontext, in welcher Kultur, in welchem Land. Ich denke, dass man anderswo einige der Fragen nicht stellen könnte 😉
    Aber ich finde es so herrlich komisch, weil manche der Fragen einfach total abstrakt ud surrealistisch sind, dass man aus jeder einzelnen einen ganzen Film machen oder ein Buch darüber schreiben könnte 🙂 So als kleine Anregung, liebste Andrea 🙂

    Herz-lichst Elisabeth

  10. andrea2007 Says:

    Liebe Mareike, es ist doch sehr schmeichelhaft, an welcher ANTWORT Du hängengeblieben bist;-) Klar ist das auch nur eine Momentaufnahme, wie die Auswahl meiner Fragen auch, vielleicht hätte ich schon heute andere gewählt…

    Lieber Schaps, dasgleiche gilt natürlich auch für Dich. Als Student liegt doch die Frage nach dem IQ sehr nahe:-)

    Lieber Ernst, das schöne an diesem „Spiel“ ist ja, dass es kein „falsch“ oder „richtig“ gibt…Es ist die Phantasie jedes einzelnen gefragt… Danke für die Anregung der überregionalen Gültigkeit einzelner Fragen…

    Liebe Elisabeth, ich hab natürlich mit Absicht, ein wenig abstrakte Fragen rausgesucht…Und deine „Anregung“ ist ja nicht nur ein Wink mit dem Zaunpfahl, sondern schon ein ganzer Zaun, *lach-lauthals*

  11. andrea2007 Says:

    P.S. Meine Lieblingsfrage ist: „Ist das, was die Biene mit der Blüte macht, Liebe?“

    Und gruselig die letzte Frage: „Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn man den Inhalt Ihres Hirnes nach Ihrem Tod wie eine Hard Disc lesen könnte?“ JA, das fänd ich schrecklich!!!!!

  12. Sicht-Feld Says:

    Bei der Blüte und der Biene bin ich auch hängen geblieben und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass das nicht Liebe ist sondern nur animalischer… Was auch immer. 🙂
    Ansonsten gefielen mir die Fragen, ob ich mein Freund sein würde und wie alt ich nicht werden möchte… Das kann man ganz schön ausschmücken!

  13. andrea2007 Says:

    Liebe Mareike, dann lesen wir ja vielleicht bald auf Deinem Blog einen Beitrag darüber:-) Liebe Grüsse Andrea

  14. Ulf Runge Says:

    Ja, ich würde gerne in einem Werbespot vorkommen!
    Wofür?
    Für Deinen Blog natürlich!

    Einfach gigantisch, was Du immer wieder „ausgräbst“.

    Liebe Grüße, Ulf

  15. andrea2007 Says:

    Liebe Ulf, DANKE, DU würdest für MICH Werbung machen *freu-ganz-doll*, da müssen wir doch mal was ausarbeiten:-) Liebe Grüsse Andrea

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