Wenn Bücher zu Freunden werden…

„Am späten Nachmittag riss sie sich von ihrer Geschichte los, um Tabak zu kaufen, an einem Feiertag würde das nicht leicht sein, aber egal, es war vor allem ein Vorwand, damit sich die Geschichte setzen konnte und sie später die Freude hätte, zu ihrem neugewonnenen Freund zurückzukehren.“

Zitat aus Anna Gavalda, „Zusammen ist man weniger allein“ (Inhalt hier) 

So geht es mir mit Büchern auch oft. Wenn eine Geschichte erzählt wird, die Charaktere lebendig beschrieben und mir sympahtisch sind, wachsen mir die Personen regelrecht ans Herz, wie Freunde. Ich freu mich richtig auf sie, wenn ich weiterlesen kann, ich leide und freu mich mit ihnen und bin traurig und ein bisschen „einsam“, wenn die Geschichte zu Ende ist.

In diesem Buch war es ganz speziell, denn ich mochte die Personen am Anfang überhaupt nicht, alles war nur negativ und düster, ich fand es ganz schrecklich und wenn ich nicht am Strand gelegen hätte und zu faul gewesen wäre, mir ein neues Buch aus dem Zimmer zu holen, hätte ich es über das erste Kapitel nicht geschafft. Und dann machte es irgendwann klick, die Charaktere wurden heller, sie hatten sympathische Eigenarten, die Geschichte lief flüssig und ich wollte nun unbedingt wissen, wie es ausgeht. Zum Schluss – nein ich verrat ihn nicht- hätte ich am liebsten an dieser Party teilgenommen und hätte alle gern mal „in echt“ kennengelernt… 🙂

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7 Antworten to “Wenn Bücher zu Freunden werden…”

  1. Dori Says:

    Liebe Andrea,

    danke für den Buchtipp. Muss nämlich unbedingt ein neues haben, der „Rote Löwe“ geht dem Ende entgegen.

    Das, was Du da beschreibst, hatte ich bei dem Buch: „Die kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“. http://www.amazon.de/Kurze-Geschichte-Traktors-auf-Ukrainisch/dp/3423245573/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1215239132&sr=8-1
    Ich habe mich am Anfang so schwer getan, hinterher konnte ich nicht mehr aufhören.
    Die Geschichte spielt in England, dort leben die Protagonisten. Der Vater ist über 80, aus der Ukraine stammend, und verliebt sich in eine 35-jähre Vollblutfrau, die er dann auch heiratet, damit sie in England bleiben kann. Seine beiden Töchter gehen natürlich auf die Barrikaden. Da geht so richtig die Post ab im Zwischenmenschlichen, sehr schön geschrieben, und der Schluß ist einfach bezaubernd.
    Sonnige Grüße für ein strahlendschönes Wochenende,
    Dori

  2. Schaps Says:

    So, du scheinst gerade ordentlich mit dem Thema Bücher beschäftigt zu sein 😉
    Du schreibst mal wieder wie es ist. Wenn man ein Buch richtig liest fühlt man sich nach dem Schluss auch allein. Und wenn man es richtig liest ist man auch gespannt und fiebert mehr oder weniger mit oder will wissen was als nächstes passiert.
    Ich bin eine passionierter Filmkucker, also nicht dass ich nicht lesen würde, aber man kann das genauso auf Filme übertragen. Man kann Bücher falsch lesen und man kann genauso Filme falsch kucken. Gut, ein Mario Barth Buch ist egal wie man daran gehet, genauso egal ist es auf einem Videoabend wie man die Filme schaut wenn es keine Tiefgründigen sind, sondern eher Klamauk à la Leslie Nielsen oder so 🙂
    Aber richtige Filme muss man mit Respekt behandeln, genauso ist es auch bei Büchern.
    Gruß Chris

  3. Elisabeth Says:

    Hihi, sehr, sehr nett! Das müsste bei mir dann mal eine Riiiiiiiiiiiiesenparty werden, dafür muss ich erst Platz schaffen 😉 Aber die Vorstellung ist fein – so viele liebe Menschen, die ich dann all meinen lieben Freunden vorstellen kann. Ich mag besonders gerne die Charaktere aus den Ildiko von Kürthy-Romanen 😉
    Herz-liche Samstagspartygrüße von Elisabeth 🙂

  4. Sicht-Feld Says:

    Ich weiß ebenfalls genau, was Du meinst. Ist man mit einem Buch durch , dann ist da plötzlich so eine Leere – wie bei einem Umzug, bei dem man sich dann am neuen Ort (im neuen Buch) neue Freunde suchen muss. Nur dass es im Buch zum Glück schneller geht! 🙂
    Bei mir kommt noch hinzu, dass ich eine passionierte Krimileserin bin. Da will man immmer so schnell wie möglich am Ende sein, um zu erfahren, wer es denn nun war – und dann ist es wie ein Loch, in das man tritt, weil man es nicht gesehen hat, und man steht wieder alleine da. Die Spannung ist aufgelöst, und man ist (zumindest meistens) mit dem Ergebnis zufrieden, aber dann steht man wieder vor der Frage „Und was jetzt?“.
    Mit am intensivsten habe ich das bei Harry Potter erlebt – bisher konnte man nach jedem Band sagen, ach, da kommt ja bald der nächste. Aber jetzt??? Ich habe Band sieben noch am Erscheinungstag in Englisch bekommen und gelesen (kurz vor der Geburt meiner Tochter hatte ich zu sowas noch Zeit) und innerhalb von vier Tagen durch gehabt. Und danach war ich richtig traurig! Ich hätte mir doch mehr Zeit lassen sollen, aber das kann ich dann auch nicht, wenn es mich erstmal richtig gepackt hat.
    Und jetzt habe ich Dir einen richtigen Roman geschrieben – aber keine Sorge, Fortsetzung folgt! 😉 Liebe Grüße!!!

  5. Schonzeit Says:

    mir geht es vo allem so, wenn ich etwas schreibe, dann empfinde ich so, vor allem wei ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ich die Geschichte zu schreiben scheine, sondern die Geschichte sich selbst. Das ist ein spannender Moment, wenn ich nicht mehr kontrolliere, sondern dokumentiere.

  6. andrea2007 Says:

    Liebe Dori, danke für Deine Tipps, wir Bücherwürmer können uns da sicher reichlich Empfehlungen geben…

    Lieber Schaps, da hast Du absolut recht, man kann – wie alles andere im Leben auch, wie mir grad beim Schreiben einfällt- Bücher und Filme oberflächig und lesen und sehen oder man lässt sich mitreissen… „Mit Respekt behandeln“, das gefällt mir.

    Liebe Elisabeth, ich wollte nur die Party mitfeiern, die in diesem EINEN Buch stattfindet, aber DEINE Idee ist noch viel toller:-) Eine witzige Vorstellung, den Romanfiguren aus all meinen Büchern einmal zu begegnen:-)

    Liebe Sicht-feld, als Bücherwurm mach ich mir ÜBERHAUPT KEINE Sorgen, wenn du mir Romane schreibst:-) Ich sehe, Dir geht es ähnlich mit Büchern wie mir… schööönn.

    Lieber Herr Schonzeit, DAS klingt grossartig, bedeutet es doch, dass DU der Geschichte „Leben eingehaucht“ hast, sodass sie „sich selbst weitererzählen kann“.

    Liebe Grüsse an Euch alle, Andrea

  7. Bücher « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] Wie Schaps hier schon richtig bemerkt, bin ich mit dem Thema Bücher “ordentlich beschäftigt”. Das […]

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