Schnecken – Liebesspiele auf Zeit

Da zur Zeit nur über Fussball und das Wetter gesprochen wird, hier zur Abwechslung nochmal ein Auszug von Herrn Dr. Hirschhausen aus dem Buch mit der Leber :

“ Wer hat das ausdauerndste Liebesleben auf diesem Planeten? Wer macht das Rennen? Die Weinbergschnecke! Der Akt dauert beim Schimpansen, unseren nächsten Verwandten, drei  Minuten, beim Mensch –  ach lassen wir das, ich will keine Enttäuschungen provozieren, Sie wissen es ja selbst.

Bei der Weinbergschnecke gibt es indes 180 Minuten puren Sex. Nachdem ich das unter „Vermischtes“ irgendwo gelesen hatte, versuchte ich es gleich wieder zu vergessen. Aber es gelang mir nicht. Die Schnecke hatte sich in meinem  Hinterkopf – eingeschleimt. Im Lexikon las ich dann, dass Schnecken Zwitter sind, also männliche und weibliche Teile in sich haben. Warum macht die Natur so etwas? Die ist doch sonst nicht verschwenderisch!

Der Grund liegt auf der Hand: Wenn eine Schnecke auf ihrem langsamen Weg durch ihr kurzes Leben vielleicht nur einmal auf eine andere Schnecke trifft, muss es passen. Punkt. Die Natur kann es sich nicht leisten, dass dann erst darüber diskutiert wird:

“ Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir wirklich gut zueinanderpassen, ich steh eigentlich nur auf Frauen, und um ehrlich zu sein, bin ich über meine letzte Schnecke noch nicht hinweg. Du kannst dich ja mal melden, ich lass Dir ein bisschen von meiner Schleimspur da.“

Wären Schnecken so kompliziert wie wir – die wären längst ausgestorben. Aber so: Eine Schnecke trifft eine andere, und los geht’s. Die können sich sogar noch aussuchen, wie sie es gern hätten. Auf jeden Fall mit viel Geduld und Spucke. Und viel Fühler. 180 Minuten lang.

Jetzt ist mir klar, warum die Schnecken, wenn ich sie allein treffe, nur noch langsam kriechen können. Schaut man allerdings genau hin, kann man auf ihren Gesichtern ein feines Lächeln erahnen.“

 

 

 

 

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12 Antworten to “Schnecken – Liebesspiele auf Zeit”

  1. gokui Says:

    hm 180 minuten ?
    *grübel*
    lese ich da ein wenig neid raus…
    *grins*
    nein mal im ernst, was wäre denn wenn der mensch so lange bräuchte ? vielleicht wär es ja gut wenn er ausgestorben wär ?

    zitat:” Ich bin mir nicht ganz sicher,…“ also dieser absatz gefällt mir am besten.

    so sind schnecken also nicht heterosexuell. ein traum für so manchen homosexuellen. und dazu noch mit den möglichkeiten der „vervielfältigung“. dabei sind sie noch scheinbar ungezwungen, flexibel und wie du so schön schriebst „glücklich“, weil „…auf ihren Gesichtern ein feines Lächeln erahnen“ sei.

  2. zauberliebe Says:

    :-)))))))))))

    Doch, da kann man neidisch werden …. 😉

  3. Ein genussvoller virtueller Spaziergang « Das Glückshaus Says:

    […] dem erfreuten Lächeln wird ein breites Grinsen … Andrea zitiert aus einem Buch des Dr. von Hirschhausen. Da kann man ja glatt neidisch werden auf die […]

  4. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    bevor sich der Mensch auf das heutige „Timing“ reduziert hat, waren auch beim Menschen 180 Minuten die Normalität.
    Doch leider mussten diese 180 Minuten reglementiert und strukturiert werden. Aufgrund der Forderung, dass alle 45 Minuten eine Pause von mindestens 5 eingehalten werden müsste und nur in begründeten Fällen auch mal eine „Doppelstunde“ von 90 Minuten zulässig sei, waren wir also sehr schnell bei 45 Minuten. Interessanterweise haben eine Fußballhalbzeit und die Konzentrationsgrenze für Schüler die gleiche Länge.
    Als dann die Beatles und Stones Beethoven und Bach ablösten, waren wir dann sehr schnell bei der 3 bis 6 Minuten „Nummer“.
    Wobei, ich erinnere mich noch gerne an die 20 Minuten Aufnahmen von „Wade on the water“.
    (Und hoffe, dass ich alles offen gelassen habe… 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf
    Endlich: Ich hab’s mal wieder geschafft vorbeizukommen. Es ist, als wärs erst gestern gewesen. Schön wie immer hier. Zu hause.

  5. Schaps Says:

    Also 180 Minuten ist wirklich nicht kurz ^^
    Recht sportlich, diese kleinen schelimigen Viecher! Ich hoffe ich trete nicht mal aus Versehen auf zwei rauf, wenn die bei der Sache sind. Die suchen sich dazu ja immer die dämlichsten Plätze, ach warte, die suchen sich die ja gar nicht, die machens einfach da wo sie sich treffen… 😛
    Und falls ich dann mal auf zwei rauflatsche, wenn sie dabei sind, dann sollte es ja eigentlich auch nichts machen, man sagt ja schließlich das wäre die beste Art abzutreten *g*

  6. andrea2007 Says:

    liebe Zauberliebe, ne mal ehrlich 180 Minuten? ich find das ein wenig lang, klar wenn man unbegrenzt zeit hat, aber jedes mal 180 min? mmmhhhh

    Danke für deinen Link, Du Liebe. Ganz liebe Grüsse andrea

  7. andrea2007 Says:

    lieber ulf, schön, dass du wieder mal vorbeischaust und dich gleich zuhause fühlst. bist ja auch immer willkommen und ich hatte schon fast einen moment gedacht, du wärst… verloren.

    Schön, Deine Rechenaufgabe, muss ich mir als Blodine heute abend nochmal ganz genau durchlesen:-) liebe grüsse andrea

  8. andrea2007 Says:

    lieber schaps, dann ist das eben ihr schicksal… und wie du sagst, auf dem „höhepunkt“ abzutreten ist ja gar nicht so schlecht:-) Wenns am schönsten ist, soll man gehen – bekommt hier eine ganz andere bedeutung, grins… lgr andrea

  9. Es kommt eben doch auf die Länge an… « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] kommt eben doch auf die Länge an… Während Ihr auf meinen Schneckenpost ( ) antwortetet, sass ich im Flugzeug und las in der gratis erhaltenen Ausgabe der […]

  10. Elisabeth Says:

    Super! 🙂 Eckart von Hirschhausen ist einer von uns ROTE NASEN Clowndoctors *totalstolzbin* Ich lese und sehe und höre seine Sachen sehr gerne, er ist ein Hammer und hat auf alles eine Antwort. Änderung der Blickrichtung. Bringt zum Lachen. Tut einfach gut. Danke!
    Herz-lich Elisabeth

  11. Lachen ist die beste Medizin « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] Lanz auf dem ZDF geschaltet und da sass doch tatsächlich Herr Dr. Hirschhausen den ich hier und hier schon mal ztiert hatte. Er redete wie ein Wasserfall, voll Begeisterung und Schwung und mit dem […]

  12. Tee- Warum Glückstee so wahnsinnig aufregt « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] fiel das Buch “Die Leber wächst mit ihren Aufgaben” von Herrn Hirschhausen ( hier und hier bereits zitiert)  letztens wieder mal in die Hände und da ich ja jetzt im Kontinent des Tees […]

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