Gedanken aus Phuket ueber Wellen und Meer

Was macht eigentlich diese starke Anziehung von Wellen aus?

Abends nach dem Essen gehen wir hier manchmal noch an den Strand, legen uns faul auf eine Liege und beobachten und lauschen dem Meer. Dieser sanfte Rythmus, die Wellen, die sich fast schon elegant brechen und der weisse Schaum. Bei jeder Welle meint man, die noch hoerere, schoenere, perfektere zu sehen. Das strahlt eine solche Ruhe aus, ds Geraeusch der Wellen ist so beruhigend, dass man einschlafen koennte…lullabye…

Und dann gestern tagsueber: wie aus dem Nichts kam ploetzlich starker Wind auf, der dicke Regenwolken mit sich brachte und wie auf Knopfdruck oeffnete im wahrsten Sinne des Wortes der Himmel seine Schleusen. Der Strand war sekundenschnell leer, die eine Haelfte rettete sich ins Trockene, die andere ins Feuchte. So sprangen auch wir ins Meer. Die Regentropfen knallten uns auf den Ruecken wir eine harte Massage, Hagelkoernern gleich. Das Meer aufgewuehlt, hohe Wellen, starke Stroemung und unglaublich warm, waermer als die regendurchtraenkte Luft. Das warme Wasser streichelt den Koerper.

Es gibt 3 Arten, als Schwimmer mit den Wellen umzugehen:

Mit der Welle schwimmen, sozusagen auf der Welle schwimmen, passiv sich tragen lassen.  Das ist bestimmt das Sicherste- doch auf Dauer eher langweilig.

Sich von der Welle mitreissen lassen – Risikoreich, gefaehrlich, man verliert die Kontrolle, wird nach unten gedrueckt oder herumgewirbelt und verliert das Gefuehl von unten und oben.  Und bekommt noch einen Salz-Nasendusche und ein Ganz-Koerper-Sandpeeling gratis dazu, wenn man unsanft ueber den Boden geschleift wird.

Den richtigen Moment erwischen, das ist es. Durch die Welle hindurchtauchen, ein Wahnsinnsgefuehl, wenn man hinter ihr wieder auftaucht, die Angst vor dem sich auftuermendem Wasser ueberwunden hat.

Es geht allen gleich, ein Juchzen und Kreischen, lachenden und strahlende Gesichter um uns herum, eine kleine verschworene Gruppe.

Den Rythmus des Wassers verstehen und annehmen. Mit den Wellen spielen und die richtige Mischung zwischen Aktion und sich treiben lassen. Ich muss mich nicht mehr umdrehen, um die  heranrollende Welle zu sehen, ich spuere sie: der Sog des sich zurueckziehenden Wassers zieht einem fast die Beine weg, weil sich das Wasser fuer die naechste grosse Welle sammelt.

Die weisse Gischt, der Schaum der auslaufenden Welle kribbelt am ganzen Koerper, es ist wie eine Mischung aus Kitzeln und Streicheln, wunderbar angenehm.

So ploetzlich wie es anfing, so hoerte es nach einer Viertelstunde wieder auf und so nach und nach loeste sich auch unsere kleine Gruppe der unerschrockenen Wellenbezwinger wieder auf, jeder ging seines Weges- wie vorher- nur ein wenig lebendiger und mit einem grossen Strahlen in den Augen.

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14 Antworten to “Gedanken aus Phuket ueber Wellen und Meer”

  1. gokui Says:

    tiefes meer

    ruhe strahlt
    bricht sich im licht
    der nacht, des tages

    langsame wellen lassen
    elementares urgefühl wachsen
    wogen sich in die seele
    natur schein
    geborgenheit

    wenige augenblicke
    des friedens
    die zeit endlos
    machtlos der mensch
    ergeben

    verdrängend
    betäubt der sinne
    er vergisst das sie es ist
    aus der wir kamen
    und sie uns wieder nehemen wird

    die tiefe des meeres
    ist wie der leib
    der uns gebar
    und die tiefe ist es
    die uns entreißen wird

    der ton der welle
    wird uns begleiten
    in den tunnel
    der unedlichkeit

    das ende

  2. tiefes meer « gokui signs Says:

    […] tiefes meer tiefes meer […]

  3. Schonzeit Says:

    hm. da kann ich mit meinen kleinen Ostseestrand Wellen nicht mithalten. Dennoch sehr schön geschildert. Phuket ists also geworden für den Urlaub. Beneidenswert.

  4. bonafilia Says:

    Welle, Weite, Wildes Leben…:???:.. ich beneide dich, will auch relaxen und auf Wellen reiten, aber es sei dir und deinem Göttergatten gegönnt.

    Viel Spaß weiterhin

  5. gokui Says:

    ich weis ich bin hin und wieder ein miesepeter: aber zu phuket liegt mir immer so was bitteres auf der zunge. mal abgesehen von der schwühlwarmen luft die ich so nie mag.
    aber trotzdem ist es mit sicherheit schön und – VERDIENT 1

  6. GIGI DAG Says:

    Hach ja, im Urlaub müsste man sein 🙂

  7. Ulrike Sennhenn Says:

    Puh … Andrea, da krieg ich ja schon mein Lesen das Gruseln (jaja, so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen 😉 ) … sich mitreißen lassen, das Gefühl für unten und oben verlieren, drunter wegtauchen … da tauchen bei mir echte Urängste auf 😦

    Aber, DU hast Spaß dabei, und den gönne ich Dir von Herzen und freue mich mit Dir!

    Liebe Grüße in die Ferne, Ulli

  8. zentao Says:

    Liebe Andrea
    wenn ich fähig für neidische Gefühle währe, müsste ich jetzt neidisch sein, so kann ich nur sagen,geniesse die kurze Zeit des nichtstun, die Sonne und das Meer.

    Liebe Grüsse zentao

  9. andrea2007 Says:

    Lieber Gokui, ja Du bist ein Spielverderber, hast es aber mit Deinem wunderschoenen Gedicht wieder wett gemacht:-), und ausserdem kann man nur Spielverderber sein, wenn sich jemand das Spiel verderben laesst und das tu ich nicht, smile. Liebe Gruesse Andrea

  10. andrea2007 Says:

    Lieber Herr Schonzeit, Dein wunderschoener Ostseestrand hat auch ohne grosse Wellen seinen absoluten Reiz!!!!! Lgr Andrea

  11. andrea2007 Says:

    Liebe Bonafilia, vielen Dank. Ja ich weiss es auch sehr zu schaetzen, was ich da geniessen darf. Liebe Gruesse Andrea

  12. andrea2007 Says:

    Liebe Zauberliebe, Du bist scheinbar die Einzige, die auf den doppelten Sinn meiner Beschreibung sensibel ist. Wollte natuerlich keine Uraengste wecken. Sondern aufzeigen, dass es viele Wege gibt, mit „Naturgewalten“ umzugehen und dabei lebendig zu sein. Liebe Gruesse Andrea

  13. andrea2007 Says:

    lieber zentao, wenn man goennen kann, darf man auch neidisch sein, finde ich. und ja, ich geniesse es vollen herzens. lgr Andrea

  14. Schonzeit Says:

    @ Andrea

    Danke. Das baut mich jetzt ein klein wenig wieder auf. 🙂

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