Je älter wir werden, desto jünger werden die 18-jährigen ;-)

Bei meinen lieben Blog-Kollegen Dori und Ulf ging es grad um’s Älterwerden. Vor meinem 40.Geburtstag hatte ich meine einzige und heftige Alters-Krise. Das war ganz ganz schlimm und ich konnte es überhaupt nicht steuern. Fragen quälten mich; will ich so weiterleben? wird das jetzt alles einfach so weiterlaufen? wo führt das alles hin? Am Tage meines 40. dann war sie verschwunden, die Krise, einfach so, alles wendete sich zum Guten und ich muss heute immer noch ein wenig schmunzeln darüber.

Jedes Alter ist ein schönes Alter, diese Dinge haben sich dabei entwickelt:

-Ich werde mit mehr Respekt behandelt, es wird mehr Wert auf meine Meinung gelegt und die jungen Kollegen orientieren sich gern an mir. Das ist ein schönes Gefühl.

-Meine natürliche Autoriät wird respektiert.

-Ich werde gefragt, ob meine Kollegin Isa (26) meine Tochter ist (autsch)

-Ich werde gefragt, ob meine Kollegin Isa (26) meine Zwillingsschwester ist (fishing for compliments)

-Ich werde gefragt, ob meine Kollegin Isa (26) meine Schwester ist (damit können wir beide sehr gut leben)

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-Dass die Augen manchmal, wenn ich müde bin, nicht mehr so ganz gut sehen, gleicht sich damit aus, dass sie, wenn ich ausgeschlafen bin, gestochen scharf sehen (zumindest den Preis auf dem “Sale”-Schild bei den tollen Schuhen letztens konnte ich von ganz weit schon erkennen, smile).

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-Ich bin gelassener und kann auch mit schwierigen Situationen besser umgehen.

-Ich kann Nichts-Tun besser geniessen, weil ich weiss, dass ich es mir mehr als verdient habe.

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-Ich “muss” es nicht mehr jedem recht machen, denn ich kann besser unterscheiden, was für mich richtig ist und was nicht. Wer zu mir passt und wer nicht.

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-Ich mache immer noch sehr gern Party, muss aber nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen…

-Der „Tag danach“ ist schwerer als früher…;-)

-Ich weiss, dass ich immer am richtigen Ort bin und muss nicht mehr nervös von A nach B hetzen.

-Ich werde von jungen Leuten gesiezt und auch wenn ich sie dann duze, bleiben sie beim “Sie” (autsch).

-Ich „muss“ nicht mehr jede Mode mitmachen, ich hab meinen Stil gefunden, den ich modisch aktualisiere.

-Ich hab nicht mehr das Gefühl, etwas verpasst zu haben, wenn ich mal bei etwas nicht dabei war.

-Ich kenne meine Schwächen und meine Stärken und muss nicht vorgeben, etwas zu können, das mir gar nicht liegt.

-Ich bin stolz auf das, was ich im Leben erreicht habe.

-Ich bin stolz auf den Menschen, der ich geworden bin.

-Ich kenne meine Werte.

-Ich habe mir meinen persönlichen Glauben „zusammengebastelt“.

-Ich treffe auf Menschen, die geboren sind, als ich Abitur machte, und die sind auch schon „gross“ 🙂

Wenn ich mir mein Alter aussuchen dürfte, dann würde ich niemals nochmal Schüler sein wollen, am liebsten wäre mir irgendwas zwischen 28 und 33; doch wenn ich dann darüber nachdenke, was ich in der Zwischenzeit alles gelernt habe und wie ich mich entwickelt habe, wie ich jetzt mit Situationen umgehe, dann möchte ich keinen Tag jünger sein als heute und jetzt…

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18 Antworten to “Je älter wir werden, desto jünger werden die 18-jährigen ;-)”

  1. zentao Says:

    Das was Du schreibst, ist ja schon fast weise, ich gratuliere Dir, du bist kurz vor der Erleuchtung. Spass beiseite,Deine Erkenntnisse und Deine Einstellung zum Leben finde ich schön. Jede Zeit im Leben hat seine eigene Qualität und man muss es geniessen lernen. Mach weiter so.
    Liebe Grüsse zentao

  2. manu Says:

    Hi Andrea,
    lustig, gerade heute habe ich mit einer Freundin auch über das Thema „Alter“gesprochen.Sie erzählte von Bindegewebsschwäche und Falten und dass man nicht mehr so belastbar sei wie noch vor 10 Jahren.
    (Wie sagt man doch so schön:jeder ist so alt wie er sich a n f ü h l t !)
    Ich glaube das wichtigste ist, sein Alter zu akzeptieren(man kann es ja eh nicht ändern) Es gibt junge Alte und alte Junge.
    Du hast es schön gesagt: Man soll stolz sein auf das was man bisher geschafft und geleistet hat und soll sich seiner Erfahrungen bewußt sein.
    Ich freu mich aufs „Älterwerden“, weil das die Zukunft ist.
    Lieben Gruß aus dem Norden
    Manu

  3. andrea2007 Says:

    lieber zentao, danke für die blumen, ein so biblisches Alter habe ich na nun auch noch nicht erreicht;-) schön jedoch, dass meine gedanken und meine einstellung richtig rübergekommen sind. Liebe Grüsse Andrea

  4. andrea2007 Says:

    Hallo Schwesterlein, ja hier wird- wohl weil Ende Saison ist und alle sehr müde sind- auch grad recht viel über’s Alter gesprochen und Belastbarkeit, nach so einer Saison wie dieser sind sogar die 20jährigen total platt (das ist beruhigend, smile).
    Ja das Alter akzeptieren, da haben so manche Menschen ihre Problem mit (siehe all die gespritzten und gelifteten, mit denen ich hier so zu tun habe).
    Wenn alle so gut aussähen wie wir, *grins-frech*, dann hätten die das gar nicht nötig… Lgr Andrea

  5. Cati Says:

    Jetzt nachdem ich das gelesen habe, möchte ich in diesem Augenblick gern etwas älter sein :mrgreen: aber beruhigend zu wissen, das die Gelassenheit irgendwann kommt…. hach *kopfkratz und grins* : hätt ich sie doch nur schon in manchen Dingen 😉 Ganz liebe Grüße sendet Dir Cati

  6. Menachem Says:

    Hallo Andrea, ich war schon deutlich älter als du, als ich zwar nicht diese Liste, aber dieses Gefühl, was sie ausdrückt, verspürte. Im nachhinein meine ich, als wäre ich einen Weg, auch mit vielen Umwegen, gegangen, dessen Ziel ich immer, unbewusst, kannte. Auch wenn`s nur eine Teilstrecke ist, aber immer wieder schön, Angekommen zu sein. Das hatten wir ja schon mal, zumindest geographisch. Was ich an diesen Lebensmomenten so mag, ist die Ruhe, die ich dabei in mir verspüre, die ich auch genießen kann, bevor es dann wieder heißt: Weiter geht`s Buben, packen wir`s an.

  7. andrea2007 Says:

    Liebe Cati, ja es ist erstaunlich; früher WOLLTE ich diese Gelassenheit gar nicht erreichen, ich dachte, dann würde ich keine Begeisterung, keine Leidenschaft, keine Unbeschwertheit empfinden können, sondern immer so gleichbleibend auf einer Linie dahin-fühlen. ABER das war ein Trugschluss, das eine schliesst das andere überhaupt nicht aus. Ich bin noch immer spontan, begeisterungsfähig und emotionell; die Gelassenheit hilft mir einfach, mit gewissen Situationen besser klarzukommen. ganz liebe grüsse zurück, Andrea

  8. GIGI DAG Says:

    Sehr interessant…da weiß man ja was noch auf einen zukommt. Ich meine gesiezt wird man ja schon recht früh. Das fängt ja schon in der Schule an, wenn die Lehrer in der neunten Klasse oder so fragen was einem lieber wäre…
    Über mich kann ich sagen dass ich und viele Leute um mich herum die ich schon recht lange kenne, immernoch genau solche kindischen Typen sind wie in der Schule, so seit wir 15 waren. Da hat sich nicht viel verändert. Wir benehmen uns wie damals, reden den gleichen Schwachsinn, saufen so viel, bzw noch mehr, gehen noch häufiger auf Partys und machen dieselben Dinge, nur dass man in der Zwischenzeit mehr erlebt hat und um einige Erfahrungen reicher ist. Aso, unser aktuelles Alter liegt so bei 23-24 Jahren. Also ein Alter von dem wir in der Schule dachten dass solche Leute schon Oppas sind. Mag ja in vielen Fällen auch so sein, wir sind es aber noch lange nicht.

  9. andrea2007 Says:

    Weisste Gigi Dag, die Oppas und Ommas sind eh immer die anderen…egal wie alt oder jung man ist:-) und das ist auch gut so!
    Und vergiss mal schnell, dass man auf Partys Ü30 oder Ü40 weniger Schwachsinn erzählt, einfach nur anderen…;-)
    Aber ein paar andere Dinge ändern sich schon und das machts spannend… Lgr Andrea

  10. bonafilia Says:

    welch weise Worte..sie sprechen mir aus der Seele. 😀

    Gelassenheit fehlt mir an der einen oder anderen Stelle noch etwas, aber wenn es um mein Alter geht, dann sehe ich ganz gelassen in die Zukunft.

    Obwohl ich eine Ausbildung mache in der meine Mitstudenten wesentlich jünger sind (10-20Jahre), sehe ich mich auf einer Höhe.
    Ich ..weiss was ich kann
    Ich ..weiss wer ich bin
    Ich..weiss wo ich hin will
    und ich habe alle Zeit der Welt.

    Wenn ich mir ein Alter aussuchen könnte?
    Hm..jedes Alter ist das richtige und mit guter Ernährung und Fitness kann man heute 20 Jahre 40 bleiben. 😎

  11. andrea2007 Says:

    Hallo Bonfilia, herzlich willkommen! Nun, ich bin auch nicht IMMER gelassen und das fäne ich auch fast übertrieben:-)
    Schön Deine Aufzählung, die kann ich sehr gut nachvollziehen. Und wir scheinen nicht nur das gleiche Alter, sondern auch die gleiche Einstellung zum Alter zu haben:-)
    „Die schönsten 10 Jahre einer Frau sind die zwischen 39 und 40“ 🙂
    Liebe Grüsse Andrea

  12. Dori Says:

    Hi Andrea,
    ich muss noch etwas (ergänzend) hinzufügen:
    die schönsten 10 Jahre im Leben einer Frau sind von 38 bis 53 🙂
    Ich bin überzeugt, dass diese 10 schönsten Jahre noch eine Weile andauern werden 🙂
    Sonnige Grüsse
    Dori

  13. andrea2007 Says:

    Liebe Dori, und wenn ich Dich so anschaue und Dich so nach und nach „kennenlerne“, dann bin auch ich 100% davon überzeugt, eine LANGE weile…Ganz liebe Grüsse Andrea

  14. Ulf Runge Says:

    Liebe Andrea,

    das ist ein so kluger Artikel von Dir, da möchte ich fast zum fett-grinsenden Sie wechselnden, aber ich bin nicht jünger als Du, so lass ich das… 🙂

    Es tut immer wieder gut, hier bei Dir vorbeizuschauen.
    (Danke für die Link-bedingten Extra-Clicks…)

    Liebe Grüße, Ulf

  15. andrea2007 Says:

    Na hoeren’se mal herr runge, so geht das aber nicht… 🙂 uebrigens schoen umschrieben „ich bin NICHT juenger als du“ hihi, wie was das mit falten fuer die alten? schoen, dass du mal wieder unterwegs bist im netz. bis bald, liebe gruesse andrea

  16. Tino Schwarze Says:

    Danke für den schönen Artikel. Da freut man sich ja richtig, älter zu werden.

    Liebe Grüße,

    Tino, „erst“ 30. 🙂

  17. andrea2007 Says:

    hallo Tino erst 30, freut mich, dass ich Dir Hoffnung machen konnte:-) liebe gruesse andrea erst 41 *grins*

  18. blowin´in the wind « gokui signs Says:

    […] der dunkelheit und tiefe auf und das dies angst und unbehagen verursachen könnte. bei einigen oder einigen bestimmten menschen tauchten dann erinnerungen an das auf was man(n) wohl midlifecrises nennen könnte. andere sehen […]

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