„Viele Wege führen in den Skiservice“ oder „Einmal Engadin- immer Engadin“

In dieser Wintersaison haben ca. 30 neue Kollegen im Skiservice angefangen zu arbeiten. Ich habe viele  gefragt, wie sie denn in den Skiservice „gefunden“ haben und dabei fiel mir auf, was für tolle Geschichten da direkt vor meiner Nase sind. Wie die Leute hergefunden haben, was draus wurde, was sie vorher gearbeitet haben….

Zunächst einmal sind wir ein Mix aus den verschiedensten Nationen:

Schweiz, Österreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Argentinien, Ex-Jugoslawien, Amerika.

Da ist S. aus Graz; sie arbeitete in einem Catering-Unternehmen, wollte unbedingt ins Gastgewerbe und bewarb sich im Hotel Julier Palace in Silvaplana. Der Chef ist ein guter Freund von unserem Chef, und da er schon genug Leute hatte, wir aber noch suchten, gab er die Bewerbung einfach weiter. S. aus Graz hatte sich in einem Hotel beworben, bekam dann einen Anruf von einem Sportgeschäft…:-) Seit Mitte November ist sie hier, sie hatte von Verkauf keine Ahnung, sie wurde von uns geschult, schmeisst jetzt selbständig die Bekleidungsabteilung im Kempinski…

L. aus Argentinien wollte vor 3 Jahren als Skilehrer im Engadin arbeiten, bekam keine Stelle mehr, weil er erst im Januar eintraf; bei uns hatte gerade jemand gekündigt, der Skischulleiter gab ihm den Tip, L. arbeitet den 4. Winter bei uns, leitet dieses Jahr eine eigene Filiale…

B. aus Berlin machte Sprachurlaub in Italien und lernte dort Frau U. kennen, die sie spontan in die Skiferien im Engadin einlud. Ein Jahr später fing B. bei uns an, arbeitet mittlerweile im Sommer auch bei uns im Surfcenter, das war vor 7 oder 8 Jahren…

P. aus Südtirol besuchte als Kind jedes Jahr seine Tante, die in Silvaplana verheiratet ist; es gefiel ihm so gut, dass er beschloss, hier zu leben und zu arbeiten, bei uns seit mittlerweile 3 oder 4 Jahren.

Ich selber, wollte für einen Winter mal raus aus Deutschland, andere Luft schnuppern, das war 1988! Auch wenn ich dann noch ein paar Jahre immer hin- un hergependelt bin, seit 10 Jahren bin ich fest hier…Hängengeblieben…:-)

A. aus der Eiffel, lebte schon 10 Jahre in Dublin (sie war dort hingegangen, um Bono von U2 zu heiraten, leider war er schon verheiratet, smile), hat im letzten Sommer im Hotel Kempinski auf Sizilien als Masseurin gearbeitet, lernte C., die Tochter unseres Chefs, kennen. Die war von A. so überzeugt, dass sie sie fragte, ob sie nicht bei uns anfangen wollte zu arbeiten. Seit Mitte November ist sie voll dabei und hat sich sehr bewährt.

G. aus Budapest, sein Vater hat ein Skigeschäft in Ungarn und sie kauften immer Restposten in diversen Geschäften im Engadin incl. bei uns. Seit 3 Jahre war sein grösster Wunsch, mal bei uns eine Saison zu arbeiten; aus bewilligungs-technischen Gründen ging das nie. Letztes Jahr änderte sich das Gesetz, nun ist er bereits die zweite Saison eine wichtige Stütze bei uns im Team.

S. aus Aspen, sein Vater- ausgewanderter Schweizer- hat in Aspen Sportgeschäfte und möchte seinen Sohn in der Schweiz Erfahrung sammeln lassen…

S. aus Ingolstadt, gelernter Maurer, hat auch schon als Verkäufer geschafft, war 6 Monate Surflehrer auf Bali, hat sich durch eine Kollegin, die in St. Moritz schafft, bei uns „fern-vorgestellt“, wir brauchten noch jemdanden für die Miete, schwupps war er eingestellt.

R. aus Bern, unser Charmeur, arbeitete in einem Skiverleih in einem Hotel, wollte dazulernen und sich weiterentwickeln und dazu hat er bei uns die Gelegenheit… und er hat schon unglaublich viel gelernt.

M. aus der Nähe von Zürich; unser Chef ging hier in Silvaplana zur Bank und plauderte mit der Bankangestellten. Dabei erwähnte er, dass er noch Mitarbeiter suche. Die Bankangestellte rief sofort M. an und… sie sagte zu.

Mich fasziniert immer wieder, wie wir trotz der unglaublichen Vielschichtigkeit und der vielen Unterschiede wir nach so kurzer Zeit – wie jedes Jahr- zu solch grossartigen und funktionierenden Teams zusammengewachsen sind. Und nun sind die ersten schon wieder gegangen und die Saison ist bald zu Ende. Wie immer betrachte ich das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich hoffe, Ihr kommt alle wieder…Take care…

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6 Antworten to “„Viele Wege führen in den Skiservice“ oder „Einmal Engadin- immer Engadin“”

  1. gokui Says:

    nations guide
    ist doch absolut riesig wie sich das anhört.

    frage bei mir nun: was könnte G aus H in E in der S beruflich machen ?

  2. andrea2007 Says:

    nun er könnte vielleicht in S als W schaffen:-)

  3. gokui Says:

    S ist klar nur ws ist ein W ?

    nein mal im ernst, so menschlich gesehen kann ich mir schon vorstellen in meinem letzten lebensabschnitt wieder ganz woanders zu verbringen.

    und ich denke S ist da keine schlechte wahl.

  4. andrea2007 Says:

    Lieber Gokui, sorry, ich dachte, Du nimmst mich auf den Arm wegen all der Abkürzungen und hab einfach irgendwelche Buchstaben genommen, um den Gag zurückzugeben.
    Du meintest es Ernst und es gibt viele Jobs hier für flexible Menschen, die handwerklich ganz gut drauf sind. Wenn Du wirklich interessiert bist, sag mir Bescheid.
    Lgr Andrea

  5. gokui Says:

    mach ich andrea2007.
    wird allerdings noch ein bischen was dauern.
    handwerklich habe ich schon das ein oder andere gemacht, eventuell kann ich ja auch sportlich was machen. wär auch net schlecht.
    einzig meine holde würde wohl kaum mehr als 5 km von der heimat weg wollen. aber was soll´s…

  6. Da waren es nur noch 13… « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] Hier ein Link zu einem Beitrag aus der letzten Saison: https://andrea2007.wordpress.com/2008/03/30/viele-wege-fuhren-in-den-skiservice-oder-einmal-engadin-i… […]

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