„Ja, ja“… und „Ja, aber“

Bei unserem aussergewöhnlichen Seminar vor 2Wochen über NLP-Erfolgsrhetorik, richtiger Fragestellung und vieles mehr, haben wir uns mit den Antworten „Ja ja“ und „ja, aber“ beschäftigt.

Wie fühlt Ihr Euch, wenn Euch jemand mit „ja, ja“ antwortet? Habt Ihr das Gefühl, das ist wirklich ein „ja“ oder bleibt so ein komisches Gefühl im Bauch? Falls letzteres, habt Ihr Recht, die doppelte Bejahung ist nämlich ein „nein“. 

Umgekehrt ist es dasselbe, Beispiel: „Schatz, hast Du was?“ „Nein, nein…“ „Bist Du sicher?“ „Ja, ja, alles ok.“  Ist da wirklich alles OK? Achtet mal drauf.

(Für mich  klang „ja ja“ immer wie „L m a A“ – in Kärnten übrigens hat es dieselbe Bedeutung, gell Claudia…! Was „L m a A“ bedeutet? Seit unserem Seminar heisst es für uns nun   „Lächle mehr als Andere“ 🙂 Das nur nebenbei….)

Noch besser ist das hier: „Sie haben ja so recht, ABER ich finde, dass…. “ Sage ich damit wirklich, dass der andere Recht hat? Sicher nicht. Bei einem Kunden ist es sicher nicht angebracht, ihm zu widersprechen und im Privatleben ist es auch keine schöne Angewohnheit.

„Ihr habt wirklich ganz toll gearbeitet, ABER das und das und das finde ich gar nicht gut“. Kommt das Lob des ersten Teiles des Satzes überhaupt noch an? Und vor allem, wird es überhaubt noch als Lob angesehen?

Eines ist klar, alles was vor dem ABER kommt, wird mit dem ABER zunichte gemacht und kann man sich sparen. Es wertet ein Lob total ab.

ABER: dieses Wort negiert alles, was zuvor gesagt wurde. Wenn jemand sagt: „Ich möchte Ihnen helfen, aber …“heisst das, dass er nicht helfen wird.

Es ist verrückt, WIE oft man ABER sagt. Puh, ein hartes Stück Arbeit, es auszumerzen. Immerhin klingelt jedes Mal, wenn ich es doch sage, eine Alarmglocke im Hinterkopf:-)

Ich gehe folgendermassen damit um: Wenn ich ABER gesagt habe, ersetze ich es mit „und“ und wenn der Satz dann noch immer Sinn macht, im Sinne einer Aufzählung oder einem Zusatz zum vorher Gesagten, dann ist es ok.

Wenn der Satz dann jedoch KEINEN Sinn mehr macht, dann überdenke ich, was ich wirklich sagen wollte… 

Ich bin gespannt, was Ihr dazu denkt.

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17 Antworten to “„Ja, ja“… und „Ja, aber“”

  1. menachem Says:

    Warum sollte ich aus innerlich gemeinten NEIN ein Ja machen, indem ich das „aber“ sprachlich fortlasse? Dann käme sprachlich etwas heraus, was mir innerlich entgegensteht.
    Ich, als Schwerenöter ein „Nein“ über meine Lippen zu bekommen, finde das eine elegante sprachliche Lösung, Nein zu sagen.

  2. andrea2007 Says:

    Du SOLLST gar nichts. Nur nicht wundern über die Reaktion der Mitmenschen. Also mir ist es wichtig, dass man sich einfach bewusst ist, was man mit diesen Worten wirklich sagt…Danke für Deine Meinung dazu. Das ist sehr spannend!

  3. menachem Says:

    Andrea, gut was du sagst. Auch beim kommentieren sollte ich nicht so flapsig sein und mir auch etwas mehr Mühe geben in dem, was ich sagen will.
    Ich bin absolut deiner Meinung, daß die Kernaussage “ bewusst machen “ zählt. Oft geht es auch mir so, daß Reaktionen kommen, für die ich keine Erklärung finde. Kenn ich aber einen Teil der Mechanismen, werden sie erklärbar. Das führt dann besonders zur Entlastung des Gegenübers, denn er hat nur auf mich reagiert. Die Ursache für die Reaktion liegt also in meiner Person.

  4. andrea2007 Says:

    super formuliert, danke. Ja, genau das ist mir wichtig. bewusst machen und überlegen, was hab ich wirklich rübergebracht, das eine solche Reaktion hervorgebracht hat…Lgr Andrea

  5. gokuhi Says:

    retorik ist was feines…

    ja, ja heißt hier im pott ganz klar LMAA – ohne wenn und aber.
    außerdem macht es auch sehr viel aus er was sagt. ist der redefühere zb. eine frau oder ein mann. und welches gescjlcht gibt die antwort ? wie war das buch/ langenscheids wörterlexikon noch: frau – deutsch/ deutsch – frau

    andere sache: vielen menschen kann man beim besten willen die wahrheit nicht an den kopf schmeißen, weil sie sie nicht verstehen oder verstehen wollen. geht gerade gut – oder eben auch nicht gut – in beziehungsgeschichten.

    konstruktive kritik: ja auch her kann man sagen, ist ein heikles thema, aber ( ! ) auch die will gelernt sein, vom sprecher aber auch vom zuhörer.

    😉 gute nacht

  6. christa Says:

    Liebe Andrea,

    irgendwie ist es schon ein wenig verrückt, wie die Themen immer so passen. Erst neulich hatte ich auf meiner Seite einen Blogbeitrag mit dem Thema „Das tut man nicht“. Ich berichtete von einem Seminar, das ich dazu besuchte.

    In meiner ehrenamtlichen Arbeit habe ich hin und wieder auch mit Menschen zu tun, die sich in einer Krisensitutation befinden und durch ihre „Ja Aber“ Haltung von alleine nicht aus dieser Krise kamen. Mit der „Ja und“ Methode, konnte ich schon so manchem aus seinem Konfliktkarusell heraus helfen.

    „Ja Aber“ heißt mitunter auch, dass man an seiner Situation nichts ändern will.

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich glaube, ich muss öfter mal bei dir vorbei schauen.
    Christa

  7. andrea2007 Says:

    Liebe Christa, ja den Beitrag hab ich auch gelesen bei dir, hab glaub ich sogar kommentiert…
    Schön, dass Du meine Meinung teilst zum Ja, aber…Und ich freu mich natürlich sehr, wenn Du hier mal wieder vorbeischaust. Ich revanchiere mich gern:-)
    Liebe Grüsse
    Andrea

  8. christa Says:

    Hallo Andrea,

    ich freue mich natürlich sehr, wenn du mich bzw. meine Seite besuchst. ABER *grins* revanchieren musst du dich für meine Besuche nicht. Ich komme auch so und lese, wenn mich etwas interessiert.

    LG Christa

  9. andrea2007 Says:

    Liebe Christa, als ich’s abgeschickt hatte, dachte ich schon, es könnte so rüberkommen. ich hab eh immer schon mal bei dir vorbeigeschaut und zwar freiwillig und gern:-) in diesem sinne bis bald, liebe grüsse andrea

  10. Ulf Runge Says:

    Ja Andrea, Du hast ja so recht, …
    (welches Wörtchen könnte jetzt kommen?)

    🙂
    LG, Ulf

  11. andrea2007 Says:

    🙂

  12. Christoph Beiser Says:

    Liebe Andrea,
    wouw – gut getroffen! Dafür könnte ich dich knudeln 🙂 Danke!

  13. andrea2007 Says:

    Lieber Christoph, wie schön, dass ich in „Deinem Sinne“ geschrieben habe. Wie Du merkst, hat mich das sehr beeindruckt und du glaubst nicht, wie oft am Tag jemand „ja, ja“ sagt, ABER nicht mehr unbemerkt und schon gar nicht „ungestraft“;-) Irgendjemand fragt ganz sicher sofort nach, „Ja, ja oder JA?“ mit einem Riesensmile und alle andren grinsen auch sofort…DAS hat wirklich Spuren hinterlassen, wie so vieles andere auch. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle dafür!
    Liebe Grüsse Andrea

  14. Wohnt Ihr noch oder bringt Ihr Euch schon um? :-) « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] T:”JA, ABER  wenn wir es nicht ausgepackt hätten, hätte es NICHT reingepasst.” […]

  15. GIGI DAG Says:

    Ich habe „Ja, ja“, obwohl ich dessen Bedeutung kannte, trotzdem häufig als normales „ja“ angesehen. Weil ich es selbst oft sage wenn ich wirklich „ja“ meine. Das mit dem „, aber“ ist aber völlig richtig. Das negiert wirklich alles was davor gesagt wurde…

  16. andrea2007 Says:

    lieber gigi dag, ich denke, auch auf die Betonung kommt es an…Lgr Andrea

  17. Liebe Leser meines Blog… « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] “Ja, ja”… und “Ja, aber” […]

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