Der erste freie Sonntag…

gemeinsam und zuhause seit einem Jahr, knallblauer Himmel, angenehme Temperatur, die Bergtour ist schnell geplant, zur Segantini-Hütte auf 2731 m Höhe, „dem Himmel etwas näher“, der Leitspruch von Susan und Angelo, unseren Freunden, die die Hütte mit Herz und Liebe zum Detail betreiben.

Ab ins Auto, Stau schon vor der Haustür, was ist denn da los? Wir erfuhren es später, 120 Oldtimer-Busse hatten ein Treffen und fuhren durchs Engadin. Das Treffen war…richtig, ausgerechnet bei der Zahnradbahn Muottas Muragl, mit der wir hochfahren wollten.

Es ging dann aber ganz fix, die Bahn fuhr los – um dann mit einem Ruck nach ein paar 100Metern wieder anzuhalten, wir konnten den Grund nicht sehen. Es standen Kälber auf den Gleisen, der Bahn-Führer musste tatsächlich rausgehen und sie vertreiben…Schmunzeln machte sich im Zug breit.

Oben angekommen wurden wir von Alphorn und Zieharmonika begrüsst und natürlich erwartete uns die wunderschöne Aussicht.

Beim Bergwandern wird man irgendwie ein wenig philosophisch. Die Verschiedenartigkeit der Menschen  ist hier besonders interessant zu beobachten. Auf dem Weg zum Gipfel trifft man sie alle…die Forschen, die Vorsichtigen, die Draufgängerischen, die Gemütlichen. Und dann die Kleidung: da gibt es die profi-mässig gekleideten, mit Funktionsbekleidung von der 1. bis zur letzten Schicht; die Supersportlichen mit Velo-Bekleidung; die älteren Herrschaften in konservativen Knickerbockern; die Italiener im „andiamo-in-montagna“ Look mit Cashmerepullovern, karierten Hemden  und Kordhosen zu den Bergschuhen; und dann noch die „normalen“, alles dabei.

Das Gemeinsame? Sie erreichen alle den Gipfel. Der 70jährige Mann mit 2 Wanderstöcken, der ganz langsam aber sehr sehr beständig geht; der ganz Schnelle, der auf der Hälfte schon kurz vorm Herzinfarkt war, seine Freunde haben ihn dann irgendwie hochbekommen; die Italienerin in den schneeweissen Jeans, der man so eine Kondition gar nicht zugetraut hätte; jeder hat seinen eigenen Rythmus und jeder kommt am Ziel an.

Dort oben erwartete uns dann eine köstliche Gerstensuppe, eine wunderschöne Aussicht und zum Abschluss ein Munkefurz…:-)

Wenn man so auf die beeindruckende Landschaft schaut, wird man nochmal ein wenig philosophisch… Da sieht und spürt man plötzlich, wie klein ein Mensch ist und wieviel er doch in der Natur kaputtmachen kann, wenn er nicht allein agiert, was für eine Macht hat es doch, wenn viele dasselbe tun. Aber man sieht auch, dass die Natur erstaunlich viel „verzeiht“ und immer wieder „repariert“…

Ein rundum gelungener Sonntag. Danke.

P.s. Alle Fotos nochmal hier…es lohnt sich…

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