Gesucht Menschen mit Ecken und Kanten

Im Tagi von heute stand ein interessanter Artikel über die Job-Anforderungen von morgen, geschrieben von einer erfahrenen Unternehmensberaterin; hier mal meine subjektive Zusammenfassung:

Arbeiten im Jahre 2020- „Creative Work – Business der Zukunft“

Sie wollen Ihrem Arbeitsleben neuen Schwung geben? Deshalb machen Sie einen Termin bei der Biografie-Designerin (Klasse-Berufsbezeichnung). Sie unterstützt bei der Weiterentwicklung eines ganzheitlichen Lebenskonzeptes, das bezahlte Arbeit für Unternehmen, unbezahlte Familienarbeit sowie freiwillige wohltätige Arbeit in Balance bringt. Ihr Unterstützungsportfolio reicht von der Arbeit an inneren Einstellungen und Umsetzungsblockaden über die Beratung für auhtentischen äusseren Auftritt bis hin zum Management der virtuellen Biografie im Goolge-Reich.

Eines ist klar, in den nächsten Jahren werden innerhalb und ausserhalb von Unternehmen neue Berufe und Rollen entstehen, deren Bedeutung und Nachfrage sich aus heutiger Sicht nicht auf Anhieb erschliesst. Doch wer hätte sich vor 15 Jahren vorstellen können, den Titel eines Wellnesscoachs, einer Game-Designerin, einem Waldkindergärtner oder einer Foodstylistin auf einer Visitenkarten zu finden?

Die neuen Berufe haben eines gemeinsam: Sie sind nicht statisch und sie beschäftigen sich im weitesten Sinne damit, „einen Unterschied zu machen.“ Nur wer sich erfolgreich differenziert, wer also schnell authentische Produkte, Service und Geschäftsmodellinnovationen auf den Markt bringt, bleibt wettbewerbsfähig, denn unsere Wirtschaft ist längst vom materiellen Überfluss geprägt. Ob es sich um Autos, Zahnpasta oder Versicherungsprodukte handelt, die Auswahl ist nahezu unüberschaubar.

Für die Arbeitskultur heisst das:

Kreativität und Empathie, die Fähigkeit sich in andere Menschen einzufühlen, werden zur neuen Schlüssel-Ressource. Unternehmen, denen es gelingt, ihr kreatives Kapital zu pflegen und zu mehren, haben einen Wettbewerbsvorteil. Dabei ist Kreativität nicht auf den künstlerischen Bereich beschränkt. Gefragt ist die Fähigkeit, kreativ zu denken und zu handeln bei möglichst vielen Mitarbeitern. Kreativität kommt nicht nur von „Kreativen“, sondern ist in allen Menschen angelegt. Kreativität bedeutet künftig: schnell neue Zusammenhänge herstellen, vielfältige Perspektiven einnehmen und frische Fragen an alte Problem stellen.

Gerade Menschen mit Ecken und Kanten bringen Kreativität, die Fähigkeit, „einen Unterschied zu machen“ ins Unternehmen, sie bilden ein eigenes, unverwechselbares Profil aus. „Wer bin ich? Was macht mir wirklich Freude? Wo sind meine unverwechselbaren Stärken und Talente? Welches Umfeld macht mich stark?“ – das werden die zentralen „Karrierefragen“. Die Logik dahinter: Wer an seien Stärken und Talenten arbeitet, hat mehr Freude am Arbeiten und diese Freude ist eine unschätzbare Energiequelle und Kreativitätsbooster.

Hier noch ein paar aussergewöhnliche Berufsbezeichnungen: Der CDO, Chief Destruction Officer, stellt Schein-Jobs in einem Unternehmen in Frage und ist der Kundensichtweise verpflichtet. Er arbeitet eng zusammen mit dem  CSO, Chief Storytelling Officer (Chef-Märchenerzähler?) , welcher hat die Fähigkeit „Unsichtbares sichtbar zu machen“, in Geschichten, Ankedoten und Bilder zu übersetzen. Dadurch gelingt es ihm, die Emontionen im Unternehmen, die positiven und negativen Triebkräfte zu bündeln und zu bearbeiten.

Und dann gibt es noch den Downaging Trainer, der minimiert mentale, körperliche und emotionale Alterungserscheinungen bei Menschen im Arbeitsprozess. Vom klassischen Ausdauertraining über individuelle Gesundheitschecks, persönliche Ernährungspläne bis hin zu Arbeit an einer positiven, inneren Lernhaltung und Stressbewältigungsstrategien kümmert er sich darum, dass Menschen lange mit Lust und Leistungskraft arbeiten können.

Leider werden wir bislang kaum weder in der Schule noch im Beruf dabei unterstützt, unser einzigartiges Profil zu entwickeln und es wird wahrscheinlich  für die neuen Berufe auch keine formalen Ausbildungen geben. Aber es wird sehr genaue Anforderungsprofile geben, die stark die Persönlichkeitsseite berücksichtigen – und viel Raum für die individuelle Ausgestaltung der Rollen beinhalten.

Advertisements

6 Antworten to “Gesucht Menschen mit Ecken und Kanten”

  1. Ulf Runge Says:

    Das ist ein bärenstarker Artikel, danke Andrea.

    Meinen heutigen Job habe ich, weil mir mal ein Kollege eine Stellenanzeige in die Hand gedrückt hat mit der „Message“: Querdenker gesucht. Und das bei einer Bank!

    Meine persönliche Erfahrungswelt mit Firmenfusionen, Outsourcing und permanenten Kostendiskussionen ist leider nicht geprägt von der Suche nach Mitarbeitern mit Ecken und Kanten…

    LG, Ulf

  2. andrea2007 Says:

    Hallo Ulf,
    danke Dir für Deinen tollen Kommentar. Du scheinst ja wirklich ein treuer Leser meines Blogs zu sein, das freut mich:-)
    Liebe Grüsse, Du Querdenker:-)
    Andrea

  3. Ulf Runge Says:

    Treue… Ja, das ist es, was Frauen mögen… 😉
    LG, Ulf

  4. andrea2007 Says:

    Lieber Ulf, Du als Blogger solltest es doch am besten wissen, Treue ist etwas, das ….Blogger mögen…:-)

  5. Ulf Runge Says:

    Die Firma Bauknecht hat früher damit geworben, dass sie wisse, „was Frauen mögen.“

    Und wir wissen, was Blogger mögen: Clicker-Treue! 😉

  6. “Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch « Leben und Lieben in St. Moritz Says:

    […] Beispiele für aussergewöhnliche englische Job-Bezeichnungen findet Ihr in diesem Beitrag , viel […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: