Als ich in die Schweiz ging, bekam ich ein Sprach-Lexikon Deutsch- Schwyzertütsch geschenkt, das mir letztens wieder in die Hände fiel und auch wenn ich ja schon längst die Landessprache spreche, hab ich mich köstlich amüsiert beim Lesen, hier ein paar Kostproben:
aagfrässe: wörtlich angefressen; heisst soviel wie: gänzlich vereinnahmt von. Ein von seinen Hamstern “aagfrässene” Schweizer ist darum kein von diesen putzigen Nagetieren angeknabberter Eidgenosse, sondern ein passionierter Hamsterzüchter.
es birebitzeli: ein ganz klein wenig (der Hang zur Verkleinerung bei den Schweizern ist schon bemerkenswert)
blutt: ohne Schuppen fühlt sich der Butt so gut wie blutt- nackert, wie der Österreicher sagen würde. Steigerung von blutt ist “füdliblutt”, das Füdli ist das Hinterteil, der Popo, und ich hab noch immer nicht verstanden,warum es eine Steigerung von “nackt” geben muss…:-)
ein Füdlibürger ist ein Spiesser
Chue: Kuh, sagt der Norddeutsche, jemand hab von etwas soviel Ahnung wie eine Kuh vom Sonntag, so versteht der Schweizer im vergleichbaren Falle soviel von einer Sache “wiene Chue vom Tanze”.
durrebirot: wörtlich durch bei Rot, d.h. durchgedreht
Gopf! Gopferteckel! Gopferteli! Gopfridstutz! Gopferdammi! heisst alles nicht recht wörtlich zu übersetzen: Himmelherrgottverfluchtverdammtnochmal!
hässig: missgelaunt, sauer
Iigchlämts: wörtlich: Eingeklemmtes; Sandwich
kaschmiir! meint keine Wollqualtität, sondern heisst: Du kannst mich mal…
Müesli: Die Deutschen werden es niemals begreifen, das das berühmte Müesli nicht aus kleine Mäusen (Müsli) hergestellt wird. MÜ-E-SLI! Kapiert?
öppis: ist etwa nicht nur “etwas”, öppis ist öppis mehr. Kein Wort wird in der Schweiz so kunstvoll in Sätze eingebaut wie öppis. Öppis relativiert, lässt vieles in der Schwebe, man hält sich eine Hintertür offen. “öppert” ist übrigens “jemand”, genauso schwammig angewandt… “öppert sött” “jemand sollte…” aber wer???
poschte: einkaufen
Pöschtler: ist jedoch nicht der Einkäufer, sondern der Postbote
Puff: NEIN, nein, nein, sondern: Probleme, Schwierigkeiten, Durcheinander
Säich: wörtlich Urin; umgangssprachlich: blödes Zeug, Mist “En Säich ablaa”- Unsinn verzapfen, Mist bauen.
Schnupperlehre: Riechen will zwar auch gelernt werden, aber nicht in der Schnupperlehre. Die ist vielmehr eine Art Kurzpraktikum, noch während der Schulzeit.
Schlumermueter: Die Schlummermutter ist eine Zimmervermieterin
Schnori: Schwätzer
Stange: ein Glas Bier (also kann man als Mann einer Serviertochter ungestraft sagen, ich hätte gern ne Stange)
Tramhüüsli: Strassenbahnhaltestellenwartehäuschen
Tubel: Trottel
Tüpflischiisser: Pedant, Kleingeist, pingeliger Mensch
Umefuurzete: hektisches Getue
Uf Widerluege! Auf Wiedersehen!

1. Januar 2009 um 9:46 vormittags
*lach* Liebste Andrea,
Ein paar Begriffe kenne ich schon, weil ich liebe Freunde in der Schweiz habe, wenn die jedoch untereinander reden, verstehe ich kein Wort…
Müesli ist mir ein Begriff – denn da gibt es süße Schoki-Köstlichkeiten in Mäuseform zum Vernaschen 
danke für die Neujahrsaufheiterung
Allerliebste Neujahrsgrüße und ganz eine liebe, feste Umarmung von Elisabeth
1. Januar 2009 um 10:34 vormittags
Liebste Andrea,
es gruesli am Neujahrsmorgen. Das ist sehr lustig, wenn Schweizer miteinander sprechen, ich kenne da ja meine 2 Pia und Peter.
Mir gefällt mou (?) kennst du das. Wusste nie, was das bedeutet.
Alles Gute für Dich und vergiss nicht : In der RUHE liegt die Kraft.
oder: im Schnee wächst kein Klee !!!!!! (war des jetzt scheee?)
Liebe Grüße;-)
Erika
1. Januar 2009 um 10:35 vormittags
1. Januar 2009 um 10:58 vormittags
Ach, ist das herrlich. Schwyzertütsch ist die niedlichste Sprache der Welt. Da könnte man die Schweizer drum beneiden (nicht nur darum).
)
Liebe Andrea, ich wünsche dir ein gutes Neues Jahr 2009. Bleib so optimistisch wie du bist
1. Januar 2009 um 12:18 nachmittags
Liebe Andrea
mir gefällt am besten der Füdlibürger
Ich wünsche Di für das Neue Jahr das Allerbeste!
Sonnige Herzensgrüße von Dori
1. Januar 2009 um 2:27 nachmittags
Liebe Andrea,
herrlich deine Sprachlektion.
Aagfrässe.
Also, ich kenne angefressen sein, eher im Zusammenhang mit genervt sein.
Jetzt weiß ich, wie Missverständnisse entstehen. Kaschmiir ist da noch ein gutes Beispiel. Sollte man zu einem Schweizer also eher nicht sagen. *grins* Ich stelle mir gerade eine Situation vor, in dem ein Deutscher den Schal eines Schweizers befühlt und mit Kennermine “Kaschmir” sagt…
“es birebitzeli” – das klingt schon so niedlich. *smile*
Und Füdlibürger…
So, aber auch an dieser Stelle noch mal: Alles Liebe im Neuen Jahr.
Liebe Grüße,
Martina
1. Januar 2009 um 3:36 nachmittags
sooo cool!
de füdlibürger und de tüpflischiisser han i scho fasch vergessa.
es git jo so viel gueti wörtli.
wünsche dier alles liebi und gueti fürs neue johr 2009 und dass alli dini träum und wünsch in erfüllig gönd.
kuss
1. Januar 2009 um 4:00 nachmittags
Liebe Andrea!
Ja, das sind heitere Kabinettstückchen zum Jahresanfang. Sozusagen ein Tütchen Sprachkonfekt vom Feinsten. Und macht gar nicht dick!
Möge sich das Jahr auch weiterhin von der heiteren Seite zeigen!
Herzliche Grüße
Jörg
1. Januar 2009 um 8:15 nachmittags
Liebe Andrea,
wow – da musstest Du ja eine komplette Fremdsprache lernen, um in der Schweiz “öppert” zu verstehen! So ähnlich ging es mir damals in den zwei Jahren in Südtirol…
Liebe Grüße,
Mareike
1. Januar 2009 um 10:18 nachmittags
DANKE!
die Schweiz ist immer eine Reise wert, die schönen Berge, Seen und wegen der hübschen Sprache…….
1. Januar 2009 um 10:19 nachmittags
Ach..
FROHES NEUES JAHR!
1. Januar 2009 um 11:56 nachmittags
Liebe Andrea Ich danke dir für Deinen Schweizerdeutsch Sprachkurs. Für mich der hier aufgewachsen ist, ist es immer lustig , unsere Sprache, einmal so zu sehen , wie jemand aus dem fernen Deutschland, diese Sprache erlebt. Ich habe liebe Freunde, aus Germany, die leben schon lange in der Schweiz und sind unterdessen, auch Sprachlich fast perfekte Schweizer geworden. Die Sprache verstehen ist die eine Sache, aber das was die Schweiz ausmacht die andere. Das Du, Andrea beide Seiten unserer lieben Schweiz verstehst, das freut mich doch sehr.
Liebe Grüsse zentao
2. Januar 2009 um 2:37 vormittags
Liebe Andrea,
vielen Dank auch aus dem Isartal, für Deine redlichen Bemühungen uns Germanen die wahre Bedeutung der schweizerischen Sprache näher zu bringen. Ich hab mich köstlich dabei amüsiert…muss allerdings gestehen, dass ich im “Ernstfall” (also in der Schweiz) den Sinn eines Satzes nicht immer erfassen kann.
Viele gute Neujahrswünsche in die schöne Schweiz und natürlich immer besser und besser,
Gaba
2. Januar 2009 um 12:21 nachmittags
Ihr Lieben, so eine tolle Resonanz hatte ich gar nicht erwartet, vielen DANK! Ja ich liebe Sprachen im allgemeinen und Ihre Eigenarten und Feinheiten, in jeder Sprache gibt es Ausdrücke, die man nicht wirklich in eine andere übersetzen kann und genau dies Ausdrücke machen sie so lebendig. Ich mag Schwyzerdütsch sehr und auch wenn es manchmal niedlich oder lustig klingen mag, es hat sehr viel Charme.
Ich freu mich, dass ich Euch ein wenig erheitern konnte und Euch diese meine Sprache näherbringen konnte.
Alles Liebe und mir ghöret üs…:-)Andrea
2. Januar 2009 um 2:58 nachmittags
Also gleich beim ersten Wort “aagfrässe” musste ich an “Hackfresse” denken..d.as fängt ja super an
Davon einmal abgesehen könnte das auch hessisch sein…
hässig gibs ja hier auch, aber mit nem “ge” davor
Uf Wiederluege hört sich nicht nach ner netten Verabschiedung an, sondern eher auf eine Beschuldigung der Lüge oder so ^^
2. Januar 2009 um 9:40 nachmittags
Lieber Schaps, man spricht “ue” auch wirklich als zwei hintereinanderfolgende Buchstaben, also nicht als “ü”, also auf wiederlu-ege:-) und hackfresse ist ja ganz witzig:-)
3. Januar 2009 um 1:59 nachmittags
Hallo Andrea,
danke vielmals für diesen heiteren Aufsteller. Als schweizer ist es doch ein Vergnügen zu lesen, wie unsere eigenartigen Begriffe für Auswärtige verständlich gemacht werden.. Als von dem her gesehen: ” isch cheibe luschtig gsi das z’läse, han rächt müese grinse däbii…”
Cheers Alex
3. Januar 2009 um 8:22 nachmittags
Lieber Alex, schön, dass ich auch Dich erheitern konnte, Dich als einen meiner “Quotenschweizerkommentatoren”
Häb’s guat… Liabes Grüessli Andrea
4. Januar 2009 um 9:47 nachmittags
Das erinnert mich ein bisschen an unsere Sparkassen-Werbung: “Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer – ähm “Füdlibürger” werden.”
5. Januar 2009 um 10:15 nachmittags
Hihi, liebe Cati, die Werbung find ich grossartig…! Deine Version ist NOCH besser…:-) Liebe Grüsse Andrea
16. März 2009 um 3:32 nachmittags
herrliche Erklärungen
habe auch noch etwas gelernt (heirate dem nächst eine “halbe” Schweizerin und darf mich somit auch immer mit der Mundart “rumplagen”.
Bin heute zum ersten Mal hier und habe viel quer gelesen – besonders gefallen mir die Kundengeschichten
lieben Gruß Julian
16. März 2009 um 10:01 nachmittags
Lieber Julian, herzlich willkommen auf meinem Blog. Schön, dass es Dir hier gefällt und meine Kundengeschichten, nun ja, die haben schon echte Fans:-) Dann wünsche ich Dir eine schöne Hochzeit (in der Schweiz?) und auf dass Ihr Euch immer versteht- in welcher Sprache auch immer:-) Liebe Grüsse Andrea
16. März 2009 um 10:20 nachmittags
Ja zum Teil – wir heiraten standesamtlich in St. Gallen
Wie läuft das eigentlich mit dem Einbürgern? Wir
planenspielen mit dem Gedanken in die Schweiz auszuwandern.17. März 2009 um 8:28 vormittags
Lieber Julian, hat Deine Frau denn einen Schweizer Pass und nur DU möchtest Dich einbürgern lassen? Dann müsst Ihr entweder 5 Jahre verheiratet sein oder ich glaube, nach 3 oder 4 Jahren Vollzeitarbeit in der Schweiz kannst Du das Gesuch einreichen. Hier mein Erfahrungsbericht bisher: http://andrea2007.wordpress.com/2008/06/27/erleichterte-einburgerung-in-die-schweiz-teil-1/
Liebe Grüsse Andrea
17. März 2009 um 9:18 vormittags
Liebe Andrea,
ja, sie hat beide Pässe (deutsch und Schweitz)
Aber dann warte ich einfach noch ein Weilchen – bis ich anfange mir Gedanken darüber zu machen
Vielen Dank für die schnelle Antwort
Lieben Gruß
Julian
19. März 2009 um 10:26 nachmittags
Lieber Julian, Du wirst den richtigen Zeitpunkt finden, ich hab 10 Jahre gebraucht, bis ich mich einbürgern lassen wollte:-)… Liebe Grüsse Andrea
9. Januar 2010 um 3:25 nachmittags
Toll, dass die Deutschen sind doch auch für unsere Sprache interessieren und sich nicht nur lustig über uns machen =)
Da sag ich doch gleich mal:
I wünschä aune es schöns wuchenänd!
=)
Liebe Grüsse
10. Januar 2010 um 9:04 vormittags
Liebe Michelle, herzlich willkommen auf minem Blog…Na klar mögen die Deutschen die Schweizer und auch ihre Sprache, sonst würden sie doch nicht in dieser grossen Anzahl in die Schweiz ziehen…:-) En schöna Suntig, Andrea